VW-Affäre Anklage gegen Peter Hartz


Der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz soll sich die Gunst des Ex-Betriebsratschefs mit fast zwei Millionen Euro erkauft haben. Wegen dieser Veruntreuung ist Hartz nun angeklagt worden.

In der VW-Korruptionsaffäre hat die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Personalvorstand Peter Hartz Anklage wegen Untreue erhoben. Hartz soll dem früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert binnen zwölf Jahren bis 2005 mehr als 1,9 Millionen Euro als Sonderboni neben seinem Gehalt gezahlt haben, ohne dass dies offen gelegt worden wäre. Das teilte jetzt die Ermittlungsbehörde in Braunschweig mit. Volkerts ehemalige Geliebte soll weitere 400.000 Euro erhalten haben.

"Nach Überzeugung der Ermittler wurden Herrn Volkert diese erheblichen Geldleistungen allein im Hinblick auf seine Position als mächtigster Betriebsrat gewährt und standen damit nicht im Einklang mit Gesetz und Recht." Die Staatsanwälte gingen davon aus, dass es sich um Prämien ohne eine Gegenleistung gehandelt habe, "die als treuepflichtswidrige Verschwendung des Gesellschaftsvermögens von VW bewertet worden sind".

Auf Wunsch Volkerts habe Hartz von 2000 bis 2004 auch dessen damalige Geliebte bezahlt. Dass sie einen mündlich geschlossenen Agenturvertrag gehabt habe, sei nur vorgespiegelt gewesen. Auch gegen Volkert ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Hartz ist offenbar weitgehend geständig. Er habe "einen im Wesentlichen geständige Einlassung abgegeben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Joachim Geyer. "Er hat die Verantwortung für die Vorgänge übernommen", so der Sprecher weiter. Die Aussage von Hartz sei das Hauptbeweismittel in dem Verfahren.

Insgesamt werden Hartz 44 Straftaten zur Last gelegt, davon betreffen 23 die unrechtmäßige Begünstigung eines Betriebsrates. Bei einer Verurteilung wegen Untreue drohen Hartz bis zu fünf Jahren Haft. Auf einen Verstoß gegen Betriebsverfassungsgesetz, das die Begünstigung von Betriebsräten untersagt, stehen eine Haftstrafe von maximal einem Jahr oder Geldstrafe.

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