VW-Prozess Hurenbesuche sind "häufig vorgekommen"


Bei dem Prozess um die Sex-Partys und Shopping-Touren ehemaliger VW-Betriebsräte hat nun der Ex-SPD-Abgeordnete Hans-Jürgen Uhl ausgesagt. Dabei bestätigte er häufige Prostiuiertenbesuche - und gab auch zu, Bargeld erhalten zu haben.

Im Prozess um die VW-Affäre vor dem Landgericht Braunschweig hat der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl von Zuwendungen des Unternehmens an Betriebsräte berichtet. Es sei vorgekommen, dass er auf Betriebsratsreisen von dem Ex-VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer Bargeld erhalten habe, sagte der ehemalige VW-Betriebsrat und spätere Parlamentarier am Dienstag als Zeuge aus.

Kontakte zu Huren "hätten sich so ergeben"

Es sei zudem "häufig vorgekommen", dass er auf den Reisen von VW bezahlte Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen habe. Zu der Höhe der erhaltenen Bargeldbeträge konnte der Zeuge keine Angaben machen. "Ich kann mich an die konkrete Summe nicht erinnern", sagte er. Bei den Betriebsratsreisen habe der für Organisation und Spesen zuständige Gebauer oft "sichtbar viel Bargeld in der Tasche" gehabt. Er selbst habe das von Gebauer erhaltene Bargeld "in dem einen oder anderen Fall auch für dienstliche Zwecke" wie Bewirtungskosten verwendet.

Die von VW bezahlten Kontakte zu Prostituierten hätten sich "so ergeben", meinte der 56-jährige Zeuge. "Es ist wohl so gewesen, dass Herr Gebauer gesagt hat, kommst du mal mit", sagte er. Und das sei dann öfter so gewesen. An den Vergnügungen auf Firmenkosten hätten auch weitere Betriebsratsvertreter teilgenommen. Der Zeuge verurteilte im Nachhinein die Vergnügungen auf Firmenkosten. "Dass es nicht richtig war, das weiß ich ja inzwischen", sagte er.

Der Zeuge zeigt Reue

Der ehemalige SPD-Abgeordnete war im Juni vom Amtsgericht Wolfsburg wegen Beihilfe zur Untreue und Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen, in denen er Zuwendungen von VW bestritten hatte, zu 39.200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. In dem Prozess um die VW-Affäre muss sich der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Volkert wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen verantworten. Ex-Personalmanager Gebauer steht wegen Untreue in 40 Fällen vor Gericht. Vor der Wirtschaftsstrafkammer in Braunschweig soll am morgigen Mittwoch der VW-Aufsichtsratsvorsitzende und ehemaligen VW-Chef Ferdinand Piëch als Zeuge aussagen.

AP AP

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