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Wettbewerb verzerrt?: EU leitet Missbrauchsverfahren gegen Google ein

Hat Google Suchergebnisse manipuliert und Mitbewerber benachteiligt? Die EU-Kommission will entsprechenden Beschwerden nachgehen und eröffnet ein Missbrauchsverfahren gegen den Internetgiganten. Sollten die Vorwürfe stimmen, könnte das für Google sehr teuer werden.

Der US-Internetkonzern Google ist ins Visier der EU-Kommission geraten. Wie die Kommission mitteilte, wird sie ein wettbewerbsrechtliches Prüfverfahren gegen Google wegen möglichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung in der Online-Suche einleiten. Sie folge damit Beschwerden von Anbietern von Suchdiensten über die Benachteiligung ihrer Dienste in den unbezahlten und bezahlten Suchergebnisses von Google, zusammen mit einer möglicherweise bevorzugten Platzierung von Google-eigenen Diensten.

Bei der Suche nach Informationen bietet die Suchmaschine von Google zwei verschiedene Arten von Ergebnissen an. Dabei handelt es sich zum einen um unbezahlte Suchergebnisse und zum anderen um Werbung von Drittanbietern, die oberhalb oder auf der rechten Seite von Google-Suchergebnissen gezeigt werden.

Marktbeherrschende Stellung missbraucht?

Die EU-Kommission will den Angaben zufolge untersuchen, ob Google eine marktbeherrschende Stellung in der Online-Suche missbraucht haben könnte, indem es möglicherweise unbezahlte Suchergebnisse von mit seinen Diensten in Wettbewerb stehenden Diensten in der Rangfolge herabgestuft und den Ergebnissen seiner eigenen Suchdienste einen bevorzugten Rang eingeräumt hat.

Die Untersuchung der Kommission werde sich zudem auf Vorwürfe konzentrieren, dass Google Werbepartnern möglicherweise Ausschließlichkeitsverpflichtungen auferlegt und sie dadurch daran gehindert hat, bestimmte Arten konkurrierender Werbung auf ihren Webseiten zu schalten. Darüber hinaus will die Kommission das Bestehen etwaiger Beschränkungen für die Übertragbarkeit von Daten aus Online-Werbekampagnen auf konkurrierende Online-Werbeplattformen untersuchen.

In einem ersten Statement von Google heißt es: "Seit der Gründung von Google arbeiten wir sehr hart daran, das Richtige für unsere Nutzer und unsere Branche zu tun." Dazu gehörten die "stets eindeutige Kennzeichnung von Werbung" sowie die Möglichkeit für Nutzer und Werbetreibende, über ihre Daten frei zu verfügen und diese sehr einfach mitnehmen zu können , wenn sie zu anderen Diensten wechseln möchten. "Natürlich gibt es immer auch Möglichkeiten für weitere Verbesserungen - wir werden daher eng mit der Kommission zusammenarbeiten, um etwaige Bedenken auszuräumen.", heißt es weiter im Statement.

mad/san/DAPD / dapd