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Falsche Angaben: Trickst Zalando seine Kunden aus?

"Nur noch zwei Stück verfügbar!" - viele Onlineshops drängen Kunden mit angeblich knappen Lagerbeständen zum Kauf. Doch diese Zahlen scheinen zumindest bei Zalando und Booking.com nicht immer zu stimmen.

Ein Stapel Kartons von Zalando

In Onlineshops wie Zalando sind scheinbar oft mehr Produkte vorrätig, als auf der Website angezeigt wird. Das drängt Kunden zum schnellen Kaufen.

"Nur noch ein Paar auf Lager!": Wer das im Onlineshop unter seinen Traumschuhen liest, der klickt schon mal spontan auf den "Kaufen"-Button. Viele Websites geben deshalb die Stückzahl der Produkte an, die sich noch im Lager befindet. Doch diese Zahlen stimmen nicht immer, die Händler scheinen sich die Verknappungsstrategie gezielt zunutze zu machen, um die Kunden zum Kaufen zu bringen. Der "NDR" hat in einem Test herausgefunden, dass das Online-Modehaus Zalando und das Hotelbuchungsportal Booking.com ihren Kunden teilweise falsche Zahlen anzeigen.

"Zalando drängt Kunden zu schnellen Entscheidungen"

Die Journalisten bestellten verschiedene Kleidungsstücke – und konnten in mehreren Fällen eine größere Anzahl ordern, als vorher auf der Zalando-Website angezeigt wurde.

Das Unternehmen rechtfertigt sich und sagt, der Warenbestand könne aus technischen Gründen gar nicht in Echtzeit angezeigt werden. Die Zahl stelle lediglich den Mindestbestand dar. Der NDR informierte die Wettbewerbszentrale Hamburg, die Zalando nun abmahnte: "Zalando drängt den Kunden auf einer falschen Grundlage dazu, eine schnellere Entscheidung zu treffen, die er sonst vielleicht nicht getroffen hätte" begründet Peter Brammen von der Wettbewerbszentrale die Entscheidung. Ändert Zalando die Funktion nicht, kündigt Brammen "gerichtliche Maßnahmen" an.

Auch Booking.com arbeitet aggressiv mit der Verknappungsstrategie und angeblichen Echtzeitangaben. Schaut man sich ein Angebot an, öffnen sich sofort Pop-up-Fenster wie "Die letzte Buchung erfolgte vor 20 Minuten aus der Schweiz", in roter Schrift steht unter dem Zimmerpreis: "Es sind nur noch zwei Zimmer auf unserer Seite verfügbar." Doch hier gilt ebenfalls: Von den Angaben sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen, sie stimmen nicht unbedingt.

Hotelzimmer gibt es auch noch auf anderen Seiten

Die "NDR"-Journalisten ließen in ihrem Test 28 Menschen von verschiedenen Computern auf dasselbe Angebot zugreifen. Als "Echtzeitinformation" stand auf der Seite, neun Besucher würden sich gerade das Zimmer angucken. Eigentlich sei es nicht schwer für die Unternehmen, solche Angaben korrekt an den Kunden weiterzugeben, sagte Andreas Lenz vom Digital-Magazin "t3n" dem "NDR": "Technisch gesehen ist das trivial."

Bei Booking.com muss man außerdem beachten: Die Angaben beziehen sich nur auf die Angebote, die direkt über die Website selbst gebucht werden können. Ist auf der Seite nur noch ein Zimmer verfügbar, ist das Hotel wohlmöglich noch lange nicht ausgebucht. Bei anderen Anbietern oder direkt über das Hotel kann man dann oft noch viele Zimmer buchen, teilweise sogar günstiger als auf Booking.com.

Wer einen kühlen Kopf behält, statt sich von den Anbietern austricksen zu lassen, kann Preise vergleichen - und dabei dann vielleicht sogar ein wirkliches Schnäppchen machen.

amü
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.