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Erdgas Rekord-Handelsüberschuss: Norwegen wird wichtigster Gaslieferant für Deutschland

Erdgasraffinerie-Isel Melköy in Norwegen
Die Insel Melköy in Norwegen. Die Anlage zur Lagerung und Verarbeitung von Erdgas nimmt die gesamte Fläche der Insel ein.
© Panthermedia / Imago Images
Norwegen hat sich im vergangenen Jahr als wichtigster Gaslieferant für Deutschland etabliert. Die gestiegenen Preise für Erdgas bescherten dem skandinavischen Land einen Rekord-Handelsüberschuss.

Norwegen exportiert mittlerweile deutlich mehr nach Deutschland als in jedes andere Land, darunter vor allem Gas. Wie die Deutsch-Norwegische Handelskammer am Dienstag unter Berufung auf die norwegische Außenhandelsbilanz mitteilte, importierte die Bundesrepublik im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 726 Milliarden Kronen (knapp 68 Mrd Euro) aus dem skandinavischen Land.

Dies entspreche mehr als einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. "Deutschland ist jetzt mit Abstand Norwegens Exportland Nummer eins", schrieb die Handelskammer. Allein 621 Milliarden Kronen (58 Mrd Euro) entfielen dabei auf Gaslieferungen.

Norwegen ist der wichtigste Gaslieferant für Deutschland

Damit hat Norwegen Russland im vergangenen Jahr als wichtigster Gaslieferant für Deutschland abgelöst. 33 Prozent des 2022 von der Bundesrepublik importierten Gases kamen aus Norwegen, noch 22 Prozent aus Russland. Das hatte die Bundesnetzagentur jüngst mitgeteilt. Im Jahr 2021 hatte Russland noch 52 Prozent des Gases geliefert.

Insgesamt kam Norwegen 2022 auf Exporte im Wert von rund 2,6 Billionen Kronen (243 Mrd. Euro), was im Vergleich zu 2021 einem Plus von 87,2 Prozent entsprach, wie aus den Zahlen hervorging. Als Hauptursache für das enorme Plus machten die Statistiker den Export von Erdgas aus. Hinter Deutschland folgten beim Exportwert Großbritannien, Frankreich und Belgien. Die hohen Gaspreise haben dem skandinavischen Land im abgelaufenen Jahr sogar einen Rekord beim Handelsüberschuss gebracht. 

Nach Angaben der norwegischen Statistikbehörde SSB lag der Wert der importierten Waren im Jahr 2022 bei 1,0 Billionen Kronen. Damit kommt Norwegen auf ein Handelsüberschuss von knapp 1,6 Billionen Kronen (147 Mrd. Euro) - das entspricht fast dem Dreifachen des Überschusses des Jahres 2021.

lhi DPA

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