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"Die Stunde Null" "Patient null" der deutschen Wirtschaft: So geht es Autozulieferer Webasto heute

Webasto
Am Webasto-Hauptsitz nahe München traten schon Ende Januar die ersten Corona-Fälle auf
© DPA/Lino Mirgeler / Picture Alliance
Webasto war das erste deutsche Unternehmen mit einem Corona-Fall. Im Podcast erzählt Firmenchef Holger Engelmann, wie der Autozulieferer mit der Situation umgegangen ist und warum in China die Produktion schon wieder auf Hochtouren läuft.

Von einem Tag auf den anderen stand das Unternehmen plötzlich im Blickpunkt der Öffentlichkeit: Beim Autozulieferer Webasto wurde im Januar der erste Covid-19-Fall in Deutschland gemeldet. Zum ersten Mal mussten hier all jene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die mittlerweile fast zum Standard gehören. Für den Vorstandsvorsitzenden war es eine beispiellose Bewährungsprobe: "Das erste, was einem natürlich in den Kopf kommt, ist, dass man sehr starke Sorgen um die Mitarbeiter hat", sagt Holger Engelmann, Chef von Webasto,  im Podcast "Die Stunde Null".

Das Unternehmen reagierte schnell, isolierte seine ersten Corona-Fälle, setzte einen Krisenstab auf und entwickelte sogar eine Art Leitfaden, an dem sich andere orientieren konnten. Für das Familienunternehmen Webasto, eine globale Gruppe mit 14.000 Mitarbeitern und knapp vier Milliarden Euro Jahresumsatz, war die Pandemie in jeder Hinsicht eine Ausnahmesituation. Neben den erkrankten Mitarbeitern musste Webasto auch damit klarkommen, dass viele Werke stillstanden: Mehr als zehn Produktionsstandorte unterhält der Hersteller von Schiebedächern in China, darunter auch im Ursprungsort der Pandemie – in Wuhan.

Zeit, die Dinge neu zu sehen
Dieser Text ist Teil der Initiative "Zeit, die Dinge neu zu sehen" der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch der Verlag Gruner+Jahr gehört, in dem der stern erscheint. Gemeinsam wollen wir dazu anregen, den Blick auf positive Aspekte der Veränderungen nach der Corona-Pandemie zu richten, neue Perspektiven einzunehmen und den aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Mehr Informationen gibt es unter www.zeit-die-dinge-neu-zu-sehen.de.

In China läuft das Geschäft

Mittlerweile allerdings ist gerade in China aus Sicht Engelmanns wieder Normalität eingekehrt: "Wir sind da wieder in der vollen Produktion", sagt er. "Der chinesische Markt ist weitgehend auf dem Vorjahresniveau." Auch das Leben in China wirke wieder wie früher: Es gebe in den dortigen Werken keine Corona-Fälle mehr und auch Mund-Nasenschutz werde kaum noch getragen. Doch natürlich litt auch Webasto wie die ganze Branche unter erheblichen Umsatzeinbußen. "Wir haben natürlich zwei, drei wirklich katastrophale Umsatz-Monate gehabt", sagt Engelmann. In manchen Monaten habe es Rückgänge zwischen 60 und 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Insgesamt wächst die Bedeutung Chinas für das Unternehmen, auch weil die anderen Märkte noch zurückhängen. Mit einem Einbruch der Umsätze um 15 bis 20 Prozent rechnet der Konzernchef für das Gesamtjahr, und es ist vor allem China, das die Rückgänge abmildert. "Wir werden natürlich nicht mehr ganz das einholen, was wir verloren haben, aber wir werden zumindest den Umsatzrückgang einigermaßen zum Jahresende abdämpfen können", sagt Engelmann. Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie Webasto bei dem Boom der Elektroautos mitverdienen will
  • Was der Unternehmenschef Engelmann aus der Corona-Pandemie gelernt hat
  • Was Engelmann von der Förderpolitik der Bundesregierung hält

Alle Folgen direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

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