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"Die Stunde Null" Mit Strahlen gegen das Coronavirus: So wollen Lichtkonzerne die Luft in Schulen und Büros reinigen

UV-C-Strahlen
UV-C-Strahlen können Bakterien und Viren abtöten
© Getty Images
Es klingt wie Magie, ist aber eine erprobte Technologie: Lichthersteller wie Signify wollen mit UV-C-Lampen Viren in geschlossenen Räumen bekämpfen. Aber sind diese gefährlichen Strahlen für den Alltag geeignet?

Der Lichtkonzern Signify hat einen neuen Kunden: den RB Leipzig. Allerdings nicht nur für ein neues Flutlicht im Stadion, sondern im Kampf gegen Corona-Viren in der Spielerkabine. Der Fußball-Bundesligist wird Lampen mit so genannter UV-C-Technologie von Signify einsetzen, die Viren in der Luft abtöten können, und damit auch Covid-19-Erreger. Von einer neuen "Lichtpartnerschaft", spricht der Hersteller stolz.

"Die Technologie ist im Grunde 35 Jahre alt. Was wir neu machen, ist, dass wir sie Schulen, Büros oder Sportstätten nutzbar machen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen", sagt Roger Karner, DACH-Geschäftsführer von Signify im Podcast "Die Stunde Null".  "Wir werden damit nicht die Welt retten. Aber UV-C-Licht kann helfen, schneller zu der 'neuen Normalität' zu kommen."

Der Beleuchtungskonzern, der die Alltagswirksamkeit in einer Studie hat testen lassen, will mit dem Angebot ein neues Segment erschließen und von der Corona-Krise profitieren. Bereits jetzt berichtet das Unternehmen, das 6,2 Milliarden Euro Umsatz mit 36.000 Mitarbeitern in 70 Ländern erwirtschaftet, von einer hohen Nachfrage. "Unsere Kapazität im Werk in Polen wurde verachtfacht", sagt Karner. Signify ist eine ehemalige Sparte des Philips-Konzerns.

UV-C-Licht ist ein bekanntes Desinfektionsmittel für die Luft, Oberflächen und Wasser, es wird seit Jahren etwa zur Sterilisierung in der Industrie, in Laboren oder Operationssälen eingesetzt. Lichtunternehmen wie Osram, Signify oder Spezialanbieter wie Steril-Air und Heraeus Noblelight wollen sie stärker für die alltägliche Reinigung von Luft in Innenräumen vermarkten. Auch für den Einsatz während der Arbeitszeit oder im Schulbetrieb. Der Konkur­rent Osram etwa hat nach eigenen Angaben schon mehr als 2000 seiner "AirZing"-Leuch­ten in Kran­ken­häu­sern in Wuhan und Peking im Einsatz, sowie rund zehntausend Produkte in chine­si­schen Kinder­gär­ten.

Zeit, die Dinge neu zu sehen
Dieser Text ist Teil der Initiative "Zeit, die Dinge neu zu sehen" der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch der Verlag Gruner+Jahr gehört, in dem der stern erscheint. Gemeinsam wollen wir dazu anregen, den Blick auf positive Aspekte der Veränderungen nach der Corona-Pandemie zu richten, neue Perspektiven einzunehmen und den aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Mehr Informationen gibt es unter www.zeit-die-dinge-neu-zu-sehen.de.

Die Lampen von Signify werden unter der Decke fest installiert, die ultravioletten UV-C-Strahlen reinigen mit der Zirkulation die Luft und töten Bakterien und Viren ab. "Und Corona wird leider nicht das einzige sein, was wir künftig aus der Luft holen müssen", sagt Karner. "Luftdesinfektion wird ein größeres Thema werden."

Hören Sie jetzt in der neuen Folge von "Die Stunde Null"

  • wie UV-C-Lampen in Büros und Schulen installiert werden könnten und wie man Schäden im Alltag vermeidet
  • warum man solche Lampen nicht direkt bei Amazon bestellen sollte
  • warum neue Lichttechnologie auch die Anwesenheit im Homeoffice kontrollieren kann

Hören Sie die neue Folge von "Die Stunde Null" - direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

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