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"Die Stunde Null" "Die Deutschen mögen weiter Pizza und Pasta": Lieferando-Chef spricht über Bestellboom und Trinkgeld-Ärger


Lieferando hat es nach einer Verdrängungsschlacht in Deutschland zu einem Quasi-Monopol gebracht hat. Der Chef des Lieferimperiums, Jörg Gerbig, spricht über den Corona-Bestellboom, Trinkgeld-Ärger - und welche Gerichte sich die Deutschen während der Pandemie am liebsten liefern lassen.

Bis zu 40 Prozent Wachstum: Während andere Unternehmen in der Corona-Pandemie ihre Umsätze wegbrechen sahen und es mit der Angst zu tun bekamen, konnte der Platzhirsch unter den Essens-Lieferdiensten in Deutschland mächtig zulegen. Nach einer jahrelangen Werbe- und Übernahmeschlacht hat Lieferando in Deutschland ein Quasi-Monopol. Ob Pizza, Sushi oder Burritos: Wer hierzulande online Essen bestellt, landet so gut wie immer bei Lieferando. In der Zeit des Lockdowns ging es für das 2009 gegründete Unternehmen steil nach oben. Es kamen mehr Anbieter auf die Plattform, und viele Kunden bestellten zum ersten Mal ihre Mahlzeiten im Internet.

"Wir haben eine extrem hohe Anzahl an Neukunden gesehen", sagt Jörg Gerbig, Gründer von Lieferando, im Podcast "Die Stunde Null". Der ehemalige Investmentbanker leitet nicht nur den Essens-Lieferdienst in Deutschland, sondern ist als Chief Operating Officer des Mutterkonzerns Just Eat Takeaway auch an dessen weltweiter Expansion beteiligt. Für ihn ist Corona ein Ereignis, das den Markt "um ein oder zwei Jahre nach vorne" schieben kann. Die Rechnung: Bisher bestellen nur etwa 15 Prozent der Deutschen ihr Essen übers Netz, das Potenzial sei also groß.

Fahrer klagen über vorenthaltene Trinkgelder

Doch mit dem Erfolg steigt auch die Kritik. In den vergangenen Wochen hatten Liefer-Fahrer von Lieferando sich über ausbleibende Trinkgelder beschwert. Das Problem: Seit die Kunden die Möglichkeit haben, das Trinkgeld digital über die App zu zahlen, kommt es offenbar immer wieder zu Fällen, in denen das Geld nicht an den Fahrer weitergeleitet wird. Für Gerbig liegt die Schuld nicht bei Lieferando, sondern bei den jeweiligen Partner-Restaurants. Viele von ihnen nutzen nur die Plattform und das Abrechnungssystem, fahren das Essen aber mit eigenen Fahrern aus. Da könne es passieren, so Gerbig, dass Lieferando das Trinkgeld ans Restaurant überweise, von wo es dann aber nicht an den Fahrer weitergeleitet werde. "Wir geben das zu 100 Prozent weiter und wir geben das auch zu 100 Prozent an die Restaurants weiter", sagt Gerbig. "Am Ende des Tages liegt es im Ermessen des Restaurants, wie es verteilt wird." Bei mehr als 20.000 Restaurantpartnern in Deutschland gebe "es natürlich immer auch Fälle, wo die Abrechnung vielleicht missverstanden wird". Bei den eigenen Fahrern sei es hingegen nicht zu Problemen gekommen, so der Lieferando-Gründer. 

Was Jörg Gerbig selbst am liebsten bestellt und wie er mit dem Mutterkonzern in den USA die Nummer Eins werden will, hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null",  direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

Capital

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