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USA Klage vom Justizministerium: Uber berechnet Rollstuhlfahrenden Extra-Geld wegen längerer Wartezeit

Uber berechnet seit 2016 eine Extra-Gebühr, wenn der Fahrer länger als zwei Minuten warten muss 
Uber berechnet seit 2016 eine Extra-Gebühr, wenn der Fahrer länger als zwei Minuten warten muss 
© Getty Images
Das US-Justizministerium verklagt den Fahrdienst Uber wegen überhöhter Gebühren für behinderte Menschen. Ihnen sollen Extra-Geld für eine verlängerte Wartezeit abgeknöpft werden. 

Das US-Justizministerium verklagt den Fahrdienst Uber wegen angeblich überhöhter Gebühren für behinderte Menschen. Demnach soll Rollstuhlfahrenden und gehbehinderten Personen Extra-Geld für eine verlängerte Wartezeit abgeknöpft werden. Britische und US-amerikanische Medien berichteten.  

Grundsätzlich erhebt Uber eine Gebühr, wenn der Fahrer länger als zwei Minuten auf seinen Gast warten muss. Das Justizministerium findet aber, dass diese Gebühren behinderte Fahrgäste diskriminieren, die mehr als zwei Minuten brauchen, um in ein Auto zu steigen. Das Unternehmen würde damit dem Americans with Disabilities Act (ADA) einhalten.

"Eine starke Botschaft senden"

Kristen Clarke, stellvertretende Generalstaatsanwältin für die Bürgerrechtsabteilung des Justizministeriums, sagte, die Klage ziele darauf ab, eine "starke Botschaft zu senden. Uber dürfe Menschen mit Behinderungen nicht bestrafen, nur weil sie mehr Zeit bräuchten, um in ein Auto zu steigen."

Uber bestreitet die Vorwürfe

Uber erklärte jedoch, dass die Gebühren eigentlich nicht für behinderte Menschen gelten sollten und dass das Unternehmen die Gebühren zurückerstattet habe. Das Unternehmen bestreitet, dass seine Politik gegen den ADA verstößt. Ein Sprecher sagte laut BBC, das Unternehmen habe bereits vor der "überraschenden und enttäuschenden" Klage Gespräche mit dem Justizministerium geführt.

Olive Pearl in einer Sexschaukel neben Gavin Thorneeycroft im Rollstuhl

Die Wartezeitgebühren seien nie für Fahrer gedacht gewesen, die an bereits an ihrem vorgesehenen Abholort sind, aber mehr Zeit bräuchten, um einzusteigen, sagte er. Uber erstatte behinderten Fahrern die Wartezeitgebühren zurück, wenn sie das Unternehmen darauf aufmerksam machten, dass diese fälschlicherweise berechnet worden seien, so der Sprecher. "Nach einer Änderung in der vergangenen Woche werden nun jedem Fahrer, der bestätigt, dass er behindert ist, die Gebühren automatisch erlassen", ergänzte er.

Behinderte Menschen klagen häufiger 

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden von behinderten Menschen, die den Fahrdienst in Anspruch nahmen. Im April 2021 wurde Uber dazu verurteilt, einer blinden Frau aus San Francisco 1,1 Millionen Dollar (umgerechnet circa 960.000 Euro) zu zahlen, nachdem ihr 14 Mal hintereinander eine Fahrt verweigert worden war. Der britische Paralympics-Medaillengewinner Jack Hunter-Spivey sagte im September 2021, dass Uber und andere Taxifahrer regelmäßig wegfuhren, wenn sie sahen, dass er im Rollstuhl saß.

Quellen:"The Times", BBC

yak

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