HOME

Gesundheit: Krankenkassen kommen ohne Zusatzbeiträge aus

Ausnahmsweise gute Nachrichten vom Gesundheitssystem: Die Krankenkassen verzichten vorerst auf Zusatzbeiträge, und der Bund kann sich ein geplantes Milliardendarlehen für den Gesundheitsfonds sparen.

Der Gesundheitsfonds kommt in diesem Jahr nach einem Zeitungsbericht wider Erwarten ohne ein Milliardendarlehen des Bundes zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkasse aus. Der Fonds habe Anfang dieser Woche lediglich ein Darlehen des Bundes in Höhe von 880 Millionen Euro erhalten, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Koalitionskreise. Mit den Beiträgen auf das Weihnachtsgeld werde er dieses Geld bereits Mitte Dezember an den Bund zurückzahlen können. Mit dem zweiten Konjunkturpaket hatte die Große Koalition dem Gesundheitsfonds einen Darlehensrahmen von bis zu vier Milliarden Euro in diesem Jahr eingeräumt. Das Geld soll bis Ende 2011 zurückgezahlt werden.

So planen die meisten Krankenkassen laut einer Umfrage des "Kölner Stadt-Anzeigers" denn auch zum 1. Januar 2010 keine Zusatzbeiträge von den Versicherten ein. Sowohl die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) als auch die Techniker Krankenkasse, die Barmer/Gmünder Ersatzkasse und die AOK Rheinland/Hamburg und Sachsen-Anhalt hätten Zusatzbeiträge zum Jahreswechsel ausgeschlossen, berichtet die Zeitung. Dies gelte auch für die meisten Betriebskrankenkassen. "Mir ist keine einzige Kasse bekannt, die für Januar Zusatzbeiträge erheben wird", sagte eine Sprecherin des BKK-Bundesverbandes demnach.

2010 drohen Zusatzbeiträge

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2010 äußerten sich die Kassen allerdings zurückhaltend. "Wir werden so lange es geht auf Zusatzbeiträge verzichten", sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland Hamburg, Wilfried Jacobs. Ende vergangener Woche hatte die Bundesregierung Steuerzuschüsse in Höhe von 3,9 Milliarden Euro angekündigt, um die krisenbedingen Mindereinnahmen im Gesundheitsfonds auszugleichen. Laut Schätzerkreis wird sich das Defizit 2010 allerdings auf insgesamt rund 7,5 Milliarden Euro belaufen. Der Fehlbetrag könnte durch Zusatzbeiträge ausgeglichen werden.

Heute wird sich die Bundesregierung bei ihrer Klausturtagung auf Schloss Meseberg in Brandenburg mit dem weiteren Kurs in der Gesundheitspolitik befassen. Union und FDP sind sich dabei uneins: Die Liberalen fordern eine Abkehr von dem Gesundheitsfonds hin zur Kopfpauschale, CDU/CSU wollen den Fonds in Teilen beibehalten und das System nicht so stark umkrempeln. Zuletzt lehnte CSU-Chef Horst Seehofer die Kopfpauschale vehement ab.

#Link;http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/krankenversicherung-vergleich-krankenkassen-vergleichen-leichtgemacht-1655421.html;Krankenkassen vergleichen# auf stern.de

DPA/AFP / DPA