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Private Krankenversicherung: Es geht auch mit weniger Prämie

Der privaten Krankenkasse den Rücken zu kehren und sich einfach eine billigere Kasse zu suchen - das ist noch Zukunftsmusik für Privatversicherte. Aber auch ohne Kassenwechsel gibt es Möglichkeiten, bares Geld zu sparen - Monat für Monat.

Auch Versicherte bei privaten Krankenkassen können Monat für Monat bares Geld sparen. Zunächst einmal ist es möglich, innerhalb der Kasse in einen gleichartigen, aber billigeren Tarif zu wechseln. Naturgemäß sind die Versicherer darüber nicht so glücklich, denn neue, günstige Tarife sollen vor allem jüngere Neukunden anlocken. Dennoch besteht das Wechselrecht.

Höherer Selbstbehalt

Eine weitere Möglichkeit ist, den Selbstbehalt zu erhöhen. Ob sich das lohnt, lässt sich einfach ausrechnen. Der halbe Beitrag (bei Selbstständigen der ganze) und 1/12 der Erhöhung des Selbstbehalts müssen zusammen einen geringeren Betrag ausmachen als der vorherige Beitrag plus gegebenenfalls 1/12 der Selbstbeteiligung.

Bei jemandem, der jetzt 300 Euro Arbeitnehmeranteil monatlich zahlt und als Angestellter einen Selbstbehalt von 600 Euro hat, ergeben sich so rechnerisch 350 Euro (300 plus 1/12 von 600). Steigt der Selbstbehalt auf 1500 Euro, während der Beitrag auf 240 Euro sinkt, hat er ein schlechtes Geschäft gemacht. Denn der rechnerische Beitrag liegt jetzt bei 365 Euro im Monat - 15 Euro mehr als zuvor.

Rechnung geht nicht immer auf

Ein gutes Geschäft wäre es nur noch dann, wenn der Selbstbehalt nicht zum Tragen kommt - aber darauf sollte niemand wetten. Deshalb gilt: genau nachrechnen. Im Beispielsfall hätte der Beitrag schon auf 220 Euro sinken müssen, damit ein kleines Plus herauskommt, auch wenn der Selbstbehalt fällig wird. Auch eine Leistungskürzung kann bares Geld sparen: So kann der Wegfall von Extras wie Einbettzimmern im Krankenhaus oder der Verzicht auf die Behandlung durch den Chefarzt den Beitrag massiv senken.

Eine letzte Option ist der Wechsel in den Standardtarif. Einen solchen Tarif müssen alle Versicherer anbieten. Er darf maximal so viel kosten wie der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung, derzeit rund 500 Euro im Monat. Der Leistungsumfang liegt in etwa bei dem der gesetzlichen Kasse. Tatsächlich zahlen viele Privatversicherte im Standardtarif nach einem Bericht der Stiftung Warentest jedoch nicht den Höchstbetrag, sondern erheblich weniger, weil die Altersrückstellungen der Versicherten im Alter wirken. Dafür sind aber auch die Leistungen massiv abgespeckt - und das, obwohl viele Versicherte gerade im Alter die Annehmlichkeiten der Privatversicherung nutzen möchten.

Ausweg Zusatzversicherung

Vor allem das Beispiel des Standardtarifs zeigt, dass in der privaten Kasse trotz mancher Vorteile nicht alles Gold ist. Wer deshalb nicht in die private Kasse wechseln kann oder will, muss dennoch die Hoffnung auf privaten Versicherungsschutz nicht gänzlich aufgeben. Denn es gibt private Krankenzusatzversicherungen, die den gesetzlichen Schutz verbessern.

Zum einen sind das Policen, die den Schutz im Krankenhaus umfassender machen. Auf Wunsch können gesetzlich Versicherte dann vom Chefarzt behandelt werden oder das Mehrbettzimmer- gegen ein Einzelzimmer tauschen. Daneben gibt es Zusatzversicherungen, die auch im Alltag den gesetzlichen Schutz veredeln. Vor allem Zahnzusatzpolicen sind sinnvoll, weil sie die geringen Zuschüsse der gesetzlichen Kassen aufstocken.

Oliver Mest/DDP / DDP
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