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Rentenversicherung: Beiträge könnten früher sinken

Das lässt Arbeitnehmer aufhorchen: Wegen der außergewöhnlich guten Konjunktur hält es die Rentenversicherung für möglich, dass der Beitrag zur Rentenversicherung bereits im Jahr 2011 auf 19,7 Prozent sinken kann. Das wäre früher als von der Regierung geplant. Für das folgende Jahr sei sogar ein noch niedrigerer Beitrag möglich.

Trotz der außerplanmäßigen Rentenerhöhung sieht die Rentenversicherung Spielraum für eine Senkung des Beitragssatzes ab 2011. Das wäre ein Jahr früher, als von der Bundesregierung geplant. Grund hierfür ist, dass die Versicherung eigenen Angaben zufolge dank der guten Konjunktur in den Jahren 2009 bis 2012 Überschüsse erwirtschaften wird.

"Der Beitragssatz könnte 2011 auf 19,7 Prozent zurückgenommen werden", sagte der Chef der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, in Münster. Für das folgende Jahr seien nach aktuellen Rechnungen des Schätzerkreise 19,2 Prozent möglich. Derzeit liegt der Satz bei 19,9 Prozent.

Ende 2011 könnte laut Gunkel erstmals die gesetzliche Obergrenze der Schwankungsreserve von 1,5 Monatsausgaben überschritten werden. Im vergangenen Jahr hatte die allgemeine Rentenversicherung unter dem Strich 1,1 Milliarden Euro auf der Habenseite verbucht. Die Schwankungsrücklage erreichte mit rund 11,5 Milliarden Euro Ende des Jahres eine Quote von 0,72 Prozent der Monatsausgaben. Schon diese Entwicklung stellte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Jahresende 2006 dar, als die Rücklage noch 0,62 Prozent der Monatsausgaben erreichte. Dies belege, dass die günstige Wirtschaftsentwicklung sich inzwischen auch auf die Finanzsituation der gesetzlichen Rentenversicherung auswirkte, sagte Gunkel.

In den ersten fünf Monaten 2008 stiegen die Einnahmen aus Pflichtbeiträgen um 4,4 Prozent. Für das Gesamtjahr sei mit einem Zuwachs von etwa vier Prozent zu rechnen. Der Überschuss dürfte in diesem Jahr mit 3,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr auf mehr als das Dreifache steigen. Auch die Schwankungsreserve werde sich mit 0,95 Monatsausgaben drastisch erhöhen.

Um die Rentner am Wirtschaftsaufschwung in Deutschland teilhaben zu lassen, hatte der Gesetzgeber kürzlich beschlossen, dass die Rentner außerplanmäßig ab 1. Juli eine Erhöhung ihrer Bezüge um 1,1 Prozent und im Wahljahr 2009 eine weitere von etwa zwei Prozent erhalten. Die Mehrausgaben dadurch belaufen sich Gunkel zufolge für die Rentenversicherung auf 0,7 Milliarden Euro in diesem Jahr, 2,1 Milliarden Euro im nächsten und auf 2,9 Milliarden Euro in den Folgejahren.

Reuters / Reuters