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Saftiges Plus: Renten könnten 2016 um bis zu fünf Prozent steigen

Es könnte die kräftigste Rentenerhöhung seit der Jahrhundertwende werden: 2016 sollen die Rentenbezüge um bis fünf Prozent steigen. Trotz dem satten Renten-Plus soll der Beitragssatz in naher Zukunft nicht erhöht werden.

Rentner auf einer Bank

Rentner können sich 2016 auf mehr Geld freuen: Die Rentenversicherung profitiert von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Die rund 20,5 Millionen Rentner in Deutschland können 2016 nach Einschätzung der Rentenversicherung mit der kräftigsten Anhebung ihrer Bezüge seit der Jahrhundertwende rechnen. "Sie dürfte in der Größenordnung von vier bis fünf Prozent liegen", sagte der Vorstandschef der Rentenkasse, Alexander Gunkel, am Mittwoch bei einem Presseseminar in Würzburg laut Redetext. Dies sei nur eine vorläufige Schätzung. Festgelegt wird die jährliche Rentenanpassung zum 1. Juli von der Bundesregierung erst im März 2016. Entscheidend dafür ist die gute Lohnentwicklung. Hinzu kommt ein Statistikeffekt, der 2015 die Rentenanhebung gedämpft hatte, 2016 aber für ein zusätzliches Plus sorgt.

Genauere Zahlen nannte Gunkel nicht. In dem am Mittwoch von der Bundesregierung gebilligten Haushaltsplan für die Rentenversicherung geht die Behörde von einer Rentenanhebung in Westdeutschland um 4,35 Prozent und im Osten um 5,03 Prozent aus. Das wäre für Rentner im Westen der stärkste Anstieg seit 1993 und für Ost-Rentner seit 1997. Diese Zahlen basieren jedoch auf Berechnungen des Schätzerkreises aus Rentenversicherung und Arbeitsministerium vom Juli, die inzwischen überholt sind.

Trotz einer Ende 2015 erwarteten Rücklage in Höhe von 33,7 Milliarden Euro soll der Beitragssatz 2016 unverändert bei 18,7 Prozent des Lohns und bis 2020 einschließlich stabil bleiben. Dies wird aber erst nach Abschluss der Steuerschätzung in der kommenden Woche festgelegt. Die Rentenversicherung profitiert von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, da durch den Anstieg der Beschäftigung mehr Beiträge eingenommen werden. Dennoch wird sie nach derzeitigen Berechnungen dieses Jahr und auch die kommenden Jahre als Folge der ausgeweiteten Mütterrente und der Rente mit 63 mehr ausgeben als einnehmen. Im laufenden Jahr rechnet sie mit einem Fehlbetrag von 1,9 Milliarden Euro.

amt / Reuters