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Visionen: Das neue, schnelle Dortmund

Kohle, Stahl und Bier, das war einmal - nun locken IT, Mikrotechnik und Logistik. Dortmund, auf der Suche nach Perspektiven jenseits der Montanindustrie, liebäugelt mit der 'New Economy'.

Wer mit Pascal Ledune durch Dortmund fährt, braucht Fantasie. Der Sprecher des 'dortmund-project' zeigt auf eine schlammige Brache voll rostiger Rohre und spricht von einem "See, größer als die Hamburger Binnenalster". Er zeigt auf eine abbruchreife Gasgebläsehalle und sagt "Software-Factory". Und wo sich Birken aus dem verseuchten Boden quälen, sollen künftig Sonntagsausflügler flanieren und Yachten anlegen.

Es sind große Visionen wie diese, die viele Dortmunder skeptisch machen. Und doch sind es mehr als Visionen. Mit der in Deutschland einzigartigen Initiative dortmund-project wollen Stadt, Wirtschaft und Wissenschaft den Strukturwandel beflügeln - und bis 2010 rund 70.000 Arbeitsplätze schaffen. Schließlich steht Dortmund mit einer Arbeitslosenquote von 14 Prozent auch im Vergleich mit anderen Revierstädten nicht besonders gut da.

Auch hier bremst die Konjunkturflaute

Drei Jahre nach dem Start ist das dortmund-project seinem Ziel um ein Zehntel näher gerückt: Rund 7000 Arbeitsplätze sollen bereits entstanden sein. Weniger als erwartet - aber das sei nur eine der Konjunkturflaute geschuldete zeitliche Verzögerung, sagt Pascal Ledune. Zweifel am Erfolg des Unternehmens hat er ebenso wenig wie sein Chef, Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD), der jährlich 7 Millionen Euro aus der Stadtkasse überweist.

"Dortmund wird von der Montanstadt zu einem Zentrum der New Economy", hatte Dortmunds Stadtoberhaupt im Börsen-Boom-Jahr 2000 optimistisch angekündigt. Das Wort 'New Economy' mag heute niemand mehr in den Mund nehmen. Langemeyer spricht lieber vom "neuen, schnellen Dortmund". Trotz Wirtschaftskrise - an den ehrgeizigen Zielen hat sich nichts geändert. Von den 80.000 Arbeitsplätzen, die in der Montanindustrie weggebrochen sind, sollen 70.000 wieder her.

Kohle, Stahl und Bier, das war einmal

"Als im April 2001 zum letzten Mal Stahl in Dortmund gekocht wurde, war das ein ganz normaler Tag, ohne Demonstrationen und schwarzen Fahnen auf der B 1", sagt Langemeyer. Der neue Dreiklang geht den Dortmundern noch nicht so schnell über die Lippen: "Informationstechnologie, Mikrotechnik, Logistik" heißt es heute.

Die drei Branchen, das hatte die Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag der Stadt und mit dem Geld des ehemals größten Arbeitgebers ThyssenKrupp herausgefunden, bieten Zukunftspotenzial. Mit 6200 Studierenden sei Dortmund der größte deutsche Informatikstandort. Rund 11.800 Beschäftigte arbeiteten bereits in der IT-Branche.

Mikrotechnik eine der letzten Boom-Branchen

Sogar noch hoffnungsvoller stimme die Mikrotechnik: Acht Prozent aller in Europa Beschäftigten arbeiteten bereits in Dortmund. "Die Miniaturisierung von Prozessen ist eine der letzten Boom-Branchen", sagt Ledune, auch wenn die Gesamtzahlen noch nicht viel hermachten: Rund 20 Unternehmen der Mikrotechnik beschäftigen in Dortmund knapp 2000 Mitarbeiter. In der Logistik dagegen sind es schon 13.400 Menschen in 630 Unternehmen.

Viele kleine, flexible Unternehmen anlocken und fördern - so lautet der Plan. Weltweit akquirieren die rund 20 Mitarbeiter des dortmund-projects. Dabei können die meisten Dortmunder mit dem dortmund-project nicht viel anfangen. Erst ein Drittel der Bevölkerung kennt die Initiative, ergab eine Studie.

Kritik: Zu viele gigantische Visionen

Nicht nur deshalb müssen Symbole her - prestigeträchtige Projekte, an deren Realisierung so mancher zweifelt. "Dortmund orientiert sich zu sehr an großen, gigantischen Visionen statt an mittleren, machbaren Projekten", kritisierte jüngst Walter Derwald, Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Westfalen. So verzögert sich beispielsweise die Bahnhofserneuerung seit vielen Jahren.

Und obwohl eine Machbarkeitsstudie grünes Licht gab, glauben viele Dortmunder auch noch nicht an den 37-Hektar-See unterm Hochofen. Bürgermeister Langemeyer ficht das nicht an. "Der Bahnhof wird zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stehen", verkündet er. Und an den Phoenix-See glaubt er sogar noch fester als an die 70.000 Arbeitsplätze.

Katrin Pinetzki / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(