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Günstige Sieger Ab 22 Cent pro Tag: Discounter-Katzenfutter schlägt bei Warentest die Edel-Fresschen

Die Katze gehört für viele Menschen zur Familie - und wird entsprechend umsorgt
Die Katze gehört für viele Menschen zur Familie - und wird entsprechend umsorgt
© filadendron / Getty Images
Dem geliebten Vierbeiner wollen viele Menschen nur das Beste gönnen - und zahlen viel Geld für teures Futter. Aber ist das wirklich besser? Nein, sagt Stiftung Warentest. Unter den sechs "sehr guten" Nassfuttern ist nur eines keine Eigenmarke.

Gesundes Fell, eine schlanke Linie und beste Laune: Glaubt man der Werbung, dürften Katzen nur mit Edelfutter hübsch, gesund und glücklich sein. Doch das stimmt so nicht ganz, zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest. Dort hat man aktuell 30 Nassfutter geprüft. Und es standen - wieder einmal - die Eigenmarken der großen Handelsketten an der Spitze.

Der Schwerpunkt des Tests war die ernährungsphysiologische Qualität des Futters, also die Frage, ob die Vierbeiner im richtigen Maße mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Dabei wurde auch Überfütterung mit bestimmten Mineralien bedacht: Zuviel Phosphor oder Natrium gab genauso Abzüge, wie eine Unterversorgung mit Nährstoffen. Als weitere Kriterien nahm Warentest die Fütterungsanweisungen, eventuelle Schadstoffe, die Benutzerfreundlichkeit der Packung sowie die Werbeaussagen zur Hand. Bei den Schadstoffen gab es erfreuliche Nachrichten: Kein getestetes Futter wies bedenkliche Mengen auf.

Eigenmarken ganz vorne

Das Ergebnis lässt - mal wieder - die zahlreichen Eigenmarken als Sieger hervortreten. Die allermeisten Supermarkt- und Drogerie-Marken schneiden bei der Nahrungs-Qualität "sehr gut" ab. Das beste Futter stammt von Kaufland. Es sei ausgewogen, die Fütterungsanweisungen tadellos, nur die Werbeaussagen sind etwas vollmundig. Beim Preis von 50 Cent pro Tagesration ist sogar die Gesamtnote "sehr gut" (1,3). Ein starkes Ergebnis.

Noch beeindruckender ist allerdings das Abschneiden der beiden günstigsten Sorten im Test: Die Lidl-Marke Coshida (22 Cent pro Tagesdosis) und Rewe Ja (23 Cent) liegen mit einer Gesamtwertung "sehr gut" (1,5) nur knapp hinter dem Testsieger. Und gleichauf mit dem einzigen Markenprodukt unter den in der Gesamtnote "sehr guten" Futtern: Das mit 55 Cent pro Tagesportion immer noch eher günstige Kitekat ist unter den sechs besten Sorten trotzdem die teuerste.

Teuer ist nicht gut

Der Preis ist als Qualitätshinweis ohnehin nicht geeignet: Die beiden teuersten Marken, die Futter von Green Petfood Faircat (3,57 Euro am Tag) und Nutro Feed Clean (3 Euro am Tag), schneiden "befriedigend" ab. Beiden wird ausgerechnet die Deklaration zum Verhängnis: Faircat werde aus "fairem" Fleisch aus artgerechter Haltung hergestellt, heißt es auf der Packung - ohne dann zu erklären, was genau das bedeutet. Das Nutro Feed dagegen wirbt laut Warentest mit besonders viel Eiweiß aus Lachs, enthält dann aber nicht mehr von dem Nährstoff als die Konkurrenzprodukte. 

Die Verpackung taugt nicht als Entscheidungshilfe: Unter den Top-Produkten waren Futter aus klassischen Dosen, aus Aluminiumschalen sowie aus Plastik-Pouches. 

Über die Qualität des Fleisches an sich sagen die Noten übrigens nichts aus. Dass die meisten Futter aus Schlachtabfällen gewonnen werden, bewertet Warentest sogar eher positiv. Katzen bräuchten ohnehin wenig Muskelfleisch, sie seien mit als Abfälle bewerteten, hierzulande eher verpönten Tier-Teilen wie Innereien bestens bedient. Der Katze dann Steak in die Schüssel zu werfen, wäre also Unsinn. Und würde nur zu mehr geschlachteten Tieren führen, merken die Tester an.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr bei test.de

mma

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