stern Classic Ein guter Tod: Warum es dem Tierwohl dient, ein Rind auf der Weide zu erschießen

Ein guter Tod
Bauer Nils Müller erschießt das Tier, das als erstes zu ihm schaut. Heute trifft es ­Carmen. Auf dem Hof wartet ein Schlachter
© Carolin Windel
Ein Rind direkt auf der Wiese zu töten, klingt grausam. Ist aber für das Tier besser als es zum Schlachthof zu transportieren. Ein Besuch bei einem etwas anderen Bauern.
Von Norbert Höfler

Morgen früh wird er töten. Es soll gut werden. Dafür übt er jetzt. Er wird mit Kaliber 22, Magnum, schießen. Das hat die beste Wirkung. Die Kugel wird den großen, mächtigen Schädelknochen des Rindes durchschlagen und dann im Gehirn stecken bleiben. Kein Wiederaustritt. Von einem Hochsitz aus neben der Weide testet er das Zielfernrohr, den roten Punkt setzt er bei einem Tier mitten auf die Stirn. "Bum! Und tot bist du", sagt er leise. Er wiederholt die Übung noch einmal. Anlegen, auf den richtigen Moment warten, ausatmen – klick. Er will jedem Tier den perfekten Tod bringen.


Mehr zum Thema