Gedenkstätte
Buchenwald-Verbände lehnen "Kufiyas"-Kampagne ab

In das KZ Buchenwald bei Weimar und seine Außenlager hatten die Nationalsozialisten seit dem Sommer 1937 etwa 280.000 Menschen v
In das KZ Buchenwald bei Weimar und seine Außenlager hatten die Nationalsozialisten seit dem Sommer 1937 etwa 280.000 Menschen verschleppt, darunter viele Zehntausend Jüdinnen und Juden. (Archivbild) Foto
© Bodo Schackow/dpa
Zwei Buchenwald-Verbände wenden sich klar gegen die Kampagne "Kufiyas in Buchenwald" und weisen deren Vorwürfe gegen die Gedenkstätte zurück.

Zwei Zusammenschlüsse von ehemaligen Häftlingen und Angehörigen des KZ Buchenwald haben sich deutlich gegen die Kampagne "Kufiyas in Buchenwald" ausgesprochen. Die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, sie lehnten die Initiative ab, die für April zu Protesten rund um das Gedenkwochenende zur Befreiung des Konzentrationslagers aufgerufen hat.

Vorwürfe gegen Gedenkstätte zurückgewiesen

Die überwiegend aus Nachkommen politischer Häftlinge bestehenden Organisationen wiesen zentrale Vorwürfe der Kampagne gegen die Gedenkstätte zurück. Die im Kampagnen-Statement erhobenen Anschuldigungen wie "Geschichtsrevisionismus und Genozidleugnung" entsprächen nicht den Tatsachen. Die Gedenkstätte verbreite weder "israelische Propaganda" noch "liefert sie Munition für den andauernden Genozid in Palästina", heißt es in der Stellungnahme.

Zugleich betonen die Verbände, dass es kein pauschales Verbot palästinensischer Symbole gebe. Eine von der Kampagne kritisierte interne Handreichung sei bereits im Sommer 2025 zurückgezogen worden.

Grenze zum Antisemitismus

Die Initiatoren der Kampagne würden zudem die historische Dimension der NS-Verbrechen verkennen. Der Mord an sechs Millionen Juden durch den deutschen Faschismus stelle "einen einzigartigen Kulturbruch in der Menschheitsgeschichte" dar.

Kritik am Vorgehen Israels im Gazastreifen sei legitim, betonen die Verbände. Die Grenze zum Antisemitismus sei jedoch überschritten, wenn das Existenzrecht Israels infrage gestellt werde.

dpa