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7. Oktober 2007, 08:39 Uhr

Daddeln nach Gehör

Nicht nur die edle Grafik und gute Story, auch der Sound eines Computerspiels sorgen dafür, dass der Spieler ins Geschehen hineingezogen wird. Surround-Sound ist inzwischen Standard, benötigt aber dennoch eine Hardware-Entscheidung des Nutzers.

Für Surroundsound braucht man auch das richtige Lautsprecherset. Das kann, muss aber nicht das Edelmodell Z-5500 von Logitech sein© Logitech

Sand und kleine Steine prasseln auf die Windschutzscheibe. Gleich zwei Fahrer setzen auf der Offroad-Piste zum Überholen an, wie das sich nähernde Dröhnen ihrer Motoren verrät: PC-Spiele lassen den Gamer regelrecht eintauchen in ihre virtuelle Welt.

Die Simulationen werden immer realistischer - das gilt auch für den Sound. "Es ist wie bei Filmen mit 5.1-Sound, wenn man zum Beispiel ein Flugzeug über sich wegfliegen hört. Den Unterschied zu Stereo merkt man sofort", erklärt Daniel Visarius von der Zeitschrift "Gamestar". Sound wird damit vom atmosphärischen Beiwerk zum wichtigen Spielelement. Spielen nach Gehör funktioniert jedoch nur mit der richtigen Hardware.

Onboard-Chips haben Grenzen

Da die auf dem Motherboard installierten Soundchips zum Teil sogar Raumklang für Surround-Lautsprechersysteme liefern, verzichten viele PC-Nutzer auf eine separate Soundkarte. "Im PC-Bereich muss man aber unterscheiden zwischen dem Abspielen von 5.1-Sound fürs Heimkino und dem 3D-Sound in Spielen", erläutert Visarius. Damit der Sound jederzeit zum Spielgeschehen passt, etwa zu den Bewegungen der Mitspieler, errechnet die Soundkarte in Echtzeit die räumliche Verteilung der Geräuschquellen.

Ohne zusätzliche Hardware müsse die CPU die Rechenlast tragen, sagt Peter Röbke-Doerr von der Computerzeitschrift "c't". Für "ernsthafte Zocker" sei eine Soundkarte daher "ein Muss". Ob 3D-Sound gespielt werden kann, hängt auch von bestimmten Standards ab: EAX zum Beispiel bietet Spieldesignern die Möglichkeit, den Klang verschiedener Umgebungen und Materialien zu simulieren. EAX läuft in seiner neuesten Version 5.0 ausschließlich auf Soundkarten von Creative - das Unternehmen hat EAX entwickelt. Andere Anbieter wie Asus oder Terratec dürfen nur die Version 2.0 aus dem Jahr 2000 verwenden.

Änderungen unter Vista

Auch das Spiel sowie das Betriebssystem müssen den EAX-Standard unterstützen. Anders als bei Windows XP ist das unter Vista keine Selbstverständlichkeit mehr. Um die Hardwarebeschleunigung der Soundkarte und damit die EAX-Audioeffekte zu nutzen, benötigt Windows eine Softwareschnittstelle. Diese war bislang als DirectSound3D in DirectX implementiert - bis zur Version 9.0c für Windows XP. Diese Soundlösung ist nun in DirectX 10 für Vista nicht mehr enthalten. "Die alte Soundschnittstelle war nicht mehr zeitgemäß", heißt es dazu von Microsoft Deutschland in München.

Dafür ist es laut Microsoft nun möglich, Surroundsound von der CPU berechnen zu lassen. Davon profitierten vor allem Onboard-Lösungen. Wer EAX-Effekte will, muss sich anders behelfen: zum Beispiel mit der unter www.openal.org kostenlos erhältlichen Programmierschnittstelle OpenAL, die 3D-Effekte für einige Spiele bietet. Die meisten Spiele basieren jedoch noch auf DirectSound. Abhilfe soll das Programm ALchemy von Creative schaffen. Das Werkzeug ist aber nur für X-Fi-Karten und - als kostenpflichtiger Download - auch für die Audigy-Serie erhältlich. Dennoch raten die Experten "ernsthaften" Spielern zu einem separaten Soundchip. "Die Grafik wird teuer optimiert, warum nicht auch der Sound", so Visarius.

Sascha Reimann/DPA
 
 
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