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22. April 2010, 12:40 Uhr

Apple spielt seine Macht aus

Adobe gibt sich im Kampf gegen Apple geschlagen: Der US-Softwarekonzern will kein Geld mehr investieren, um Flash für das iPhone tauglich zu machen. Experten halten das für gefährlich. Von Thomas Wendel und Martin Ottomeier

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Apple-Chef Steve Jobs blieb hart und Adobe gibt nach: Auf den mobilen iProdukten wird es kein Flash geben© Justin Sullivan/Getty Images

Der US-Softwarekonzern Adobe Systems gibt gegenüber Apple klein bei. Das Unternehmen werde nicht mehr weiter Geld investieren, um die populäre hauseigene Multimedia-Software Flash für das iPhone tauglich zu machen, kündigte Adobe-Manager Mike Chambers jetzt in seinem Webblog an. Entwickler, die auf Grundlage von Flash Software für das Apple-Handy geschrieben haben, "sollten darauf vorbereitet sein, dass Apple ihre Inhalte und Programme aus dem iTunes Store entfernt", erklärte Chambers.

Adobe zieht sich damit von einem der erfolgreichsten Geräte für den mobilen Internetzugang zurück. Die in der Nacht zu Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen Apples unterstrichen, dass das iPhone weiter reißenden Absatz findet: Allein 8,75 Millionen der Geräte fanden im abgelaufenen Vierteljahr einen Käufer - mehr als im Weihnachtsquartal. Die Verbreitung des Geräts nutzt Apple, um Softwarestandards für den mobilen Webzugang zu setzen.

Das hat zu einem Machtkampf zwischen Apple-Chef Steve Jobs und dem ebenfalls im Silicon Valley ansässigen Softwarekonzern Adobe geführt. Jobs stichelt gegen Flash, eine Multimedia-Software, auf deren Basis laut Adobe 75 Prozent aller Videos im Web laufen und die auf Millionen von Internetseiten im Einsatz ist.

Jobs bezeichnete Flash als durchsetzt mit "Sicherheitslöchern". Zudem führe die Software zu einem hohen Energieverbrauch, der für das iPhone nicht akzeptabel sei. Apple werde deshalb auch künftig Flash nicht in seinen Mobiltelefonen erlauben, erklärte Jobs mehrmals. Dies gelte auch für den neuen Tablet-PC iPad, der seit April in den USA verkauft wird. Apple setzt dagegen auf die schon teils einsatzfertige neue Webtechnologie HTML5.

iPhone-Besitzer sehen deshalb nur eine Art Legobaustein auf ihrem Display, sobald sie eine Flashseite im Internet aufrufen. Nur über den Umweg von iPhone-Programmen, sogenannten Apps, kommt Flash noch ins Apple-Handy: Programmierer nutzen die Software, um damit schnell zum Beispiel Spiele für das iPhone zu entwickeln. Gut 100 dieser Programme sind derzeit in Apples iTunes Store herunterladbar - wohl nicht mehr lange: Denn Apple hatte zuletzt die Bedingungen für Entwickler verschärft. Sie dürfen unter anderem für ihre Programme nicht mehr Flash benutzen. Zahlreiche weitere Einschränkungen führten zu einem Aufschrei der Entwickler. Viele Software-Experten sehen sich kujoniert. Sie werfen Apple vor, bestimmen zu wollen, welche Inhalte und Programme auf einem Endgerät installiert und gezeigt werden dürfen. Die Apple-Führung habe entschieden, "ihr System geschlossen und proprietär zu halten. Darum unterstützen sie nicht Flash", sagte Adobe-Chef Shantanu Narayen kürzlich.

Gefunden in ... ... der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland"

Seite 1: Apple spielt seine Macht aus
Seite 2: Adobe keilt zurück
 
 
KOMMENTARE (10 von 35)
 
nichtsfuerungut (23.04.2010, 03:58 Uhr)
@PropagandaTim
Nachdem sich hier offensichtlich nur "Profis" austauschen und teilweise missachten koennen, bitte ich sie, nachdem ich auch nur ein Flash - bzw. Swish Baby bin, ein paar Tips zu geben. Sie sprechen von: "andere gibt es bessere Alternativen." Ich waere ihnen dankbar, von den Neuigkeiten zu erfahren, von denen bei mir der Zug vorbei gegangen ist...-
Danke im voraus.
PropagandaTim (22.04.2010, 20:02 Uhr)
Flash war gestern
und das weiß der Herr Jobs, daher ist er auf Flash nicht angewiesen. Wenn dann noch Sicherheits- und Qualitätsmängel bestehen...

Andere Mobile Device Hersteller wie Samsung setzen ja ihr gesamtes Betriebssystem auf Flash und die Perfomance ist selbst mit der besten Hardware (nVidia Tegra etc) sehr sehr bescheiden.

Das einzige wozu man Flash wirklich braucht ist Online-Werbung. Für alles(!) andere gibt es bessere Alternativen.

Also worüber streitet ihr euch? Um einen alten "Standard" der für nichts zu gebrauchen ist außer Perfomance zu fressen?
stasicom (22.04.2010, 18:45 Uhr)
@sakura
ja, das wird noch drastischer werden.
Ich denke, das Qualität i. d. S. sowieso nicht mehr lange umsonst zu konsumieren sein wird.

Das gilt für mediale Inhalte, ebenso wie für (Software-) Usability oder Sicherheit im Netz...

Übrigens war und ist Open Source auch nur ein Vehikel zur (Entwicklungs-) Kostenersparnis.

Wer sich da schon bedient hat...
Ja, auch Apple.
bernie-abg (22.04.2010, 18:40 Uhr)
Ich will und brauche...
...Flexibilität, darum verzichte ich auf die iTunes-Store Fernbedienungen vom Apfel.
Sakura (22.04.2010, 18:31 Uhr)
Wer stehenbleibt hat verloren.....
..... und so kommt dann bald auch ein neues IPhone raus, was dann evt wieder besser als die neuen smartphones von heute... und so schraubt sich das ewig weiter. Außerdem denke ich, dass der Weg für Microsoft nicht erst mit Windows begann, sondern bereits mit den DOS Versionen gut etabliert war. Die ersten Windows Versionen (vor 3) waren da eher Versuche als ernstgemeinte "OS Aufsätze".
Und wie man damals bei den Videorecordern sehen durfte, gewinnt nicht immer nur die reine "Qualität".
tk69 (22.04.2010, 17:57 Uhr)
Ist denn Apple die einzige Firma, die alte Zöpfe rechtzeitig abschneiden kann?

Flash war mal revolutionär, damals, wo es noch von Macromedia kam. Aber aus heutiger Sicht ist es nicht mehr zeitgemäß.

Auch wenn Silverlight von MS ähnlich fungiert, es lege das in die gleiche Schublade.

bluesshoe (22.04.2010, 17:40 Uhr)
@RichIII Das hatte ich im Editor geschrieben, nicht in Word... deswegen wunderte ich mich.
stasicom (22.04.2010, 17:37 Uhr)
@bluesshoe
Puh, Absätze wären nett ;-)
h_stummer (22.04.2010, 17:34 Uhr)
Abwarten und Teetrinken
Ich bin zwar auch kein großer Freund von Flash, aber ich weiß nicht ob dieser Schritt für Apple gefährlich werden könnte.
Erstaunlicher Weise hört man in den Medien noch recht wenig von Android-Smartphones (Google). Dabei explodiert deren Marktanteil regelrecht: Laut comScore (UAS) in den letzten 3 Monaten von 3,8% auf 9,0% .. Apple fiel von 25,5% auf 25,4%. Und die aktuellen Android-Smartphones stellen mit ihren Leistungswerten das iPhone mittlerweile locker in den Schatten.
Wenn ab Sommer/Herbst Flash auf Android verfügbar ist, dürfte es wohl noch mehr Leute von Apple abziehen.
Vom Prinzip vertraue ich immer eher offenen Systemen. Und als Anekdote: Apple erfand auch die PC-Maus und grafisches OS ... und nach ein paar Jahren kam Windows ....
RichIII (22.04.2010, 17:29 Uhr)
@ bluesshoe
Das passiert wenn man längere Texte zuerst in Word verfasst. Am besten den Text von Word in den Editor reinkopieren und dann posten. Sollte funktionieren.
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