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23. November 2008, 05:08 Uhr

Kunst, Krempel und Krawall

Ein Kunstraub, nach dem kein Bild fehlt. Ein plötzlich verstorbener russischer Professor. Geheimbünde und Verschwörungen. Das ist der Stoff, aus dem das Point&Click-Adventure "Memento Mori" gemacht ist - ein Highlight dieses Jahres.

Max Durand trifft auf einen merkwürdigen Geheimorden© DTP

Kunstfälschung ist kein Kavaliersdelikt. Das muss Max Durand am eigenen Leib erfahren, als er von der ehrgeizigen Interpol-Mitarbeiterin Lara Svetlova verhaftet wird. Nur ein Deal bewahrt ihn vor dem Gefängnis - doch fortan ist er als "Mann für alle Fälle" dem Polizeioberst Ostankovic völlig ausgeliefert. Letzterer muss nur mit dem Finger schnippen, dann lässt Durand auch schon widerwillig seine hoffnungsvolle Karriere sausen und reist in geheimer Mission nach St. Petersburg. Er hat keine andere Wahl. Was harmlos als nächtlicher Rundgang in den Kunstsammlungen der Eremitage beginnt, wird schon bald ein Spiel auf Leben und Tod. Die Gegner sind mächtig: Die geheime Bruderschaft "Ikuinen nukkuja", die "Ewigen Schläfer", setzt alles daran, bestimmte Gemälde verschwinden zu lassen - und scheut dabei auch vor Mord nicht zurück.

"Memento Mori" verbindet reale Schauplätze wie Lyon oder St. Petersburg mit einer überaus spannenden Handlung, die ihre Kraft aus mystischen Elementen und der Jagd nach dunklen Mächten bezieht. Die Geschichte entwickelt sich von Anfang an ohne störende Brüche und nimmt spätestens mit Durands Erkundung der Eremitage massiv Fahrt auf. Der Spieler erlebt das Geschehen dabei nicht linear, sondern abwechselnd aus Laras und Max' Perspektive - was dem Ganzen noch zusätzliche Dynamik verleiht.

Sinnvolle Rätsel

Die Puzzles entwickeln sich direkt aus der Handlung und wirken nie aufgesetzt - manchmal sind sie sogar herrlich nah am realen Leben, wenn Max beispielsweise hinter den dicken Wänden des russischen Kunsttempels erst mal ans Fenster treten muss, um einen Netzempfang fürs Telefonieren zu bekommen. Zuweilen gilt es, Maschinen erst von allen Seiten in Augenschein zu nehmen, um deren Funktionsweise zu durchschauen. Ein aufmerksames Ohr bei den vielen Dialogen und ein regelmäßiger E-Mail-Check am Bürocomputer wirken ebenfalls manchmal Wunder. Oft müssen im überschaubaren Inventar Gegenstände miteinander kombiniert werden, um ein Puzzle lösen zu können - in der Regel unter Einsatz des gesunden Menschenverstands.

Insgesamt setzt "Memento Mori" bei den Rätseln auf traditionelle Adventure-Kost, bettet diese aber dramaturgisch äußerst geschickt ins Geschehen ein. An mehreren Stellen der Handlung kann sich der Spieler zwischen unterschiedlichen Lösungen entscheiden - je nach Spielverlauf erlebt er eines von acht unterschiedlichen Enden. Die besonderen Stärken von "Memento Mori" liegen in der meisterhaft ausgearbeiteten Story, den lebendigen Dialogen und der ungeheuer dichten Atmosphäre. Sämtliche Locations erstrahlen in stimmungsvoll ausgeleuchteter 3-D-Optik inklusive raffinierter Spiegeleffekte und ungewöhnlicher Kameraperspektiven. Rundum passend ist auch die musikalische Untermalung mit melancholischen Klavierstücken, die sich mal ein bisschen bei Chopin und mal bei Schubert bedienen.

Zweifellos gehört "Memento Mori" dank seiner packenden Inszenierung zu den Adventure-Highlights dieses Jahres. Wer wieder einmal Lust hat, über einer spannenden Geschichte den trüben Alltag zu vergessen, sollte sich diesen mystischen Kunst-Krimi nicht entgehen lassen.

Memento Mori - Die Spur des Todesengels
Hersteller/Vertrieb Centauri/dtp
Genre Adventure
Plattform PC
Preis ca. 40 Euro
Altersfreigabe ab 12 Jahren
Herbert Aichinger/Teleschau
 
 
 
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