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12. August 2008, 07:43 Uhr

Bis zu 17.000 Kontodaten ausspioniert

Datenmissbrauch in Deutschland: Tarnfirmen sollen bis zu 17.000 Bankdaten ausspioniert und missbraucht haben. Kontonummern wie auch Namen, Adressen und Geburtstage sollen auf CDs verkauft worden sein. Datenschützer raten allen Bundesbürgern, ihre Kontoauszüge zu überprüfen.

Auf CDs sind Daten von Verbrauchern verkauft worden© Picture-Alliance

In Deutschland bahnt sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung ein neuer Skandal um den Missbrauch von Bankdaten tausender Verbraucher an. Wie die Zeitung unter Berufung auf die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) berichtet, sind CDs mit den Namen, Geburtstagen, Adressen, Telefonnummern und Kontonummern von insgesamt rund 17.000 Bundesbürgern aufgetaucht. Die Daten wurden von einer Firma in Nordrhein-Westfalen an andere Unternehmen verkauft. Sie könnten laut VZSH in Zusammenhang mit einer Reihe von Betrugsfällen in den vergangenen Tagen stehen.

Danach haben unter anderem als Lottogesellschaften getarnte Firmen über Callcenter tausende Verbraucher angerufen und in mehreren Fällen ohne Einzugserlaubnis Geld von deren Bankkonten abgebucht. In allen Fällen hätten die Verbraucher zuvor ausdrücklich erklärt, keine Leistungen in Anspruch nehmen zu wollen, sagte VZSH-Sprecher Thomas Hagen. Dennoch seien Beträge von rund 50 Euro monatlich abgebucht worden. Hagen warnte vor weiteren Missbrauchsfällen und rief die Bundesbürger auf, ihre Kontoauszüge genau zu prüfen.

Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, sprach in der "Bild"-Zeitung von einem "Riesen-Skandal". Der Verkauf von Datensätzen, auf denen sowohl Namen als auch Kontendaten gespeichert seien, habe "eine völlig neue Qualität". Wie die Zeitung weiter schreibt, hat die ULD die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Beamten der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach seien als zuständige Behörde über den Fall informiert worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
Watschdog39 (13.08.2008, 06:22 Uhr)
weltweit
größte Datenbank mit sensiblen Daten ist EBAY und CO.
Name, Adresse und Bankkonto, Kaufgewohnheiten, Zahlungsmoral und im Forum auch noch der IQ.
Was will man mehr, diese Daten machen glücklich. Wer sie hat !!! *g*
Leseratte79 (12.08.2008, 23:35 Uhr)
Lastschriftverfahren
also kann ich mir die Unterschrift unter dem Lastschriftverfahren sparen, da eh jeder Schwachkopf etwas von meinem Konto abbuchen kann? Wofür unterschreib ich dann den Rotz??!! Dann buch ist jetzt mal schnell bei Exfreund XY der mich mal geärdert hat 1000€ Schmrzensgeld ab?? Supersache, echt.
Bruschetta (12.08.2008, 19:46 Uhr)
Quatsch...
...das ist ein insgesamt nützliches Verfahren, bei dem in erster Linie die Banken haften. Ich habe z.B. persönlich keinen Bock, jeden Monat ca. 30 Einzelüberweisungen mit sich ständig ändernden Beträgen (z.B. Telekom, DSL Provider, Kreditkartenumsätze usw.) einzeln + manuell auszufüllen.
Beschiss gibt es überall da, wo Geld fliesst. Soll ich deshalb generell den Einzelhandel, das Gesundheitswesen, die Tourismusbranche, das Versicherungsgewerbe usw. als kriminell ansehen? Jedes System ist irgendwann anfällig und muss laufend aktualisiert und verbessert werden.
Benkku (12.08.2008, 18:11 Uhr)
Mit dem Komma geht das übrigens auch.
"... Stadtwerke, die KFZ-Steuerstelle, deine Krankenversicherung usw. benötigen weder Zugangscodes, Passwörter noch TAN-Geheimnummern um regelmäßig ihr Geld bei deiner Bank einzuziehen."
Da liegt doch der Hase im Pfeffer. Im Umkehrschluß arbeiten die Banken also Hand in Hand mit kriminellen Elementen. Solche desolaten Zustände etwas gibt es erst seitdem mittels überstürzter Vollautomatisierung die Gewinne maximiert wurden. Ich glaube auch, daß sich die Banken nicht mehr sicher fühlen können vor den eigenen Mitarbeitern.
Bruschetta (12.08.2008, 16:59 Uhr)
@Benkku
Du verwechselst Überweisung mit Lastschrifteinzug: deine Stadtwerke, die KFZ-Steuerstelle, deine Krankenversicherung usw. benötigen weder Zugangscodes, Passwörter noch TAN-Geheimnummern um regelmäßig ihr Geld bei deiner Bank einzuziehen. Dafür hast du ihnen eine Berechtigung erteilt. Um bei diesem automatisierten Ablauf Mißbrauch zu unterbinden hast du ja die Möglichkeit innerhalb 6 Wochen kommentarlos jeden Betrag postwendend wieder zurückbuchen zu lassen, wenn du glaubst er ist unberechtigt eingezogen worden. Dann muss die Gegenseite rechtlich aktiv werden. Dieses System kann natürlich auch mißbraucht werden, wenn jemand die entsprechenden Datensätze hat und vorgibt, eine Berechtigung zum Einzug zu haben. Die beteiligten Banken haften aber vollständig, sollte jemand sich mit dem so ergaunerten Geld absetzen.
Benkku (12.08.2008, 16:18 Uhr)
Hab' ich das richtig verstanden?
Mit "Kontonummern wie auch Namen, Adressen und Geburtstagen" kann ich irgendwo Geld abheben. Was mögen das für unsichere Banken sein, denen diese Angaben ausreichen, um damit Abbuchungen vorzunehmen. Bei meiner Bank wird immerhin eine Kennzahl verlangt, hinzu kommt eine Liste mit etlichen verschiedenen Geheimziffern, von denen nur die jeweils nächste nach jedem Eingang gilt, um einen Zahlungsvorgang über's Internet abzuwickeln.
*
Für diese ominöse DPA-Aufklärung kann ich mir nichts kaufen. Ist die Sauregurkenzeit im Spiel? Von Ihrer Redaktion wäre es besser, solche Räuberpistolen postwendend an die DPA zurückzusenden, ehe sie den Leser damit verwirren. Anstatt nur die Bundesbürger aufzurufen, ihre Kontoauszüge genau zu prüfen, hätten die besser gleich sämtliche Banken bekannt gegeben, die aufgrund von Kontonummern wie auch Namen, Adressen und Geburtstagen leichtfertig an kriminelle Elemente Geld zahlen.
JoJo1509 (12.08.2008, 15:18 Uhr)
Und dann?
Was mache ich denn nun, wenn die wirklich an mein Konto gehen? Bis meine Bank versucht hat, das zurück zu buchen, sind die Jungs doch längst über alle Berge!
Naja, aber wenigstens rufen sie ja vorher noch an - ist doch nett ;-)
520i (12.08.2008, 10:30 Uhr)
@manndernichtdaist
Ich glaube, die Höchstrafe für Datenschutzvergehen liegt bei 100.000€
Kein Problem für die ganzen Konzerne. Selbst die Schwarzgeld-Kaffeekassen sind praller gefüllt...
manndernichtdaist (12.08.2008, 10:13 Uhr)
strafe?
welche strafe dürfen die verantwortlichen erwarten? strick? lynchjustiz? kopfschuß?
ich werde dafür beten.
johnniedeamonic (12.08.2008, 09:58 Uhr)
....
verdammt ich hasse es immer wieder recht zuhaben,
okay ist auch nicht so schwer,
einfach bei jedem neuen Regierungsbeschluss vom schlimmst möglichen Szenario ausgehen.....
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