Millionen Menschen handeln täglich im Internet. Egal ob Online-Auktion oder Annonce im Netz - jeder kann (fast) alles kaufen und verkaufen. Das bekommen auch die klassischen Anzeigenblätter zu spüren, und müssen reagieren.

Früher fand man Schnäppchen auf dem Flohmarkt - heute guckt man ins Internet© ddp
Omas altmodische Kaffeekanne oder eine alte Beatles-Schallplatte zu verkaufen war früher oft Schwerstarbeit. Entweder musste der Verkäufer einen Flohmarktstand aufbauen oder ein Zeitungsinserat aufgeben. Mühe und Ertrag standen oft in keinem guten Verhältnis. Dank Internet ist der Handel mit gebrauchten Gütern heute einfacher - und oft auch erfolgreicher. Das online abgegebene Angebot erreicht eine vielfach größere Zahl potenzieller Kunden. Auktionsverfahren sorgen dafür, dass sich Käufer gegenseitig überbieten und damit die Preise in die Höhe treiben können.
Während andere Ideen aus dem New-Economy-Boom heute längst vergessen sind, erweisen sich Online-Märkte etwa für Flohmarkt-Waren oder Autos als äußerst erfolgreich. Gleichzeitig haben sie das traditionelle Kleinanzeigen-Geschäft von Printmedien verändert. "Die Branche ist sich bewusst, dass Inserate im Netz leichter zu handhaben sind", sagt Anja Pasquay vom Zeitungsverband BDZV. "Aber die Zeitungen lehnen sich nicht zurück, sondern bilden eigene Internetmärkte."
Der Erfolg von eBay mag manchen Medien so überwältigend wie bedrohlich erscheinen. Über die größte aller Online-Handelsgemeinschaften handeln weltweit mehr als 60 Millionen Menschen, in Deutschland sind es rund 12 Millionen. Hier zu Lande wird alle 25 Minuten ein Volkswagen, alle sieben Minuten ein Staubsauger und alle 30 Sekunden ein Handy über eBay verkauft. Die Firma erlöste 2002 weltweit 1,21 Milliarden Dollar - zumeist über Inseratsgebühren und Werbung - und verdiente dabei 250 Millionen Dollar. "Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland über eBay mehr verkauft wird als über Offerten- und Anzeigenblätter", sagt Unternehmenssprecher Joachim Guentert.
Vor allem in Sparten wie Auto und Immobilien bieten kleinere Anbieter dem Branchenprimus erfolgreich die Stirn. Bei Portalen wie mobile.de oder AutoScout finden sich je rund eine dreiviertel Million Auto-Inserate. Die beiden Internet-Unternehmen steigerten ihren Umsatz im vergangenen Jahr um je 50 Prozent, AutoScout erreichte bei 26 Millionen Euro Umsatz die Gewinnzone, mobile.de erzielte bei Erlösen von 15 Millionen Euro ein operatives Ergebnis von 2,7 Millionen Euro. Das Potenzial schätzen die Firmen als groß ein. Von den rund 47 000 deutschen Autohändlern habe man "gerade mal ein Viertel erreicht", sagt mobile.de-Chef Rüdiger Bartholatus.