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13. April 2010, 15:18 Uhr

Reklame lernt das Zwitschern

Twitter startet mit dem Geldverdienen: Der Kurznachrichtendienst hat angekündigt, künftig Werbung zwischen den Beiträgen der Nutzer anzuzeigen. Unternehmen sollen so schnell auf Stimmungsschwankungen der Kunden reagieren können.

Twitter, Werbung, Google, Suchmaschine

© Jan Woitas/DPA

Für den Kurznachrichtendienst Twitter, den Millionen Menschen nutzen, um sich 140 Zeichen lange Informationsschnipsel zuzuschicken, beginnt eine neue Ära. Das 2006 gegründete Unternehmen will endlich ein lukratives Geschäftsmodell beginnen. Die Einnahmequelle der Wahl: Werbung. Firmen können künftig auf sogenannten "Promoted Tweets" ihre Anzeigen schalten. Ähnlich wie bei Google und Co. erscheint bei der Suche nach bestimmten Themen die passende Werbung. Zu den ersten Unternehmen, die ihre Produkte auf diese Art vermarkten, gehören die Kaffeehauskette Starbucks, der größte US-Elektronikhändler Best Buy und die Fluggesellschaft Virgin America.

"Die Idee von 'Promoted Tweets' ist es, die Kommunikation auszuweiten, die Firmen ohnehin mit ihren Kunden auf Twitter haben", sagte der fürs Tagesgeschäft zuständige Twitter-Manager Dick Costolo der "New York Times". Starbucks etwa informiert hier über seine Aktionsangebote. Auch viele Prominente lassen die Internet- Gemeinde über Twitter wissen, was sie gerade tun oder denken.

Ähnlichkeiten zur Suchmaschinenwerbung

Unternehmen müssen wie bei Suchmaschinenwerbung so genannte Keywords - Schlüsselbegriffe - kaufen, über die bestimmt wird, bei welchen Suchwörtern die Werbung angezeigt wird. Später will Twitter außerdem Werbeeinblendungen in der Liste der getwitterten Beiträge zulassen, auch wenn der Nutzer einem Werbetreibenden nicht folgt. Die Promoted Tweets sollen optisch hervorgehoben werden, damit sie in unzähligen Textnachrichten zu einem Thema nicht untergehen.

Mithilfe der Twitter-Werbung hätten Unternehmen die Möglichkeit, sofort zu reagieren, wenn die Stimmung gegenüber einem ihrer Produkte in Negative kippe, so Costolo. Sein Beispiel: Twittert jemand eine negative Filmrezension, könnte der Verleih sofort mit einer Twitter-Anzeige reagieren, die auf eine positive Besprechung verlinkt.

Wenn ein Promoted Tweet nicht eine bestimmte Resonanz bekommt, wird er nicht mehr angezeigt, und der Werbetreibende muss dafür auch nichts bezahlen. Promoted Tweets werden per tausend Sichtkontakte abgerechnet. Später soll es auch andere Abrechnungsmodelle geben, sagte Costolo der "New York Times".

Twitter existiert seit vier Jahren und hat nach Schätzungen von Marktforschern mittlerweile mehr als 22 Millionen Nutzer, Tendenz steigend. Bislang finanziert sich das Unternehmen vor allem durch Lizenzgebühren von Google, Microsoft oder Yahoo, wenn diese Nachrichtenströme übernehmen. Immer wieder passiert es, dass wichtige Ereignisse zuerst bei Twitter auftauchen, weil gerade ein Nutzer mit seinem Handy am Ort des Geschehens ist.

DPA/san
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
zyto (13.04.2010, 16:51 Uhr)
Twitter
finde ich sowas von unnütz und unwichtig....hatte mal einen Account um mir ein Bild zu machen, aber ich wollte mir meine Zeit nicht von einem Internetprogramm stehlen lassen. Der größte Teil der User sind doch sowieso Karteileichen.
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