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22. Februar 2006, 12:30 Uhr

SMS = Short Message Schmerzen

Wer exzessiv SMS schreibt, kann chronische Schmerzen in Daumen, Hand, sogar Schultern bekommen. Das bestätigt eine britische Studie. Ein Mobilfunkbetreiber fordert von seinen Kunden nun: Praktiziert "safe text"!

Die Dame tippt Daumen-schonend - und vermutlich sehr langsam© DDP

Eine aktuelle Studie aus Großbritannien unterstützt, wovor einige Orthopäden schon länger warnen: Exzessives Schreiben von Kurztextnachrichten auf Mobiltelefonen kann zu Schäden im Fingern, Handgelenk und vor allem dem Daumen führen. Auftraggeber der Studie ist der britische Mobilfunkanbieter Virgin Mobile.

Das Syndrom hat schon einen Namen

Die 93,5 Millionen SMS, die im Vereinigten Königreich täglich verschickt werden, führten laut Studienergebnis zu einem starken Anstieg der Fälle von "repetitive strain injury" (RSI). Das RSI-Syndrom, auch "Mausarm" genannt, entsteht durch andauernde, sich ständig wiederholende Bewegungen, z. B. durch Arbeit mit Maus und Tastatur am PC - oder eben auf dem Handy. Für die SMS-Version des RSI wird auch die Bezeichnung TMI verwendet - "text message injury".

Laut Studienergebnis leiden jedes Jahr 3,8 Millionen Briten unter durch SMS-Schreiben hervorgerufene Schmerzen in Fingern und Daumen, die Anzahl der Fälle sei um 38 Prozent gestiegen im Vergleich zu vor fünf Jahren.

Mehr als zwölf Prozent der britischen Bevölkerung schreibe mehr als 20 Textnachrichten pro Tag, und ein Zehntel schaffe täglich sogar bis zu Gelenk-zerstörenden 100 SMS.

Was tun dagegen?

Nun gehören Hinweise auf die Gesundheitsrisiken des SMS-Schreibens nicht unbedingt zu den Nachrichten, die Mobilfunkbetreiber gerne hören. Auch, wenn sie diese Erkenntnisse selbst erlangt und veröffentlicht haben. Virgin Mobile tritt die Flucht nach vorn an, holt sich Chiropraktiker an Bord und fordert seine Kunden auf, "safe text" zu praktizieren. Auf einer eigens eingerichteten Website mit der griffigen URL "practisesafetext.com" werden in informativer Flash-Animation Übungen gezeigt, wie der Textsüchtige seine Hände, Arme und Schultern mit Lockerungsbewegungen und Dehnübungen in Form halten kann.

Zusätzlich gibt's Tipps wie "Tippe nicht mehr als fünf Minuten am Stück." Auch für den Fall, dass es schon weh tut, ist die Anweisung klar: "Aufhören! Wechseln Sie die Hand! Oder rufen Sie stattdessen an!"

Ralf Sander
 
 
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