Startseite

Stern Logo Ratgeber Ernährung - Gesunde Ernährung

Alles zu seiner Zeit

Regionale Produkte der Saison einzukaufen hat Vorteile: Sie sind oft weniger belastet als Importware und somit gesünder. Oft schmecken sie auch besser. Kürzere Transportwege schonen zudem die Umwelt.

Regionale Produkte

Erdbeeren schmecken am besten, wenn die Zeit dafür reif ist

Spargel zu Weihnachten, Erdbeeren im Februar und Tomaten das ganze Jahr über - Verbraucher haben sich daran gewöhnt, alles jederzeit haben zu können. So geht ihnen beim Einkaufen mit der Zeit das Gefühl für die Jahreszeiten verloren. Wer weiß überhaupt noch, wann Tomaten eigentlich Saison haben? Oder Paprika? Und wozu auch? Wissenschaftler antworten darauf: Weil das Prinzip "alles gibt es immer" der Umwelt schadet.

Pflanzen, die in Deutschland gar nicht wachsen, müssen von weit her importiert werden, per LKW, Schiff und Flugzeug. Gemüse und Obst, das schon vorzeitig reif ist, ringen Bauern der Natur mit großem Aufwand und mit Hilfe von Chemikalien ab. Für Tomaten und Kopfsalat etwa braucht es beheizte Gewächshäuser, die reichlich Energie verbrauchen - sonst wächst das Gemüse im Winter nicht.

Auf einen Blick: Hier finden Sie den Saisonkalender für Obst und Gemüse

Frühe Früchte enthalten viele Rückstände

Damit Erdbeeren ein paar Wochen früher auf den Markt kommen, liegen in Spanien ganze Landstriche unter Folie. Das feuchtwarme Klima unter dem Plastik lässt allerdings auch Pilze gut gedeihen, deshalb behandeln die meisten Bauern ihre Früchte entsprechend stark mit Pflanzenschutzmitteln. Lebensmittelüberwachungsämter warnen daher regelmäßig vor den frühen Früchten: Sie enthalten meist enorme Rückstände dieser Substanzen. Oft liegen die Konzentrationen deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten. Solche Erdbeeren können gesundheitlich bedenklich sein.

Gemüse aus dem Treibhaus ist oft stärker mit Nitrat belastet als Pflanzen, die im Freien wachsen durften. Nitrate sind natürliche Mineralstoffe, die im Boden lagern. Sie dienen allen Pflanzen als Nährstoff, sind also harmlos. Gefährlich werden Nitrate aber, wenn das Gemüse gekocht wird. Dann wandelt sich Nitrat in gesundheitsschädliches Nitrit um. Nitrat kommt zwar natürlicherweise im Erdreich vor, die größte Menge gelangt jedoch über Düngemittel in die Pflanzen. Je weniger Licht im Treibhaus, desto langsamer bauen die Pflanzen den Stoff ab. Vor allem im Winter enthält Gemüse aus dem Gewächshaus darum viel Nitrat.

Manche Gemüsesorten, zum Beispiel rote Bete, Spinat, Mangold oder Rauke, speichern Nitrat besonders stark. Gemüse aus Bio-Anbau ist meist erheblich nitratärmer als das aus konventioneller Landwirtschaft. Doch auch hier gilt: Hat das Gemüse Saison, ist der Nitratgehalt am geringsten.

Der Lohn für die Geduld: Frische und Geschmack

Täglich werden tonnenweise Früchte und Gemüse quer durch die Welt gekarrt, verschifft und geflogen. Die Kosten schlagen sich im Ladenpreis nieder, doch nicht nur da: Der Wunsch der Verbraucher, ständig alles bekommen zu können, belastet auch die Umwelt. Zudem gehen auf den langen Wegen viele Vitamine und Nährstoffe verloren. Und der richtige Geschmack kann gar nicht erst entstehen: Oft werden die Früchte unreif geerntet, um sie über weite Strecken transportieren zu können.

Ernährungsexperten, Umwelt- und Verbraucherschützer raten: Bevorzugen Sie, wenn möglich, Lebensmittel aus heimischem Anbau und wählen Sie Gemüse und Obst möglichst nach der Saison. Das ist billiger und schont die Umwelt. Auch Bio-Ware ist deutlich günstiger, wenn man sich beim Einkauf danach richtet, was gerade bei uns reift. Während der Saison kosten Bio-Kartoffeln zum Beispiel nur unbedeutend mehr als konventionell erzeugte Kartoffeln.

Ein weiteres Plus: Gemüse der Saison schmeckt besser. Denn Spinat, Kopfsalat oder Zucchini wachsen dann im Freien. Sie bekommen Luft und Sonne und entwickeln so meist mehr Aroma und Nährstoffe als im Gewächshaus. Da sie nicht um die halbe Welt geschafft werden, dürfen sie in aller Ruhe reifen und landen genau dann frisch und knackig auf dem Markt, wenn sie am besten schmecken.

Das bedeutet nicht, dass Sie ab sofort jeden Tag ausschließlich regionale und saisonale Produkte kaufen und alles andere verschmähen sollten. Das wäre auch realitätsfremd. Seinen Speiseplan durch importierte Ware zu ergänzen, ist völlig in Ordnung. Das sorgt für jene Vielfalt, die ebenfalls oft empfohlen wird. Es geht vielmehr darum, ein besseres Gefühl für seine Nahrung zu entwickeln und dafür, wie und unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden. Zu wissen, was wann wächst und am besten schmeckt, ist ein Gewinn.

Januar

Äpfel aus Argentinien? Das ist eigentlich nicht nötig. Es kommen genügend einheimische aus dem Winterlager. Auch Birnen werden Sie noch finden. Ansonsten müssen Sie sich beim Obst an Importe halten. Das fällt nicht schwer, denn alle Zitrusfrüchte sind jetzt noch saftig und lecker.

Geben Sie dem klassischen deutschen Wintergemüse eine Chance: Kohl in allen Varianten hat jetzt Hochsaison - er enthält mehr Vitamine als Orangen. Dazu Kalzium, Magnesium, Eisen und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, die für das typische Kohlaroma sorgen und vor Magen-Darm-Entzündungen schützen sowie im Ruf stehen, bestimmten Krebsleiden vorzubeugen.

Die typisch deutsche Zubereitungsweise mit viel Fett ist jedoch nicht so günstig. Kohl schmeckt ebenso gut, wenn Sie ihn nur leicht dünsten, einen Eintopf oder eine cremige Suppe daraus kochen.

Auch Chinakohl gibt es jetzt aus heimischem Anbau. Er ist so zart, dass er - mit Nüssen, Joghurt und Äpfeln zum Beispiel - einen wunderbaren Wintersalat abgibt. Noch feiner wird es mit Feldsalat, ebenfalls aus deutschen Landen. Der kleine grüne, auch Rapunzel genannte Salat verträgt bis zu 15 Grad unter Null und kommt noch bis Mitte Januar frisch vom Feld. Danach wächst er unter Folie oder Glas.

Greifen Sie also zu: Das Nussaroma von Rapunzel ist jetzt besonders intensiv. Im Übrigen stecken die Blätter voller Kalium, Eisen, Beta-Karotin, Vitamin C, B6 und Folsäure. Fruchtig-knusprige Granatapfelkerne machen sich gut dazu. Diese Mittelmeerfrüchte sind zurzeit günstig und in guter Qualität zu haben.

Februar

Eine Weile zieht der Winter sich noch hin. Umso wohler tun jetzt deftige Eintöpfe aus heimischem Wurzel- und Kohlgemüse. Probieren Sie doch einmal Pastinaken, sie schmecken gebacken wunderbar süßlich. Oder Topinambur - roh angemacht mit Feldsalat oder gekocht als raffinierte Cremesuppe. Die Knollen enthalten Inulin, einen Ballaststoffe, der besonders lange satt macht, dazu viel Kalzium, Vitamin B1 und Eisen.

Außerdem ist immer noch Winterporree auf dem Markt - frisch aus der Erde und gesund, vor allem wegen seiner schwefelhaltigen ätherischen Öle. Die sorgen für den typischen, leicht scharfen Geschmack und setzen zellschädigende freie Radikale außer Gefecht. Das mindert das Risiko von Krebs. Dünsten Sie den Porree in leicht gesalzenem Wasser und Weißwein, das macht ihn milder und unterstreicht sein Aroma. Mit etwas Zucker und Butter ist er dann schon eine perfekte Beilage. Mit Käse überbacken wird er zum leckeren Auflauf.

März

Kurz vor dem Frühling gibt es auf dem Markt weiterhin Möhren, Rote Bete, Kohl, Porree, dazu Äpfel und Birnen aus dem Winterlager. Aber es gibt auch schon ein paar Neuzugänge. Mangold zum Beispiel. Die ersten Salate sind allerdings noch nicht in Vitamin-Topform. Stillen Sie Ihre Lust auf Frisches darum vorerst noch mit Rohkost aus Möhren, Äpfeln, Chicorée, Rot- oder Weißkohl. Geben Sie etwas Öl an den Salat - erst dann kann der Körper die fettlöslichen Vitamine verwerten.

Chicorée, der immer noch günstig zu haben ist, schmeckt übrigens nicht nur roh, sondern auch als Gemüse: Dünsten sie ihn in etwas Brühe, Butter und Zucker und servieren Sie ihn mit einer kräftigen Gorgonzolasauce. Oder schmoren sie ihn mit Tomaten (aus der Dose - die sind zurzeit noch die bessere Wahl!), Champignons und Zwiebeln. Chicorée fördert die Verdauung und ist reich an Vitamin C, A und Folsäure.

Sie werden im März auch schon die ersten Erdbeeren sehen. Sie stammen meist aus Marokko, Spanien oder Israel. Lassen Sie sie lieber liegen: Sie enthalten oft viele Pestizide. Davon abgesehen schmecken sie nicht im Entferntesten so, wie Erdbeeren schmecken sollten. Warten Sie lieber auf einheimische Früchte.

April

Hurra, der erste deutsche Spargel! Und auch deutsche Erdbeeren gibt es schon. Beide sind allerdings noch recht teuer. Der Star des Aprils ist der junge Freiland-Spinat. Greifen Sie zu, solange er noch zart ist, dann eignet er sich am besten für einen Frühlingssalat, zum Beispiel mit kross gebratenem Speck. Er enthält zwar längst nicht so viel Eisen, wie lange Zeit angenommen, dafür strotzt er vor Kalium, Kalzium, Magnesium, Beta-Karotin, Vitamin C und Folsäure.

Leider speichert Spinat auch recht viel Nitrat, das durch den Dünger in den Boden gelangt. Nitrate können sich im Körper in Nitrite umwandeln, sie gelten als krebsfördernd. Achten Sie deshalb darauf, keinen Treibhaus-Spinat zu kaufen, sondern solchen aus Freilandanbau: Bekommt die Pflanze genug Licht, kann sie die Nitrate weitgehend abbauen. Öko-Spinat enthält ganz wenig Nitrat, weil Bio-Bauern auf synthetische Düngung verzichten.

In diesen Wochen können Sie unter vielen frischen Kräutern wählen. Kerbel zum Beispiel, der Kartoffelcremesuppe erst richtig fein macht. Auch Bärlauch hat jetzt Saison - auf keinen Fall verpassen! Probieren Sie ihn in Salaten oder in einem Risotto. Am besten, Sie bereiten sich selbst gleich einen Vorrat an Bärlauchpesto mit Kürbiskernen zu. Wenn Sie den zermalmten Kräuterbrei in saubere, heiß gespülte Gläser füllen und mit Olivenöl bedecken, hält er sich im Kühlschrank etwa drei Monate.

Und zum Nachtisch? Rhabarber, frisch vom Feld! Die Stangen mit rotem Fleisch schmecken leicht nach Himbeere, die grünen kommen herb-säuerlich daher. In grobe Stücke geschnitten, mit Wasser und Zucker kurz gedünstet, wird ein leckeres Kompott draus. Geben Sie etwas Zitronensaft oder Wein dazu - ihre Säure bindet die des Rhabarbers. So können Sie Zucker sparen.

Mai

Ab jetzt ist jeder Marktbesuch ein Fest: Spargel, Erdbeeren, neue Kartoffeln. Spargel wird jetzt langsam günstiger, und das Angebot wächst. Aber auch Kopfsalat, Rauke, Kohlrabi und Radieschen gibt es jetzt reichlich und ganz frisch.

Kohlrabi zum Beispiel schmeckt jetzt wunderbar zart - am besten einfach in Butter gedünstet und mit Dill, Kerbel oder Estragon bestreut. Auch gut: in Scheiben schneiden, bissfest garen, in Ei und Paniermehl wälzen und als vegetarische Schnitzel mit Kräuterdip servieren.

An den dicken Bündeln Radieschen, die Sie jetzt überall bekommen, lassen sich die Vorteile des Freilandanbaus übrigens besonders gut studieren. Die Knollen entwickeln unter freiem Himmel besonders viel Allyl-Senföl. Diese Substanz verpasst dem Kleingemüse die leichte Schärfe und ist gesund: Sie schützt vor Bakterien und kann vermutlich sogar Krebsleiden vorbeugen. Bestes Frühlings-Fingerfood!

Süß und gesund: Erbsen und Zuckerschoten

Ende des Monats bekommen Sie schon heimische Erbsen und Zuckerschoten - köstlich! Nach dem Garen brauchen Sie außer etwas Zucker und Butter keine weiteren Gewürze; mit frischer Minze schmecken sie wunderbar. Bereiten Sie sie möglichst gleich nach dem Einkauf zu: Sie reifen nach und werden mit der Zeit herb.

Mit etwas Glück entdecken Sie jetzt auch schon ein paar Himbeeren. Kein Zweifel: Der Sommer naht!

Juni

Wenn Sie sich an Spargel noch nicht satt gegessen haben, tun Sie es jetzt - ab Mitte des Monats ist es vorbei. Dafür kommen Bohnen und Blumenkohl von deutschen Feldern. Und haben Sie schon einmal dicke Bohnen probiert? Jetzt sind sie am besten! Blanchieren Sie sie kurz in heißem Wasser, dann lassen sie sich ganz leicht häuten. Dann mit Speckwürfeln anbraten und mit gehackter Petersilie oder Minze bestreuen.

Das heimische Gemüse ist im Juni so lecker und zart, dass es ohne großen Aufwand zum Mittelpunkt einer Mahlzeit werden kann. Neue Kartoffeln zum Beispiel. Als Pellkartoffeln mit Quark oder auch nur mit Butter und Salz sind sie ein Fest - und nicht zu vergleichen mit der wässrigen Importware aus Zypern oder Ägypten.

Pikant: Spitzkohl und Stachelbeeren

Spitzkohl löst jetzt seine winterlichen Verwandten ab. Er passt viel besser zum Frühsommer: Seine Blätter sind zarter und aromatischer als die des Weißkohls, sie garen schneller und schmecken nicht so herb nach Kohl. Einen Spitzkohl können Sie ganz einfach vierteln, tropfnass in eine Pfanne setzen und mit Butter und Salz in knapp einer Viertelstunde bissfest garen. Servieren Sie Reis und cremig gerührten Ziegenfrischkäse dazu.

Und auch der Nachtisch macht keine Arbeit: Die süßesten Erdbeeren des Sommers sind jetzt günstig zu haben. Zudem gibt es nun Stachelbeeren. Beide Früchte passen übrigens prima zu Pikantem: Probieren Sie Erdbeeren in einem herben Salat wie Rauke oder Frisée mit Rindfleischstreifen. In manchen Regionen Deutschlands wird zum Kalbsbraten eine süß-saure Sauce aus Stachelbeeren serviert.

Juli

Frisches Obst gibt es jetzt im Überfluss: Aprikosen haben ihre Hoch-Zeit, auch Kirschen sind nun reif. Lassen Sie sich auf keinen Fall die große Beerenvielfalt entgehen: Johannisbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren - von Woche zu Woche kommen mehr auf den Markt. Himbeeren enthalten reichlich Eisen und Magnesium, schwarze Johannisbeeren enthalten dreimal so viel Vitamin C wie Orangen: Sich gesund zu ernähren, ist in diesen Wochen ein Kinderspiel.

Und endlich, endlich sind jetzt Tomaten auf dem Markt, die auch nach Tomate schmecken! Probieren Sie sich durch: Manche Händler bieten noch alte Sorten an, die viel aromatischer schmecken als moderne Züchtungen. Salate können ab sofort besonders bunt ausfallen: Mischen Sie nach Herzenslust Eisberg, Rauke, Gurke und Radicchio - alles aus heimischem Anbau. Auch Fenchel schmeckt prima im Salat, wer es schärfer mag, greift zu knackfrischem Rettich.

Mangold kommt noch bis September von heimischen Äckern. Er liefert viel Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Folsäure, Beta-Karotin, Vitamin B1, B2 und C. Er hat ein würziges, leicht nussiges Aroma. Probieren Sie ihn einmal gebraten, zusammen mit getrockneten Aprikosen, Knoblauch und Zitronensaft, und bestreuen Sie ihn mit gerösteten Pinienkernen und zerbröckeltem Feta. Die rotstielige Variante des Mangolds ist übrigens noch ein bisschen würziger.

August

Auch im August können Sie aus jeder Menge Salatzutaten wählen. So können Sie immer wieder bunte, sommerliche Mittagessen zusammenstellen, veredeln lässt sich der Salat gut mit Pfifferlingen oder Kräuterseitlingen. Eine schnelle Alternative ist frischer Stangensellerie mit Dip: Das Gemüse enthält viel Beta-Karotin.

Schöne, glänzende Auberginen sind jetzt ebenso auf dem Markt. Sie enthalten unter anderem viel Mangan und machen - mit Kräuteröl bepinselt - auf dem Grill jeder Wurst Konkurrenz. Zudem gehört die Aubergine in den französischen Sommereintopf Ratatouille, zusammen mit Paprika, Zucchini, Tomaten, Zwiebeln, frischen Kräutern und reichlich Knoblauch. Im August ist es am leichtesten, der gesunden, sommerlichen Mittelmeerküche nachzueifern.

Süße Früchte wie in Frankreich

Die Früchte auf dem Markt triefen jetzt vor saftiger Reife und schmecken wie im Urlaub: Pfirsiche, Mirabellen, Nektarinen - da sie viel Sonne brauchen, ist jetzt die beste Zeit. Die meisten kommen allerdings aus Italien, Spanien oder Griechenland. In Deutschland ist das Klima nur im Rhein-Main-Gebiet mild genug, um die Früchte richtig reif werden zu lassen. Übrigens: Alle orangefarbenen Früchte sind besonders reich an zellschützendem Beta-Karotin.

Melonen gibt es im August in allen Varianten. Direkt aus dem Kühlschrank erfrischen sie an heißen Tagen ideal. Vorweg noch eine eisgekühlte Joghurtsuppe mit Dill und Gurke - fertig ist das leichte Sommeressen.

September

Im September wird das Angebot zusehends herbstlicher, aber nicht karger: Weintrauben, Pflaumen, Himbeeren, Brombeeren, die ersten guten Birnen und sogar frische Preiselbeeren verkaufen die Marktfrauen. Das schmeckt lecker zum Wildgulasch.

Außerdem beginnt die Apfelsaison. Schmecken Sie sich doch einmal durch die Vielfalt heimischer Sorten. Ab jetzt wird fast jede Woche eine neue reif, und wenn Sie einmal angefangen haben zu testen, werden Sie womöglich nie wieder zu "Granny Smith" zurückkehren.

Beim Gemüse liegen Busch- und Stangenbohnen jetzt ganz weit vorne, dazu Fenchel, Salate, Kohlrabi. Und natürlich Kürbisse - für knallorangefarbene Cremesuppen, raffinierte Quiches und Kuchen. Auch Radicchio gibt es jetzt aus deutschen Landen. Versuchen Sie ihn als Salat mit Apfel und Walnüssen oder gedünstet mit Gorgonzolasauce.

Im September können Sie endlich Brokkoli aus deutschem Anbau kaufen. Die kurzen Transportwege tun ihm gut: Die winzigen Blütenknospen sind blaugrün, fest und geschlossen, die Stiele knackig und saftig. Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Folsäure, Vitamin C und Carotinoide - die Liste der gesunden Mineralstoffe scheint beim Verwandten des Blumenkohls nicht enden zu wollen. Garen Sie ihn behutsam und möglichst nur kurz, dann bleiben sie weitgehend erhalten. Brokkolisalat schmeckt am besten, wenn Sie die Vinaigrette über das noch lauwarme Gemüse gießen.

Oktober

Äpfel und Birnen gibt es weiterhin reichlich, doch im Oktober werden in Deutschland auch die Quitten reif. Roh sind sie zwar ungenießbar, gedünstet als herb-fruchtige Suppeneinlage oder als Gelee sind sie jedoch großartig. Backen Sie noch ein letztes Mal Pflaumenkuchen als endgültigen Abschied vom Sommer und träumen Sie mit Weintrauben und ein paar saftigen Feigen vom Urlaub am Mittelmeer.

Beim Gemüse kommt nun der Endiviensalat (Frisée) hinzu. Die Blätter schmecken leicht bitter und passen darum gut in einen Salat mit Birnen oder Ananas. In Butter gedünstet ergeben sie eine ungewöhnliche Vorspeise oder Beilage, zum Beispiel zu Fisch.

Herbstlich: Pilze und Esskastanien

Außerdem sind Steinpilze im Angebot: sehr edel und lecker, aber leider auch etwas teurer. Günstiger und genauso lecker sind Esskastanien, sie kommen allerdings meist aus Italien oder Südfrankreich. Sie sind fettarm, aber reich an Kalium, Magnesium, Vitamin C, Vitamin E und B-Vitaminen. Im Ofen geröstet, schmecken sie süßlich-nussig und passen perfekt zu Feldsalat, von dem es jetzt wieder ein großes Angebot aus deutschem Freilandanbau gibt.

Für Rote Bete ist jetzt Haupterntezeit. Die Knolle kommt knackfrisch von heimischen Feldern und schmeckt als Rohkost ebenso lecker wie als Cremesuppe. Oder, wahnsinnig köstlich: im Ofen gebacken, mit einem Dip aus Schmand und Meerrettich.

November

Draußen wird es ungemütlich, da wärmen kräftige Eintöpfe auf. Auf dem Markt gibt es eine Fülle an Zutaten: Rote Bete, Möhren, Porree, Kartoffeln, Knollensellerie, auch Fenchel kommt im November noch aus heimischem Freilandanbau.

Zudem gibt es jede Menge Kohl. Die Steckrübe gehört übrigens auch zu den Kohlgewächsen. Als Püree mit Butter und Sahne schmeckt sie überraschend fein, in Sirup karamellisiert wird sie zu einer großartigen Beilage für gebratene Gans oder Ente.

Experimentieren Sie ruhig mit in Vergessenheit geratenen Wintergemüsen. Das lohnt auf jeden Fall. Die Petersilienwurzel zum Beispiel hängt den größten Teil des Jahres nur schlapp in Suppengrün-Gebinden. Doch im November wird sie geerntet. Und die unscheinbaren Wurzeln schmecken viel zu gut, um mit ihnen nur Brühe zu würzen. Probieren Sie es aus: Petersilienwurzeln schälen, mit Öl bepinseln, Salz und rosa Pfeffer darüber streuen und in einer Auflaufform mit Deckel im Ofen backen.

Wenn Sie Salat mögen, sollten Sie sich nun eher an Möhren, Äpfel und Chinakohl halten. Denn Kopfsalat oder ähnliches kommt nun aus dem Treibhaus, er hat nur wenig Vitamine und enthält oft zu viel Nitrat. An der Obsttheke finden sich wieder vermehrt Südfrüchte, doch leckere deutsche Äpfel und Birnen gibt es noch den ganzen Winter hindurch.

Dezember

Bis zum ersten Spargel wird es noch ein wenig dauern, aber es gibt ja den Winterspargel, eher bekannt als Schwarzwurzel. Ihr Fleisch ist weich und fein, ihr Geschmack herb-würzig, erdig und ein wenig nussig. Sie enthält viele Mineralstoffe, vor allem Eisen und Kalium, dazu die Vitamine der Klassen E und B. Mit dem Spargel können es Schwarzwurzeln gut aufnehmen: Servieren Sie das gekochte Gemüse mit einer hellen Senfsauce oder mit Käse überbacken.

In der Winterküche muss es nicht immer deftig zugehen. Wirsing zum Beispiel macht sich fabelhaft, wenn man ihn kurz in Salzwasser gart und mit einer Curry-Orangen-Sauce beträufelt. Weißkohl macht sich gut in asiatischen Gemüsepfannen, Rotkohl ist auch als Rohkost lecker, am besten mit Orangen- oder Mandarinenstücken.

Pastinaken ergeben eine feine Cremesuppe: mit Apfel, Sahne und Brühe gekocht, anschließend wird alles püriert. Probieren Sie mal eine Rosenkohltorte mit Blätter- oder Mürbeteigboden und einer pikanten Eier-Sahne-Mischung.

Aus den Winterlagern kommen immer noch leckere deutsche Äpfel. Probieren Sie sich durch und halten Sie Ausschau nach regionalen Sorten - da gibt es immer noch Schätze zu entdecken. Und vergessen Sie die frischen Nüsse nicht!

Ruth Hoffmann

Stern Logo Das könnte sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools