Regierungschef seit 2013
"Sag niemals nie": Woidke ist offen für weitere Amtszeit

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist voraussichtlich bald dienstältester Regierungschef in Deutschland (Archi
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist voraussichtlich bald dienstältester Regierungschef in Deutschland (Archivbild). Foto
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Dietmar Woidke wird in wenigen Monaten voraussichtlich Deutschlands dienstältester Ministerpräsident sein. Wie lange bleibt er noch Regierungschef? Woidke gibt eine überraschende Antwort.

Nein, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will nicht der neue James Bond werden. Doch mit dem Zitat des Bond-Filmtitels "Sag niemals nie" sorgt er mitten in den Koalitionsverhandlungen für eine Überraschung. Woidke schließt eine weitere Amtszeit nach der Landtagswahl 2029 nicht aus. Nach dem Rückzug von Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg in diesem Jahr wird er voraussichtlich dienstältester Ministerpräsident in Deutschland sein.

"Ich bin jetzt 64 Jahre alt. Wir haben einen Ministerpräsidenten in Deutschland, der über 70 Jahre alt ist – nämlich Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg", sagte Woidke der Zeitung "Nordkurier". "Ich will eigentlich nicht unbedingt bis über 70 arbeiten, aber wie gesagt: Sag niemals nie. Das ist ein alter Spruch, den ich beherzigen möchte."

"Bin gerne Ministerpräsident"

Auf die Frage, ob er bis zum Ende der Wahlperiode im Amt bleibt, wiegelte Woidke zunächst ab. "Ich persönlich bin gerne Ministerpräsident dieses Landes", sagte er dem "Nordkurier". "Ich versuche momentan, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU eine stabile Regierung zu bilden. Und wenn mir das gelingt, dann bin ich auch optimistisch, dass ich noch ein paar Jahre als Ministerpräsident für dieses Land arbeiten darf." Auf Nachfrage kam dann der Ausspruch "Sag niemals nie".

In Sachsen-Anhalt hat der frühere CDU-Regierungschef Reiner Haseloff gerade den Weg für Sven Schulze frei gemacht, um ihm mehr Chancen bei der Landtagswahl im September zu ermöglichen. In Brandenburg betonte Woidke im vergangenen Herbst, er habe den Menschen in Brandenburg versprochen, diese Legislatur voll zur Verfügung zu stehen. Das Versprechen wolle er halten.

Woidke will derzeit keine Nachfolgedebatte 

Der Regierungschef, der Brandenburg seit 2013 regiert, sieht den Zeitpunkt für seine Nachfolge noch nicht gekommen. "In der SPD werden wir uns Gedanken über einen möglichen Wechsel machen, wenn der eines Tages anstehen sollte", sagte Woidke. "Derzeit steht er nicht an." Als möglicher Kandidat gilt Innenminister René Wilke (früher Linke), seit November SPD-Mitglied. Auch Wirtschaftsminister Daniel Keller und Kulturministerin Manja Schüle werden genannt.

Bis zu ihrem Rücktritt 2025 wurden der damaligen Innenministerin Katrin Lange (SPD) Chancen als Nachfolgerin nachgesagt. Woidke sagt, er bedaure ihren Rücktritt sehr. "Katrin Lange ist eine sehr gute Landtagsabgeordnete." Auf Nachfrage, ob sie eine Perspektive bei ihm habe, ergänzt er: "Wenn es Bedarf gibt und es passt, dann hätte Katrin Lange genauso wie viele andere Sozialdemokraten auch eine Chance, wieder eine andere Tätigkeit auszuüben, auch innerhalb der Landesregierung."

Schwarz-rote Koalition in Planung

Der SPD-Regierungschef steckt nach dem Bruch der SPD/BSW-Koalition mitten in Koalitionsverhandlungen mit der CDU. Woidke setzt auf eine stärkere Wirtschaft. "Wir wollen, dass das Land Brandenburg für wirtschaftliches Wachstum steht", sagte er dem "Nordkurier". "Gerade unsere Region hat beste Chancen, auch in Zukunft eine der erfolgreichsten, wenn nicht sogar die erfolgreichste Region in Deutschland zu werden."

Beide Parteien setzen zwei Ziele obenan: Stabilität und Sicherheit. Gut drei Jahre bleiben bis zur Wahl - da könnte ein Wechsel an der Spitze zwar für Klarheit, aber möglicherweise auch für Unruhe sorgen. Die AfD sieht für sich bereits die Chance, 2029 an die Macht zu kommen. Woidke knüpfte im Wahlkampf 2024 sein politisches Schicksal im Amt an einen Sieg seiner SPD, die nach einer Aufholjagd gewann.

dpa