Dienstleistungen bündeln
BASF plant globalen Hub in Indien – Kritik

Der Bereich Global Business Services beschäftigt laut BASF rund 8.500 Mitarbeitende. (Symbolbild) Foto: Uwe Anspach/dpa
Der Bereich Global Business Services beschäftigt laut BASF rund 8.500 Mitarbeitende. (Symbolbild) Foto
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Mit einem neuen Knotenpunkt möchte der Konzern seine Services effizienter aufstellen. Ob und wie viele Stellen in Deutschland betroffen sind, ist offen – die Gewerkschaft reagiert alarmiert.

Der BASF-Konzern bündelt künftig mehrere Dienstleistungen in einem neuen globalen Knotenpunkt (Hub) in Indien. Auch aus dem Berliner Standort sollen Stellen dorthin verlagert werden. Grund sei unter anderem eine deutliche Steigerung der Kosteneffizienz, teilte das Dax-Unternehmen in Ludwigshafen mit. "Mit diesem Schritt planen wir, den Bereich Global Business Services systematisch weiterzuentwickeln, um unsere Unternehmensstrategie mit möglichst wettbewerbsfähigen Servicestrukturen zu unterstützen", erklärte Finanzvorstand Dirk Elvermann.

Die Chemie-Gewerkschaft IGBCE kritisierte die angekündigte Verlagerung. "Mit diesem beschäftigungspolitischen Schlag führt BASF ein tarifliches Vorzeigeprojekt zu einem Ende, mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben", sagte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis einer Mitteilung zufolge. IGBCE und Chemie-Arbeitgeber hätten 2005 mit einem Tarifvertrag möglich gemacht, dass die BASF ihre konzerninternen Dienstleistungen wie Finanzen, Personal oder IT-Aufgaben in Berlin konzentriere - statt sie in die Slowakei auszulagern.

Neuer Verbundstandort in China

Ein BASF-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Planungen seien "in einem ganz frühen Stadium". Die Bündelung soll schrittweise bis Ende 2028 erfolgen. Im Bereich Global Business Services arbeiten demnach etwa 8.500 Menschen, davon 2.800 in Berlin und 860 in Ludwigshafen. Ob und wie viele Stellen gegebenenfalls verlagert würden, sei derzeit unklar. Auch der genaue Ort des Hubs in Indien sei noch nicht bestimmt.

BASF leidet seit einiger Zeit unter Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen. Im Stammwerk Ludwigshafen hat das Unternehmen Anlagen stillgelegt sowie konzernweit mehrere Sparprogramme inklusive Stellenabbau gestartet. Voraussichtlich Ende März eröffnet BASF einen neuen Verbundstandort im chinesischen Zhanjiang. Mit rund 8,7 Milliarden Euro ist das Werk das bislang größte Einzelinvestitionsprojekt des Unternehmens.

dpa

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