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Nuklearer Notfall? Jetzt bloß keine Haarspülung verwenden!

Experten warnen davor, im Falle eines nuklearen Notfalls Haar-Conditioner zu verwenden. Was steckt hinter der kurios wirkenden Meldung?

Haarspülung und radioaktiver Niederschlag - eine verhängnisvolle Mischung

Haarspülung und radioaktiver Niederschlag - eine verhängnisvolle Mischung

Im verbalen Kräftemessen zwischen den USA und Nordkorea steht vor allem eine Insel im Mittelpunkt möglicher Atom-Attacken: die Pazifikinsel Guam. Die Heimatschutzbehörde der Insel will daher nicht unvorbereitet sein und hat vergangene Woche ein Flugblatt mit Verhaltensmaßnahmen für den Fall eines nuklearen Angriffs veröffentlicht. Die Aktion sorgte international für Schlagzeilen

In dem Flugblatt gibt die Behörde Tipps für den Notfall: So erfahren die Leser unter anderem, sich im Falle einer Explosion auf den Boden zu legen, den Kopf zu schützen und nicht direkt in den Feuerball zu blicken. Radioaktiv-kontaminierte Kleidung müsse zudem zeitnah ausgezogen, radioaktiver Niederschlag von der Haut gewaschen werden. Hellhörig macht jedoch vor allem eine Empfehlung: keinen Haarspülung zu benutzen.


Haarspülung bindet nukleares Material

Diese Empfehlung klingt zunächst kurios, könnte man doch meinen, dass im Falle eines nuklearen Notfalls andere Dinge wichtiger seien, als sich um seine Haarpflege zu kümmern. Doch die Warnung hat einen ernsten Hintergrund: Aufgrund der besonderen Eigenschaften des Pflegeprodukts können sich radioaktive Partikel leichter im Haar verfangen und festkleben. Das gilt es zu vermeiden.

Wie das Portal "Science Alert" berichtet, enthalten Haarspülungen bestimmte Inhaltsstoffe wie kationische Tenside und Polymere, die für den klebrigen Effekt sorgen.

Seife und Shampoo dagegen können bedenkenlos eingesetzt werden. Das sollten sie sogar reichlich, da sie Schmutzpartikel von Haut und Haaren lösen und einen reinigenden Effekt haben. "Nehmen Sie, sofern möglich, eine Dusche und verwenden Sie dabei reichlich Seife und Wasser, um radioaktive Verschmutzung zu entfernen", heißt es unter anderem in den Empfehlungen des "Guam Homeland Security"-Office. "Waschen Sie Ihr Haar mit Shampoo oder Seife und Wasser. Schrubben oder kratzen Sie nicht an Ihrer Haut."

Bleibt nur zu hoffen, dass die Bewohner des Eilands von diesen Empfehlungen keinen Gebrauch machen müssen.

ikr
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