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US-Insel: So bereitet sich Guam auf einen Nuklearangriff aus Nordkorea vor

Auf der US-Pazifikinsel Guam gehen die Behörden auf Nummer sicher: Für den Fall eines nordkoreanischen Atomangriffs geben sie ihrer Bevölkerung Verhaltenstipps. Einer davon: Benutzt keinen Haar-Conditioner!

Es klingt wie eine Episode aus längst vergangenen Zeiten des Kalten Krieges, ist aber hochaktuell: Die Behörden auf der US-Pazifikinsel Guam bereiten ihre Bürger auf einen Atomkrieg vor. Hintergrund sind die beständigen Drohungen zwischen den USA und , sich gegenseitig mit militärischen Mitteln anzugreifen. Im Verlauf des Säbelrasselns hatte die nordkoreanische Führung einen Raketenangriff auf das US-Außengebiet im Westpazifik ins Spiel gebracht.

Die Heimatschutzbehörde "Guam Homeland Security" verteilte daher jetzt vorsorglich Handzettel mit Verhaltensregeln für den Fall eines Atomschlags unter den rund 170.000 Einwohnern der Insel und verbreitete die Informationen auch im Internet.

Tipps für einen Angriff aus Nordkorea

Die Tipps gliedern sich in drei Teile - in das Verhalten vor, während und nach einem Nuklearangriff. So sollen die Bewohner vorab nach sicheren Gebäuden in der Umgebung Ausschau halten, sich mit den nötigsten Vorräten ausstatten und einen Notfallplan mit der Familie aufstellen. 

Wenn ein möglicher Angriff läuft, heißt es für die Menschen, sich so schnell wie möglich in ein Gebäude zu begeben. Sollte das nicht möglich sein, gelten unter anderem folgende Hinweise:

  • Wegen Erblindungsgefahr nicht in mögliche Blitze oder Feuerbälle schauen!
  • Flach auf den Boden legen und den Kopf bedecken!
  • So schnell wie möglich mit viel Seife duschen, allerdings keinen Conditioner für die Haare nutzen, da er radioaktives Material in den Haaren binde.
  • Die Kleidung ablegen!
  • Sich zu einem sicheren Gebäude begeben, die Schulen gelten als sicher!


Guams Gouverneur: "Wir sind sicher"

Anschließend sollen die Menschen Radio hören und die weiteren Anweisungen der Behörden abwarten.


Zudem wendete sich auch der Gouverneur der Insel, Eddie Calvo, mit einer Videobotschaft an die Bevölkerung. Seine Kernaussage: "We are safe!" ("Wir sind sicher!") Er vertraue auf den Schutz durch US-Regierung und der Armee.


liegt etwa 3500 Kilometer entfernt von Nordkorea, eine Rakete würde nach nordkoreanischen Angaben nach ihrem Abschuss nicht einmal 20 Minuten benötigen, um die Insel zu erreichen.

Donald Trump telefonierte mit Xi Jinping aus China

Ungeachtet der Bedrohungen gehen die diplomatischen Bemühungen in der Krise weiter: US-Präsident Donald Trump telefonierte zuletzt mit Chinas Staatschef Xi Jinping, der als Verbündeter des nordkoreanischen Regimes gilt. Das Weiße Haus in Washington gab an, Trump hoffe weiter auf eine friedliche Lösung.


Die Zivilschutzbehörden in den gehen dennoch auf Nummer sicher. Vor Guam hatte schon der Bundesstaat Hawaii seine Bevölkerung über Schutzmaßnahmen bei einem Atombombenangriff aufgeklärt.

Allerdings gehören Informationen über den Schutz vor radioaktiver Strahlung in vielen Ländern zum Standard: Auch in Deutschland schlummern derartige Pläne in den Schubladen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hält Informationsmaterial für den Fall von freigesetzter Radioaktivität bereit.


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