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Nuklearangriff: Wie sich Hawaii auf einen Atomschlag aus Nordkorea vorbereitet

Nur gut 20 Minuten bräuchte eine nordkoreanische Atomrakete, um die US-Inselgruppe Hawaii zu erreichen. Die dortigen Behörden bereiten die Bevölkerung jetzt auf einen Nuklearschlag vor - und versuchen gleichzeitig, zu beruhigen.

Die Behörden auf Hawaii geben der Bevölkerung Hinweise für den Fall eines nordkoreanischen Atomschlags (Symbolbild)

Die Behörden auf Hawaii geben der Bevölkerung Hinweise für den Fall eines nordkoreanischen Atomschlags (Symbolbild)

Rund 7500 Kilometer liegen zwischen und dem US-Außenposten Hawaii im Pazifischen Ozean. Eine mit Nuklearwaffen bestückte Interkontinentalrakete aus dem Arsenal von Diktator Kim Jong Un bräuchte nach Angaben der US-Regierung für die Strecke gut 20 Minuten - nicht viel Zeit für die rund 1,5 Millionen Bewohner der Inselgruppe, sich in Sicherheit zu bringen. Das beständige Säbelrasseln aus Pjöngjang versetzt die Behörden auf Hawaii in Alarmbereitschaft. Sie starteten eine Aufklärungskampagne für ihre Bürger, wie sie sich im Falle eines Atomangriffs verhalten sollen.

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Get Inside, Stay Inside, Stay Tuned

Die Katastrophenschutzbehörde stellte in der vergangenen Woche einen aktualisierten Merkzettel für die Bewohner ins Netz, auf dem sie auf drei grundlegende Verhaltensregeln hinweist: 

  • Get Inside: Ein Gebäude aufsuchen und sich von Fenstern fernhalten. Wenn kein Gebäude in der Nähe ist, flach auf den Boden legen. Nicht in den Lichtblitz schauen.
  • Stay Inside: Solange im Gebäude bleiben, bis es Entwarnung gibt oder 14 Tage verstrichen sind. Um Nahrung, Wasser oder Medizin zu besorgen, kann das Gebäude kurzzeitig verlassen werden.
  • Stay Tuned: Lokale Radiosender hören, um weitere Informationen zu bekommen. Funkgeräte sollten vorhanden sein, um mit Bewohnern anderer Gebäude Kontakt aufzunehmen.

Der "Honolulu Star Advertiser", größte Tageszeitung auf Hawaii, berichtet zudem, dass die Regierung in Zukunft regelmäßige Evakuierungsübungen durchführen und die Bevölkerung weiter aufklären will. Unter anderem sollen Sirenen getestet werden und Schüler lernen, wie sie sich bei einem Atomangriff zu verhalten haben - ähnlich wie zu Hochzeiten des Kalten Krieges.

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"Wir kennen die Absichten von Nordkorea nicht"

Vern Miyagi von der Katastrophenschutzbehörde sagte dem Blatt: "Wir kennen die genauen Absichten und Fähigkeiten der nordkoreanischen Regierung zwar nicht, aber es gibt eindeutige Beweise dafür, dass sie Raketen entwickeln will, die unser Land erreichen. Wir können mit unseren Vorbereitungen nicht bis zu diesem Tag warten."

Die US-Regierung in Washington ging bislang davon aus, dass ihre Raketenabwehrsysteme Angriffe aus Nordkorea stoppen könnten. Die Wahrscheinlichkeit eines gilt als sehr gering, dennoch sagte Vern Myagi dem "Honolulu Star Advertiser", dass seine Behörde die Verantwortung dafür trage, für alle denkbaren Gefahren zu planen. Auch gegen Widerstände aus der Tourismusbehörde, die das Sicherheitskonzept zwar grundsätzlich begrüßt, jedoch auch befürchtet, dass Urlauber wegen der theoretischen Bedrohung fernbleiben könnten.

Dass Regierungen für den Ernstfall vorsorgen, ist indes nichts Besonderes. Auch hier in Deutschland hält das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Informationsmaterial für den Fall von freigesetzter Radioaktivität bereit.

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