HOME

WHO fürchtet größere Ebola-Epidemie im Kongo

2014 gab es den letzten Ebola-Ausbruch im Kongo, jetzt meldet die Weltgesundheitsorganisation neue Fälle. In dem zentralafrikanischen Land ist das Risiko für eine größere Ebola-Epidemie hoch. 

Mitglieder des roten Kreuz im Kongo tragen mit Ebola infizierten Leichnam

Bei dem neusten Ebola-Ausbruch im Kongo wurden offiziell drei Todesfälle erfasst (Archivbild)

Das Risiko darf nicht unterschätzt werden: Nach einem weiteren Ebola-Ausbruch im Kongo warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Landesebene vor weiteren Infektionen. Zwar habe der Kongo Erfahrung mit dem Eindämmen von Ebola-Ausbrüchen, man dürfe aber nicht die Herausforderungen in dem sehr entlegenen und unsicheren Teil des Landes unterschätzen, so der Leiter des WHO-Nothilfeprogramms, Peter Salama, am Donnerstag. "Derzeit kennen wir das volle Ausmaß des Ausbruchs noch nicht", sagte Salama weiter.

Bislang gibt es in der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé zwei durch Labortestes bestätigte Ebola-Fälle, bei 18 weiteren Fällen besteht der Verdacht. Drei Todesfälle wurden offiziell erfasst. Erste Priorität habe derzeit, die mehr als 400 Menschen ausfindig zu machen und zu beobachten, die mit den Betroffenen in Kontakt waren, sagte Salama. Ein Ebola-Behandlungszentrum sei in der Region bereits eingerichtet worden, ein weiteres mobiles Zentrum werde bald folgen.

Immer wieder Ebola-Fälle im Kongo

Für die Region einschließlich der umliegenden Länder werde das Risiko einer Ebola-Epidemie derzeit als moderat eingeschätzt, auf globaler Ebene als gering, sagte Salama weiter. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei der bislang größten Ebola-Epidemie 2014 bis 2015 starben in den westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 11 000 Menschen, mehr als 28 000 infizierten sich.

Im Kongo kommt es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen - bei der letzten im Herbst 2014 erlagen der Krankheit der WHO zufolge 35 Menschen. Das Virus, das zuerst am Ebola-Fluss im Kongo auftauchte, lässt sich im Blut, Urin und Rachensekret nachweisen. Bislang gibt es kein Heilmittel für Ebola. Ein Impfstoff wird derzeit noch getestet.

fri/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wissenscommunity

Partner-Tools