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Die wichtigsten Infos zur Zeitumstellung

Neben den Osterfeiertagen steht uns dieses Wochenende die Zeitumstellung bevor: Die Sommerzeit beginnt in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag, die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Was löst die Zeitumstellung im Körper aus – und warum wurde sie überhaupt eingeführt?

  Zeitumstellung am 27. März: In der Nacht von Samstag auf Sonntag beginnt die Sommerzeit

Zeitumstellung am 27. März: In der Nacht von Samstag auf Sonntag beginnt die Sommerzeit

Am Wochenende ist es wieder soweit: Die Sommerzeit beginnt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 02.00 Uhr um eine Stunde auf 03.00 Uhr vorgestellt – die Nacht ist damit um eine Stunde verkürzt. Die Sommerzeit endet dann wieder am 30. Oktober. Für viele Menschen ist die Zeitumstellung eine leidige Pflicht.

Nahezu drei von zehn Bundesbürgern kämpfen laut einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit nach der Umstellung mit Problemen. 74 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung ohnehin für überflüssig – das sind mehr als bei einer ähnlichen Umfrage vor drei Jahren.

Tatsächlich kann die Zeitumstellung bei sensiblen Menschen die "innere Uhr" durcheinander bringen, was vorübergehend zu Müdigkeit, Schlafstörungen und Verstimmungen führen kann. Zwar ist es abends eine Stunde länger hell. Aber vor allem in der Woche nach der Zeitumstellung sind die Menschen insgesamt erst einmal deutlich unzufriedener, wie Experten der Universität Erlangen-Nürnberg herausfanden. 

Zeitumstellung kann gesundheitliche Probleme auslösen

Betroffen sind vor allem Menschen mit starken zeitlichen Beschränkungen wie berufstätige Eltern mit Kindern. Ihre Lebenszufriedenheit erreicht in der Regel erst in der zweiten Woche nach der Umstellung das Ausgangsniveau. Nicht erwerbstätige Erwachsene ohne Kinder können dagegen weitaus flexibler reagieren; meist ist für sie noch in der Woche nach der Zeitumstellung alles wieder beim Alten.

Manche Menschen kämpfen der DAK-Studie zufolge tatsächlich mit handfesten gesundheitlichen Problemen. So häufen sich demnach in den ersten Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit die Herzinfarkte.

Automatisch läuft die Zeitumstellung bei Funkuhren ab. Taktgeber dafür ist in Deutschland die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Über einen Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch der neuen Zeit anpassen.

Für die Deutsche Bahn ist die Zeitumstellung der rund 120.000 Uhren in Bahnhöfen, Diensträumen und Automaten Routine. Bei den Nachtreisezügen werden die nächtlichen Aufenthalte wegen der fehlenden Stunde entsprechend gekürzt oder sie kommen am Sonntag etwas verspätet ans Ziel. Güterzüge werden möglichst schon vor der planmäßigen Abfahrtszeit auf die Reise geschickt.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt – und zwar aus Gründen der Energieeinsparung. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht.

Mit der Umstellung auf Sommerzeit lässt sich kaum Strom sparen

Nach Ansicht von Kritikern sind allerdings dadurch entstehende Energiespareffekte kaum nachweisbar. So wird laut Umweltbundesamt (UBA) abends zwar weniger häufig das Licht angeknipst, dafür wird aber im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt, so dass sich der Effekt aufhebt.

Auch für Autofahrer kann die Zeitumstellung Ungemach mit sich bringen: Weil sie eine Stunde früher und damit oft noch in der Dämmerung unterwegs sind, sollten sie in den kommenden Wochen besonders achtsam sein. Denn durch den Wildwechsel in der Morgendämmerung steigt die Unfallgefahr.

Grundlage für die Zeitumstellung ist eine EU-weite Regelung, wonach die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) in allen Mitgliedstaaten jeweils am letzten Sonntag im März beginnt und am letzten Sonntag im Oktober endet.

Andrea Hentschel, AFP
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