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11. Dezember 2001, 16:38 Uhr

Worum geht es?

Wovon handelt die Geschichte? Wer sind die Guten, wer die Bösen? Und wer hat sich das alles ausgedacht? Anfänger bekommen hier Antworten auf offene Fragen.

Der Eine Ring, Objekt der Begierde

Beim titelgebenden Herrn handelt es sich um den Herrscher Sauron, versteckt im wüsten Land Mordor. Er taucht nie in Person auf, man spürt nur sein großes, lidloses Auge. Unbemerkt hat der Bösewicht fast alle der insgesamt 20 magischen Ringe in seine Gewalt gebracht. Für die absolute Macht braucht er jedoch noch den von ihm selbst geschmiedeten Einen Ring, der die Kräfte der anderen bündelt, sie unterjocht und den Träger unsichtbar macht.

Dieses wichtige Teil gerät über Umwege in die Hände von Hobbits, einem friedlichen Volk von zur Fettleibigkeit neigenden, aber flinken Knirpsen. Genauer gesagt, vererbt der weit gereiste Bilbo Beutlin seinem Lieblingscousin Frodo das Schmuckstück. Doch der weise Zauberer Gandalf entdeckt bald die schreckliche Natur des Rings. Um die Welt vor dem Untergang zu bewahren und das Böse endgültig zu vernichten, bleibt nur ein Ausweg: Frodo muss den Ring in sein Schmiedefeuer werfen, in die Schicksalsklüfte des Vulkans Orodruin. Dummerweise steht der mitten in Mordor.

Die beschwerliche Reise, hin und zurück mehr als 4000 Kilometer zu Fuß, zu Boot, zu Pferd und zu Adler, tritt Frodo nicht allein an: Acht Gefährten, darunter drei weitere Hobbits, unterstützen die heimliche Mission. Auf der treffen die tapferen Männer - Abenteuer waren in jener mythischen Vorzeit ausschließlich Männersache - fürsorgliche Freunde und erbitterte Feinde. Sie kämpfen gegen Ungeheuer und Dämonen, schlagen blutige Schlachten über und unter der Erde. Action bis zum Abwinken also.

Ort des Geschehens: ein fiktiver, mittelalterlicher Kontinent, größer als Australien und so schön wie Neuseeland. Es gibt hohe, schneebedeckte Berge, dichte Wälder, viel wilde Natur; gekämpft wird mit Pfeilen, Speeren und Schwertern; Hochtechnologie heißt hier Wassermühle und Handwebstuhl. Neben den Hobbits leben dort noch Elben, Menschen und Zwerge, zudem Orks, Uruk-hai, Trolle, Ringgeister und andere Monster wie Balrog oder die Riesenspinne Kankra.

Wer hat sich das ausgedacht?

Ein kinderlieber, englischer Literaturprofessor namens John Ronald Reuel Tolkien. Brite durch und durch, der Tweedanzüge und Pfeiferauchen liebte, für Gärten, Bäume und Ackerland schwärmte. Tolkien in einem Brief an eine Freundin: »Ich bin eigentlich ein Hobbit.«

Geboren wurde er 1892 im südafrikanischen Bloemfontein, dort arbeitete sein Vater für eine Bank. Drei Jahre später zog seine Mutter mit ihm und dem jüngeren Bruder zurück in eine Kleinstadt bei Birmingham. Die Eltern starben früh, ab seinem zwölften Lebensjahr wurde Ronald (so rufen ihn Freunde) vom Priester und einer Tante betreut.

Nach dem Ersten Weltkrieg verdiente er sein Geld als Lexikograf beim »Oxford English Dictionary«, später berief man Tolkien zum Professor für angelsächsische und englische Literatur in Oxford. Das Buch »Der kleine Hobbit«, Vorgeschichte des »Herrn der Ringe«, schrieb er vor allem für seine vier Kinder.

Nach der Veröffentlichung 1937 arbeitete er zwölf Jahre lang an der Ring-Story. Da er nie richtig tippen gelernt hatte, entstand das Manuskript im Zwei-Finger-Suchsystem. Das Meisterwerk erschien 1954/55 und wurde ein internationaler Bestseller, übersetzt in mehr als 25 Sprachen. Bereits der erste Scheck überstieg Tolkiens Jahresgehalt als Professor, er wurde reich und so berühmt, dass er bald eine geheime Telefonnummer und ein neues Haus brauchte. Tolkien starb 1973 im Alter von 81 Jahren, seine Fantasiewelten und Geschöpfe sind bis heute putzmunter.

Seite 1: Worum geht es?
Seite 2: Wer sind die Bösen?
 
 
 
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