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5. Mai 2011, 14:38 Uhr

Russell Brand ist das Lachen vergangen

Helen Mirren, Russell Brand und der Kultfilm "Arthur". Das hört sich nach einer großen Kinochance an. Die wurde aber vertan. Dem neuen "Arthur" fehlt die Magie. Von Sophie Albers

Arthur, Russell Brand, Helen Mirren, Filmstart

Der Brite bei der New Yorker "Arthur"-Premiere im Ziegfeld Theatre© Stephen Lovekin/Getty Images

Ich habe mich wirklich auf diesen Film gefreut. Der anarchisch-grandiose Russell Brand ("Männertrip") und die wunderbare Helen Mirren ("The Queen") im Remake des Lach-Klassikers "Arthur" aus dem Jahr 1981: Die Neuauflage der Geschichte eines ständig betrunkenen Billionärs auf der Suche nach Liebe versprach die Verortung des Humors im 21. Jahrhundert. Wer, wenn nicht Brand, wäre der richtige Mann dafür? Aber weit gefehlt. Und schuld daran ist die Chemie.

Stellen Sie sich eine Mischung aus Dieter Hallervorden, Peter Sellers und Charlie Sheen vor. Das ist Arthur. Arthur Bach (Brand), hyper-infantiler, professioneller Spross einer steinreichen New Yorker Unternehmer-Dynastie, dazu mit schwerem Alkoholproblem ausgestattet, wird von seiner herrischen Mutter vor die Wahl gestellt: Entweder er ehelicht eine Geschäftspartnerin (Jennifer Garner), oder er verliert sein Geld. Dann trifft Arthur die wahre Liebe in Person einer niedlichen, armen Fremdenführerin. Los geht das humorige Drama.

"Arthur" fehlt es an Entschlossenheit

Das Remake nun ist ziemlich nah dran am Original mit Dudley Moore und Liza Minnelli. Wieder geht es um Geld, Liebe und das Lachen übers Leben, das ständig seine Balance verliert. Der grundlegende Unterschied ist jedoch, dass Russell Brands Arthur im Gegensatz zu Dudley Moores das Lachen vergangen ist. Und das, obwohl ihm doch die göttliche Helen Mirren als Nanny zur Seite steht (Bei Moore war es John Gielgud). Und damit sind wir bei der Chemie: Die stimmt zwischen Brand und Mirren - keine Frage. Wenn Brand richtig auf- und Mirren richtig runterdreht, ist das Kino in Bestform. Mithalten kann gerade noch Jennifer Garner als karrieregeile Namensjägerin. Aber vor allem Greta Gerwig als armes süsses Mädchen Naomi wird mit Brand einfach nicht warm. Und da die Liebe doch das Herz der Geschichte von Arthur ist, nimmt das dem Film letztlich die Magie.

Am Ende fehlt es "Arthur" an der Entschlossenheit und dem Willen, sich zum Affen zu machen. Denn das macht man doch schließlich für die Liebe - ob nun mit oder ohne Geld. Trotzdem sollte man die Hoffnung in Sachen Russell Brand nicht aufgeben. Denn der Brite kennt eigentlich keine Angst. Und Affe ist er schon lange.

Von Sophie Albers
 
 
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