8. März 2013, 18:20 Uhr

M.I.A. san nicht MIA.

Die Frei.Wild-Fans sind sauer. Ihre Band wurde von der Echo-Liste gekickt. In blinder Wut verwechseln sie MIA. und M.I.A. Die letztgenannte - englische - Künstlerin versteht die Welt nicht mehr. Von Swantje Dake

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Anschauungsmaterial: Links ist die Sängerin Mieze der deutschen Band MIA., rechts die englische Künstlerin M.I.A.©

Drei Buchstaben können so verwirrend sein. Und der Punkt an der richtigen Stelle kann dabei so entscheidend sein. Manches ist selbst in Zeiten von SMS und Facebook zu beachten. Doch wer auf 180 ist, sich in Rage geredet hat und die Wut einfach rausposten muss, kann darauf keine Rücksicht nehmen.

Und so toben sich viele Frei.Wild-Fans derzeit auf der falschen Facebook-Seite aus. Sie sind sauer, dass ihrer Band die Echo-Nominierung entzogen wurde und lasten dies unter anderem der ebenfalls nominierten Band MIA. an. Die Berliner Kombo hatte - wie auch die Band Kraftklub - von ihrer Nominierung freiwillig Abstand genommen.

Punkt, Punkt, Punkt

Nur: MIA. (groß geschrieben und mit nur einem Punkt am Ende) hat eine Namensvetterin in London - M.I.A. Die englische Sängerin Mathangi "Maya" Arulpragasam nennt sich so. Unter ihrem heute geposteten Song, der vor wenigen Tagen bei der Kenzo-Modenschau lief, sammelten sich zunächst viele begeisterte Kommentare ihrer Fans. Aber dann:

"so'n Dreck,rausschmeißen sofort!aus welchem ghetto kommt die eigentlich her...????" schreibt Marc Fehr.

Petra Hammermeister wütet: "IHR seid zum Kotzen! Ignorant, rot lackierte Faschisten. IHR seid erbärmlich und spießig! Pfui!!!!!"

Wut, Scham und stupid Germans

Zwar bemühen sich deutsche M.I.A.-Fans, den Unterschied zwischen der englischen Sängerin und der Berliner Band zu erklären, es geht aber munter pöbelnd weiter: "MIA = Mist, Indiskutabel, Armseelig. Anders kann man Euch nicht bezeichnen. So kann man einen besseren Konkurrenten auch aus dem Rennen kicken."

Und in der Folge drehen sich die Kommentare unter dem M.I.A.-Song nur noch um die fehlgeleiteten Frei.Wild-Fans und die Scham der deutschen M.I.A.-Fans darüber - und schließlich noch die Wut der englischen M.I.A.-Fans über die "stupid Germans". Was für ein Echo auf eine Nominierung.

 
 
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