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21. Januar 2009, 14:48 Uhr

Raabs "Wok-WM" wird Dauerwerbesendung

Um die Ausstrahlung der nächsten "Wok-WM" mit Stefan Raab zu gewährleisten, hat der TV-Sender ProSieben die Show kurzerhand zu einer Dauerwerbesendung erklärt. Bei den Sendungen 2006 und 2007 hatten Medienwächter Kritik wegen der Werbung geübt.

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Stefan Raab ist mit der "Wok-WM" erfolgreich. Doch Medienwächter übten wegen der Werbung während der Show Kritik© Jörg Carstensen/DPA

Das hat es bisher noch nicht gegeben: Der Privatsender ProSieben reagiert auf den gerichtlichen Vorwurf der Schleichwerbung bei Stefan Raabs "Wok-WM" nicht mit Entfernung der unerlaubten Werbung, sondern mit einer Umetikettierung zur "Dauerwerbesendung". Die nächste Ausgabe des Rodelwettbewerbs mit der Chinapfanne soll am 7. März aus Winterberg im Hochsauerland übertragen werden und ohne diese Änderung hätte der Sender ein hohes Bußgeld riskiert.

Gerade erst haben die Landesmedienanstalten eine Zunahme von Schleichwerbung in den Programmen deutscher Privatsender festgestellt. Dabei erwähnten sie neben der "Wok-WM" auch die Praxis einiger Sender, Dauerwerbesendungen mit dem Begriff "Promotion" zu kennzeichnen. Bei der "Wok-WM" rügte das Berliner Verwaltungsgericht, dass in den Sendungen 2006 und 2007 "Markennamen optisch und verbal eingebunden waren", und wies damit die Klage von ProSieben gegen eine Beanstandung ab. Der Sender behält sich weitere rechtliche Schritte gegen das Urteil vor.

Im Rundfunkstaatsvertrag wird Schleichwerbung ausdrücklich verboten. Sie ist definiert als Erwähnung oder Darstellung von Waren, Marken und dergleichen zu Werbezwecken, wenn die Zuschauer über diesen Zweck irregeführt werden können. Der Werbezweck gilt insbesondere dann als gegeben, wenn die Erwähnung "gegen Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung erfolgt".

Bei der Medienaufsicht sieht man den Vorstoß von ProSieben mit gemischten Gefühlen. Rechtlich ist das Vorgehen in Ordnung, denn Dauerwerbesendungen sind erlaubt, wenn sie während des gesamten Verlaufs als solche gekennzeichnet sind. So sieht Norbert Schneider, der Beauftragte der Landesmedienanstalten für Programm und Werbung, leicht ironisch einen "Schritt in die richtige Richtung", denn: "Der Sender macht sich ehrlich." Schneider: "Es ist ein typischer Fall, wie man aus der Not eine Tugend machen kann." Die Frage sei jedoch, ob es auf Dauer gutgehen könne, wenn die komplette Prime Time zur Dauerwerbesendung umdeklariert werde. "Wer sagt denn, ob das Publikum beim Wok bleibt?"

Und es gibt noch ein anderes Problem: Der Sender bleibt an die Werbe-Obergrenzen pro Tag gebunden. Erlaubt sind zwölf Minuten pro Stunde, also 288 Minuten pro Tag. Wenn die "Wok-WM" auf vier Stunden angelegt ist, bleiben ProSieben für den ganzen restlichen Tag nur noch 48 Minuten Werbung.

Dass Schleichwerbung nicht nur ein Problem der Privatsender ist, hat vor Jahren der Skandal um einige Vorabendprogramme der ARD gezeigt. Zwar haben die Öffentlich-Rechtlichen die Situation nach eigener Einschätzung inzwischen im Griff, doch würde sich Medienwächter Schneider etwa bei Thomas Gottschalks großer Samstagabend-Show im ZDF mehr externe Kontrolle wünschen: "Es kann nicht sein, dass bei 'Wetten, dass..?' in Sachen Schleichwerbung Dinge möglich sind, für die ein Privatsender eine Beanstandung riskieren würde."

DPA
 
 
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