Sein Name steht für italienischen Luxus - jetzt hat Roberto Cavalli für H&M erstmals günstige Mode und Accessoires entworfen.

Blickfang Ring, Kette und Armband aus der Damenkollektion von Roberto Cavalli, 66. Der Männerschmuck ist etwas dezenter© Pressefoto
Ich bin stolz darauf, der erste H&M-Italiener zu sein! In meiner Firma fürchtete so mancher um mögliche Imageschäden. Cavalli ist teuer, wertvoll, da gab es Bedenken, dass ich für einen sogenannten Billiganbieter entwerfe. Aber ich habe die Zusammenarbeit gegen alle in meinem Haus durchgesetzt.
Ja, H&M wollte Cavalli, und den haben sie in seiner reinsten Form bekommen. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, denn ich will, dass die Kollektion in Windeseile verkauft wird. Es soll eine Windbö Roberto Cavalli sein. Ich bin ja mittlerweile nicht nur als Marke, sondern auch als Person bekannt. Auf der Straße halten mich die Leute an, besonders die Jugendlichen. Ich fühle mich manchmal wie ein Rockstar. Und das gefällt mir! Sehen Sie, ich bin ja nicht mehr der Jüngste. Dass die Jugend mich schätzt, macht mir die größte Freude.
Klar. Was ist das Problem daran?
Das war einmal. Es kann ja nicht immer Luxusschmuck sein, wenn die Trends immer schneller wechseln. Wer kann es sich denn leisten, jedes seiner Outfits mit Goldschmuck oder Brillanten aufzurüsten?
Es darf nie übertrieben wirken. Schmuck sollte mit größter Ungezwungenheit getragen werden. Früher wartete man auf das, was der Designer vorschlug. Heute sind die jungen Leute alle ihre eigenen Designer.
Auch damit geht man heute entspannt um. Er kann eine besondere Note zum Auftritt hinzufügen. Schmuck greift die Maskulinität junger Männer nicht mehr an.
Das Aussehen kann nie mehr sein als eine gute Visitenkarte. Wenn man die abgegeben hat, muss man zeigen, dass man intelligent ist und zu faszinieren vermag.
Ja, aber immer erst am Abend, am liebsten zum Smoking. Ich habe eine sehr schöne Brosche von meiner Frau geschenkt bekommen, einen kleinen Skorpion für mein Sternzeichen. Dafür werde ich oft gelobt.
Ich persönlich lege ihn ab. Aber es soll ja sogar Männer geben, die im Bett ihre Armbanduhr anbehalten ...
Interview: Dirk van Versendaal
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 46/2007