23. November 2009, 12:04 Uhr

Vandalen machen Bahn zu schaffen

Die Bahn fährt künftig in eigener Sache Zug. Um gegen Gewalt und Vandalismus zu sensibilisieren, rollt ein sogenannter Präventionszug durchs Land. Zweistellige Millionenbeträge muss die Bahn alljährlich für die Schäden in Zügen und Bahnhöfen ausgeben. Dabei schlagen die Täter offenbar immer hemmungsloser zu.

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Präventionszug der Bahn: Sensibilisierung gegen Gewalt und Vandalismus©

Beschmierte Züge, aufgeschlitzte Sitze, zerkratzte Scheiben: Vandalismus und Graffiti machen der Deutschen Bahn (DB) immer mehr zu schaffen. Die Zahl der Straftaten sei bis September im Vergleich zum Vorjahr bereits um neun Prozent auf rund 39.000 gestiegen, sagte DB-Vorstand Gerd Becht am Montag in Nürnberg. "Und die Täter schlagen immer intensiver zu", ergänzte der Leiter der DB-Konzernsicherheit, Gerd Neubeck. Während früher einzelne Graffiti angebracht worden seien, würden heute ganze Züge besprüht. In diesem Jahr werde das Unternehmen 50 Millionen Euro für die Beseitigung der Schäden ausgeben müssen.

In Nürnberg startete die Bahn am Montag in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei einen Präventionszug: Hier sollen Kinder und Jugendliche unter dem Motto "Fair und sicher unterwegs" gegen Gewalt und Vandalismus sensibilisiert werden. "Die Bahn ist sicher, aber es gibt Zwischenfälle", sagte Becht. Gegen die Flut der Schäden durch Vandalismus kämen die Bahn-Mitarbeiter nicht mehr an. Als Ursache nannte Becht gesellschaftliche Probleme: "Werte zählen immer weniger."

Nicht wegschauen, aber angemessen verhalten

Der Präsident der Bundespolizei, Matthias Seeger, rief zu mehr Zivilcourage auf: "Die Fahrgäste sollen nicht wegschauen." Ebenso wichtig sei aber auch angemessenes Verhalten, um sich nicht selbst zu gefährden. Man solle bei bedrohlichen Zwischenfällen andere Fahrgäste um Hilfe bitten und per Handy die Polizei alarmieren.

Der Zug fährt bis zum 12. Dezember durch Deutschland. Nach Nürnberg wird er in Braunschweig, Leipzig, Magdeburg, Essen, Dortmund und Köln Station machen. Durch die fünf Waggons führt ein multimedialer Lehrpfad, der neben dem Problem der Zerstörungen auch die Gefahren durch Starkstromleitungen oder durch die Sogwirkung vorbeirasender Züge deutlich macht. Die Bundespolizei bietet außerdem ein Training an, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
el3ktro (23.11.2009, 18:22 Uhr)
Völlig korrekt
Ich muss meinen Vorrednern recht geben. Wir haben in D schon viel zu lange diese Kuschelpolizei. Ich will natürlich keine prügelnden Polizisten, aber die sollen endlich auch mal hart durchgreifen können, ohne gleich ne Klage vom Täter am Hals zu haben. Ich war einige Zeit in New York, dort greift die Polizei ganz anders durch als bei uns - und das hat New York innerhalb von wenigen Jahren von einer der gefährlichsten zu einer der sichersten amerikanischen Großstädte gemacht. Man muss den Leuten einfach mal unmissverständlich klar machen, dass Vandalismus, Körperverletzung etc. einfach nicht geduldet werden. Harte, schnelle Bestrafung. Bei Jugendlichen MAXIMAL einmal das Auge zudrücken solange es nur Sachschaden gab (aber Schadenersatz muss natürlich geleistet werden) danach gibt's keine Gnade mehr. Ich wette, das wirkt.
mats123 (23.11.2009, 16:33 Uhr)
Der Kampf ...
... gegen die Vandalen wurde doch noch gar nicht von der Politik aufgenommen. In anderen Ländern sind die Politiker fähiger. Schmierereien müssen dort von den Hauseigentümern unverzüglich beseitigt werden, die Kosten darf man von der Steuer absetzen. Schmierer werden so entmutigt. Chaoten bekommen im Ausland zudem viel härtere Strafen statt Kuschelpädagogik. Gezielte Kameraüberwachung und Identifizierung der Täter wäre ohne Probleme möglich, wenn man denn wirklich wollte. Es sind doch immer dieselben Tatorte. Lächerlich. Die Politik versagt hier, alles Angsthasen, die vor politischer Korrektheit nicht mehr denken können (allen voran Typen wie Ströbele, die soziale Missstände verursachen und sich dann darüber beschweren und anderen die Schuld geben). Die sollten lieber jedem Jugendlichen einen Arbeitsplatz besorgen, der sie fordert, dann machen die auch nicht mehr so viel Blödsinn. Aber was machen wir: Stecken denen das Geld in den Hintern, und als Dank zerstören sie den öffentlichen Raum.

Es ist wie mit den Bankmanagern: Solange wir die gierigen Banker nicht für die Krise bezahlen lassen, sondern die sich weiterhin Milliardenboni genehmigen dürfen, hat die Politik doch noch gar nichts gegen die Misstände an den Finanzmärkten unternommen.
raptor-xl (23.11.2009, 14:54 Uhr)
die pleite des staates...
...ist immer offensichtlicher. diesmal aber nicht finanziell, sondern als staatsgewalt. nach 1259 sozialprogrammen, allesverstehkursen und fürallesmitleidaufbringenseminare haben wir alle verstanden: strafe ist schlecht, strafe darf nicht sein. also haben wir das ergebnis, dass leider nicht weniger, sondern mehr strafen getätigt werden, aber gleichzeitig immer weniger bestraft wird.

vor allem haben wir das augenmaß verloren, was der unterschied zwischen finanziellen und körrperlichen delikten sind. wer 100.000euro klaut bekommt zwei jahre freiheitsentzug und alle welt ist sauer, weil reich sein (egal wie) geht gar nicht. eine frau vergewaltigen und davor ne schwere kindheit gehabt haben, kommt meist mit bewährung davon. mal im ernst: wen wundert das noch was?
babylon (23.11.2009, 14:42 Uhr)
Der Präsident der Bundespolizei hat auch
noch nie eine vor den Latz geknallt bekommen. In der Theorie ist immer alles ganz einfach , nur in der Praxis hapert es dann meist.
Der Bürger wird doch hier vom eigenen Staat veralbert. Bei mir gegenüber haben letztes Jahr ein paar Jugendliche die Bushaltestelle zerlegt. Ich rief die Polizei.
Kommentar der Polizei : " Bis wir da sind haben sich die Leute schon in Luft aufgelöst. So schlimm kann es ja nicht sein!" Und wenn man sich dann einmischt und leider handgreiflich werden muß um sich bzu schützen ,hatten die Täter eine schlechte Kindheit etc.
Der angeschmierte ist hier wie immer der Bürger, der den Schaden auch noch bezahlen darf.
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