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22. Oktober 2008, 12:21 Uhr

Zugbegleiterin setzt Mädchen im Dunkeln aus

Eine Bahnmitarbeiterin hat ein zwölfjähriges Mädchen bei Einbruch der Dunkelheit wegen angeblichen Schwarzfahrens aus einem Zug geworfen. Obwohl andere Fahrgäste angeboten hatten, die Karte zu zahlen, musste das Mädchen in Parkentin bei Rostock aussteigen. Es war mit seinem Cello zur Musikschule unterwegs gewesen.

Prinzipiell gilt bei der Bahn der Grundsatz, dass Minderjährige nicht von der Fahrt ausgeschlossen werden dürfen - nun musste eine Zwölfjährige aussteigen, weil sie keine Fahrkarte dabei hatte© Torsten Silz/ddp

Weil eine Zwölfjährige keine Fahrkarte dabei hatte, ist sie von einer Zugbegleiterin in der Dunkelheit in Parkentin bei Rostock ausgesetzt worden. Die Bahn bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Ostsee-Zeitung" vom selben Tag. Das Mädchen war am Montagabend mit ihrem Cello von Bad Doberan nach Rostock zur Musikschule unterwegs und hatte ihr Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen. Obwohl Mitreisende anboten, eine Fahrkarte für das Mädchen zu kaufen, musste es aussteigen. Daraufhin lief die Zwölfjährige mit ihrem schweren Instrument auf dem Rücken fünf Kilometer nach Hause.

Die Mitarbeiterin sei vorläufig vom Dienst suspendiert worden, erklärte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Drastische arbeitsrechtliche Konsequenzen würden geprüft. "Wir werden uns in aller Form bei der Mutter und dem Kind entschuldigen", sagte er. Die Bahn werde mit einem Blumenstrauß und einem Länderticket zur Familie gehen, "damit man die Bahn von einer anderen Art und Weise kennenlernt". Es sei vor allem unverständlich, dass die von den anderen Fahrgästen angebotene Hilfe nicht in Anspruch genommen worden sei. Prinzipiell gelte bei der Bahn der Grundsatz, dass Minderjährige nicht von der Fahrt ausgeschlossen werden dürfen.

Nach Angaben des Fahrgastverbandes "Pro Bahn" hätte die Zugbegleiterin dem Mädchen die Chance geben müssen, die Fahrkarte nachzureichen. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, die persönlichen Daten zu notieren, die Eltern telefonisch zu benachrichtigen oder ein erhöhtes Beförderungsentgelt in Rechnung zu stellen. "Ein Kind aber einfach auszusetzen, noch dazu am Abend, ist eine unverantwortliche Tat", sagte "Pro Bahn"-Landeschef Marcel Drews der "Ostsee-Zeitung".

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 40)
 
Schurke (24.10.2008, 19:52 Uhr)
Blick zurück ohne Mehdorn
Der entfesselte Kapitalismus bringt entfesselte Individuen hervor.
Mir wird vor Deutschland genauso Angst und Bange wie Ackermann.
Nach der Privatisierung darf die Schaffnerin bestimmt nur noch auf der Kirmeseisenbahn die Fahrscheine kontrollieren.
kralli19 (23.10.2008, 12:41 Uhr)
Dankbar...
Man kann dem lieben Gott nur dankbar sein,d as dem Mädchen auf dem Fußweg nix schlimmeres passiert ist.
Zaziedanslemetro (23.10.2008, 12:38 Uhr)
"herzlose Mutter"? @guenni22
wieso ist eine Mutter herzlos, wenn sie ihrem Kind Musikunterricht ermöglicht? Da eine 12-jährige vormittags schließlich zur Schule geht, bleibt da nur der Nachmittag. Und auf dem Rückweg wird es dann dunkel, was im Oktober völlig normal ist. Ganz im Osten übrigens fast eine dreiviertel Stunde früher als ganz im Westen der Republik. Die Geschehnisse in diesem Zug deuten allerdings leider erneut darauf hin, dass im Osten generell viel Finsterniss am Horizont und in den Hirnen und Herzen zu vieler Menschen herrscht.
mutti1 (23.10.2008, 12:03 Uhr)
bösartig
ich glaube auch, es war eine genervte alte ost-zicke, eventuell ex-pilzistin oder strafvollzug.
der zug fährt mit 10 leuten so gut, wie mit hundert.
es ist fatal, was dieses mädchen ewrlitten hat, da ja ihr der fahrschein bezahlt worden wäre, ist doch nur ein exempel an der kleinen statuiert worden, damit sie ja immer demnächst zahlt und den fahrchein dabei hat.
was wäre, wenn sie ermordet oder vergewaltigt worden wäre, tot oder angefahren, ..?? ich fasse es nicht. kann man denn nicht menschlicher sein, es geht bei der bahn sowieso um regelmäßig erhöhte tickets und abzocke. wie man sieht, der service ist unterste klasse.
es wird täglich mit leuten schindluder getrieben, ob kinder, jugendliche, arme u. behinderte und kranke, absolut beschämend diese geldgier u. obrigkeitsdenken. die bahn und auch busbetriebe würden reich, wenn sie die preise senken und ihren standard auf normal wenigstens anheben.
Gisella (23.10.2008, 11:53 Uhr)
guenni
-ich denke ,das mit der Musikschule ist ein Überbleibsel aus der ehemaligen DDR. Man wurde, wenn man talentiert war, kostenlos gefördert. auch ich musste im selben Alter abends dorthin fahren in Magdeburg. Damals waren kaum Morde, Vergewaltigungen u.s.w. bekannt-alllerdings kann man heute keine Kinder mehr aus dem Zug schmeissen-warum hat diese Bahntussi nichtmal bei den Eltern angerufen????Und wenn wir jetzt schon Angst haben müssen, dass sich die SECURITY mit uns anlegt, na, dann mal Prost. In welchem Staat leben wir denn inzwischen???-
botoxia (23.10.2008, 11:28 Uhr)
Noch ne Idee
jaja, das Kind musste alleine nach Hause laufen und alle sind empört. Gut, ich auch. Aber theoretisch hätte ja auch eine/r der Mitreisenden auch mit aussteigen können, um das Kind auf dem dunklen Wege zu beschützen. Aber das wäre wohl dann doch zuviel verlangt, nicht wahr? Da haben dann alle schön zu Boden geschaut und niemand kam auf die Idee, den eigenen Heimweg zu unterbrechen.
Palatine (23.10.2008, 11:16 Uhr)
aufmucken
Es ist natürlich leicht, zu sagen: "ICH HÄTTE dieses und jenes getan...". Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich lediglich einen Protest geäußert und dann zugesehen hätte, wie das Kind rausgeschmissen wird. Die Passagiere hätten sehr wohl Möglichkeiten gehabt, das Mädchen vor dieser hohlen Nuss zu schützen.
elevenstar (23.10.2008, 10:37 Uhr)
Mitarbeiterin des Monats
Zeigt doch diese "Mitarbeiterin des Monats" mit Foto und Namen. Wenn Sie schon so energisch und couragiert das Mädchen rausgeworfen hat, sollte Sie auch dazu stehen - mit allen Konsequenzen!
Die Augenzeugen? Die schweigen sich aus - zu peinlich, nicht vehement eingegriffen zu haben!
Benedetta (23.10.2008, 09:21 Uhr)
@Susiwolf
"Diese Verhaltensweise hat nichts mehr mit mangelnder Ausbildung zu tun." Ganz genau. Diese Frau hat eine eine Persönlichkeitsstörung und gehört in Behandlung!!
Sirius77 (23.10.2008, 09:14 Uhr)
War ja klar...
...das jetzt wieder das gelaber von wegen OSTDEUTSCH kommt... jeder aufrichte Zugbegleiter jenseits der BÖSEN BRAUNEN ZONE hätte natürlich anders gehandelt! Sowas kann natürlich nur bei den Nazis in der Zone zum tragen kommen oder sind es evt. doch Kommus...??? Am besten beides BRAUN-ROT halt. Noch ne Frage wie klingt eigendlich "Ostdeutsch"...??? Aber nun zum Thema: Natürlich absolut INAKZEPTABEL!! LG vom OSTDEUTSCH sprechenden aus Dresden
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