. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. August 2007, 17:57 Uhr

Deutsche Herzen schlagen links

Ach, das wird sie freuen, die Herren Lafontaine, Bisky und Gysi, denn ein Großteil des Volkes scheint zumindest mit ihren Positionen zu sympathisieren. Eine Umfrage hat nun ergeben, dass klassische linke Positionen derzeit Hochkonjunktur im Land haben. Selbst die Gewerkschaften dürfen aufatmen.

Sein Herz, das hat er in einer mandatsfreien Zeit publizistisch bekannt, schlägt ohnehin links. Der Herzschlag des Volkes folgt ihm offenbar: Oskar Lafontaine, Chef der Partei "Die Linke"© Markus Schreiber

Hach, jetzt werden sie sich wieder auf die Schultern klopfen. Der Oskar und der Gregor, und vielleicht auch ein bisschen der Professor Bisky. "Siehste!" Ein paar Kilometer weiter, im Willy-Brandt-Haus, werden sich die Sommer-Stallwachen der Herren Beck und Heil an den Köpfen kratzen und sich überlegen, ob das jetzt gut ist für sie oder doch eher schlecht, was nun eine Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag der "Zeit" ergeben hat.

Selbige hat nämlich ergeben, dass das Herz der Deutschen doch für eine politische Heimat schlägt, die sie "links" verorten. So lehnt eine überwältigende Mehrheit der Bürger die Sozialpolitik der Großen Koalition ab. Der Emnid-Umfrage zufolge sagten 72 Prozent der Befragten, die Regierung müsse mehr für soziale Gerechtigkeit tun, nur 16 Prozent folgen der Regierungspolitik. Jeder dritte Deutsche bezeichnete sich selbst als "links". 34 Prozent sagten, sie seien im politischen Spektrum links zu verorten. 52 Prozent ordnen sich selbst der politischen Mitte zu und nur elf Prozent der Rechten.

Selbst unter CDU-Anhängern sieht sich jeder Vierte als Teil des linken politischen Spektrums. Bei den SPD-Anhängern sehen sich 39 Prozent als "links", bei der FDP 23 Prozent und bei den Grünen sogar 76 Prozent.

Bahn soll Staatsunternehmen bleiben

Oskar Lafontaine, Chef der Partei "Die Linke" und in einer mandatspolitischen Ruhephase Autor eines Buchs mit dem Titel "Das Herz schlägt links", kann sich über die Umfrage auf jeden Fall freuen. Denn von den 1000 Deutschen, die Emnid befragte, stützten viele politische Forderungen, die vor allem von der Linkspartei vertritt: So sagten 67 Prozent der Befragten, sie wollten Unternehmen wie die Bahn sowie die Energieversorgung in staatlicher Hand lassen. Vor allem von Anhängern der Volksparteien wird diese Haltung geäußert. Von den SPD-Anhängern sind 72 Prozent für Staatsunternehmen, von den Unionswählern immerhin 71 Prozent. 68 Prozent der Befragten sind für die Einführung von Mindestlöhnen. 62 Prozent halten die Beteiligung der Bundeswehr an Einsätzen in Afghanistan für "eher falsch". 82 Prozent fordern, das gesetzliche Rentenalter wieder von 67 auf 65 Jahre zu senken.

Die Sympathie für linke Positionen schlägt sich auch in einer positiveren Haltung zu den Gewerkschaften nieder. So halten 46 Prozent der Deutschen laut "Zeit"-Umfrage die Macht der Gewerkschaften für "eher zu klein" und nur 43 Prozent für "eher zu groß". Auf die gleiche Frage hatten 2003 noch 51 Prozent der Befragten geantwortet, sie wünschten sich weniger Gewerkschaftsmacht.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
ti1632 (09.08.2007, 08:35 Uhr)
Presse und Realität
Die Umfragewerte zeigen deutlich, daß zwischen der Stimmung im Volke und der veröffentlichten Meinung in Presse und TV ein großer Graben aufgebochen ist. Liest man die Zeitungen der letzten Monate, erkennt man, daß die große Mehrheit der Starjournaliten und Chefredakteure Vergnügen daran findet auf Lafontaine und die Linke einzudreschen. Oskar ist von gestern - basta ! Argumente werden nicht vorgebracht, denn jeder, der gegen die CDU-SPD-FDP Einheitsideologie angeht muß ja falsch liegen - die Globalisierung zwingt zu allen ozialpolitischen "Reformen" usw.
Ich freue mich jetzt schon auf die Kommentare unserer großen Welterklärer - z.b. jörges - nach der nächsten Bundestagswahl. Motto: Das Volk ist zum dumm für uns.
Denimdemon (09.08.2007, 01:11 Uhr)
Jeder Bauer mag seinen Fänger!
Nothing to add!
iovialis (08.08.2007, 20:31 Uhr)
Soziale Gerechtigkeit
Da gibt's eine Partei, die sich "Partei sozial gerechter Demokratie" (PsgD) nennt und sich genau für das einsetzt, was für das sie steht - mit einem Konzept für eine Wirtschafts- und Sozialordnung, das unter dem Begriff "Jovialismus" läuft. Daran haben führende Sozialwissenschaftler indirekt mitgearbeitet, um eine Alternative zum Liberalismus (Jeder bekommt das, was er verdient) und Sozialismus (Keiner bekommt etwas, sondern alle alles) mit folgender Prämisse entworfen: "Jeder bekommt das, was er verdient und von allem etwas" steht.
Selbst die Grünen und "Die Linke", sowie Attac war an der Erarbeitung indirekt beteiligt.
MEHR ZUM ARTIKEL
stern-Umfrage SPD legt zu, Linkspartei stabil

Die SPD hat in der Wählergunst aufgeholt: Sie käme nun auf 25 Prozent, die Linkspartei auf 13 Prozent. Kanzlerin Merkel sonnt sich im Umfragehoch, aber den Aufschwung buchen die Bürger eher auf Altkanzler Schröders Konto. mehr...

Deutsche Bahn Soll die Bahn an die Börse?

Die Große Koalition in Berlin will die Deutsche Bahn zusammen mit ihrem Schienennetz privatisieren. Der Staat soll nur noch 51 Prozent des Verkehrskonzerns behalten. Doch Verbraucherschützer und Bundesländer sorgen sich, ob der Fahrgast am Ende der Verlierer ist. mehr...

Umfrage stern-Umfrage in Afghanistan: Sollen die Deutschen gehen oder bleiben?

Nach der Entführung zweier Bauingenieure steht der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch wieder einmal zur Diskussion. Ein stern-Team hat die Menschen im Operationsgebiet der Deutschen zwischen Kundus und Masar-i-Scharif befragt, vom Bazarhändler bis zum Opiumbauern. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe