Forderung nach Cannabisclubs entfacht Streit

25. Januar 2012, 08:42 Uhr

Die Linke fordert Cannabisclubs, die Grünen wollen Drogenfachgeschäfte. Das Ziel: eine Entkriminalisierung der Konsumenten. Union und FDP sind empört. Im Bundestag werden dazu heute Experten gehört.

Cannabis, kiffen, Cannabis-Clubs, Hanf, Legalize, Hasch, Drogen, Anhörung Bundestag

Kiffen soll entkriminalisiert werden. Die Koalition lehnt die Vorstöße von Linkspartei und Grünen vehement ab©

Mit ihrer Forderung nach Cannabisclubs hat die Linke heftigen Streit ausgelöst. Hasch und Marihuana sollen durch solche Vereine legalisiert werden. "Wir wollen weg von der Verteufelung", sagt der drogenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Frank Tempel, in Berlin. Union und FDP wandten sich strikt gegen jede Legalisierung.

An diesem Mittwoch wird in einer Expertenanhörung im Bundestag über den Antrag beraten. Die Einrichtungen sollen laut Tempel ohne kommerzielles Interesse den Cannabisanbau für ihre Mitglieder übernehmen. Tempel betonte, er wolle Aufklärung, Jugendschutz und Prävention voranbringen sowie den Schwarzmarkt bekämpfen. "Die kriminelle Karriere kann mit der Kriminalisierung von Cannabis beginnen." Erlaubt sein soll der Besitz von 30 Gramm getrocknetem Cannabis. "Wir wollen Gesundheitsvorsorge, Gesundheitsschutz, Aufklärung. Und vor allem wollen wir Abhängige unterstützen, sich aus der Sucht zu befreien", bekräftigte die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch im ZDF-"Morgenmagazin" das Vorhaben ihrer Partei. Rund 200.000 Menschen in Deutschland haben laut Bundesregierung einen problematischen Cannabiskonsum. Millionen weitere greifen gelegentlich zu der Droge.

Dyckmans: Cannabis eine gefährliche Droge

Union und FDP lehnen eine Legalisierung von Cannabis strikt ab. "Die Möglichkeit abhängig zu werden, hat sich durch einen höheren Wirkstoffgehalt in den vergangenen Jahren extrem erhöht", sagt die CDU-Abgeordnete Karin Maag. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer warf der Linken Verantwortungslosigkeit vor: "Eine weitere Freigabe von Rauschmitteln ist angesichts der enormen Anstrengungen, den Missbrauch von Alkohol zu verhindern und Jugendliche zu schützen, nicht vertretbar."

"Cannabis ist nach wie vor eine sehr gefährliche Droge, eine Teillegalisierung wäre daher ein falsches Signal, besonders an Jugendliche", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) der Leipziger Volkszeitung. Das bestehende Verbot führe dazu, dass der Cannabiskonsum in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch relativ gering sei. Cannabis sei nur zugelassen in Form eines Fertigarzneimittels gegen bestimmte Schmerzen.

"Kriminalisierungspolitik ist gescheitert"

Der Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck betonte hingegen: "Die Kriminalisierungspolitik von Drogenkonsumenten ist gescheitert." Die Grünen forderten eine legale Abgabeform bei weichen Drogen über lizenzierte Drogenfachgeschäfte. Vor allem müsse schwerstabhängigen Drogenkonsumenten stärker geholfen werden.

Die Drogenbeauftragte der SPD-Fraktion, Angelika Graf, machte "eine ganze Reihe von Vorbehalten" gegenüber Cannabisclubs geltend. Der Zugang zu Cannabis könne wohl kaum auf Mitglieder beschränkt werden. Zugleich mahnte Graf eine Reform für reine Konsumenten an. "Da sollten wir uns etwas überlegen", sagte sie. Es sei wenig sinnvoll, dass es in den Bundesländern unterschiedliche Höchstmengen zwischen 6 und 15 Gramm für die Straffreiheit bei Cannabisbesitz gebe. Dem halten die Fachpolitiker von CDU und FDP entgegen, dass für eine Angleichung dem Bund die Zuständigkeit fehle.

Zum Thema
Panorama
Extras & Ratgeber
Extra: Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird Extra Erfolgsmenschen - Wie man erfolgreich wird
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...

 

  von Gast 98669: können adoptierte ausländische erwachsene in Bayern studieren?

 

  von Gast 98667: Reisepass abgelaufen

 

  von Gast 98659: palmen in irland

 

  von Gast 98655: Kosten im Pflegefall

 

  von Amos: Maut: jetzt für Autobahnen und Bundesstraßen. Da die Bundesstraßen B 1, B 236 und B 54 mitten durch...