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22-Jähriger kommt Prügelopfer zu Hilfe – und wird vor Gericht bestraft

Er wollte nur helfen: Ein 22-Jähriger schritt ein, als ein Mann von einer Gruppe Jugendlicher zusammengeschlagen wurde. Dabei verletzte der Retter einen der Täter. Eine Richterin verurteilte ihn dafür - obwohl er in Notwehr handelte.

Ein 22-Jähriger kam einem Prügelopfer zu Hilfe - doch sein Einsatz brachte ihm eine Strafe ein (Symbolbild)

Ein 22-Jähriger kam einem Prügelopfer zu Hilfe - doch sein Einsatz brachte ihm eine Strafe ein (Symbolbild)

Wer einen "gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff" von sich oder einem anderen abwendet, handelt in Notwehr. So steht es in Paragraph 32 im Strafgesetzbuch. Genau das hat ein 22-Jähriger getan, als er im Juni 2015 in der Ludwigsburger Innenstadt einem Mann zur Hilfe kam, der zusammengeschlagen wurde, wie die "Stuttgarter Nachrichten" schreibt. Doch das Amtsgericht Ludwigsburg verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung - weil er bei seinem Einsatz einen Menschen verletzte. 

Folgendes hatte sich dem Bericht zufolge damals abgespielt: Vor einer Gaststätte wurde ein Mann von einer Gruppe betrunkener Jugendlicher umringt und zusammengeschlagen. Der Angeklagte schritt gegen die Täter ein, schlug um sich. Dabei erlitt einer der Beteiligten einen Kieferbruch, er gab später zu Protokoll, grundlos ins Gesicht geschlagen worden zu sein.

Zeugten bestätigten Version des Angeklagten

Das, erklärte der Angeklagte später vor Gericht, habe er nicht gewollt. "Ich hatte Angst, dass der auf dem Boden stirbt, wenn die alle weiter auf ihn eintreten.“ Zahlreiche Zeugen und auch das Opfer unterstützten die Aussage des Mannes.

Für die Staatsanwältin war es eine klare Sache: Der Angeklagte hatte in Notwehr gehandelt und sollte nicht bestraft werden. Doch die Richterin sah das anders. Zwar zweifelte sie nicht an, dass der Mann wirklich helfen wollte - doch ihrer Ansicht nach war er zu weit gegangen. "Das Ausmaß dieser Nothilfe war so nicht erforderlich."

Der Angeklagte ist nun vorbestraft

Die Richterin verurteilte den 22-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis auf Bewährung. Der Grund für das Urteil ist möglicherweise auch in der Vergangenheit des Angeklagten zu finden: Vor Jahren hatte er schon einmal Ärger wegen Körperverletzung, heißt es.

Der 22-Jährige ist nun vorbestraft. Dem Bericht zufolge könnte er in einem Zivilprozess auf Schadensersatz verklagt werden. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht: Die Verteidigerin des Angeklagten kündigte an, in Berufung zu gehen.

kis
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