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Gerichtsprozess Wegen Mordes angeklagter Teenager bricht vor Gericht in Tränen aus

Kyle Rittenhouse bricht vor Gericht in Tränen aus
Kyle Rittenhouse bricht vor Gericht in Tränen aus
© Mark Hertzberg / Picture Alliance
Kyle Rittenhouse ist wegen zweifachen Mordes angeklagt. Nun brach er im Gerichtssaal in Tränen aus und beteuerte, aus Notwehr gehandelt zu haben. Zuvor plädierte er auf "nicht schuldig".

Mit seinen 18 Jahren ist Kyle Rittenhouse bereits wegen zweifachen Mordes angeklagt. Im Rahmen der Proteste gegen Rassenungleichheit in der Stadt Kenosha am 25. August 2020 habe er zwei Menschen getötet und eine weitere Person verletzt, so lautet die Anklage. Nun brach Rittenhouse während einer dramatischen Zeugenaussage vor Gericht in Tränen aus.

Rittenhouse plädierte auf "nicht schuldig"

Der angeklagte Teenager brach während seines Gerichtsprozesses in Tränen aus, als er schilderte, wie er von mehreren Männern "in die Enge getrieben" wurde und beteuerte aus Notwehr gehandelt zu haben. Rittenhouse plädierte auf "nicht schuldig" in allen Anklagepunkten. Der Teenager muss sich zur Zeit wegen fahrlässiger, vorsätzlicher und versuchter Tötung vor Gericht verantworten. Als der Teenager seine Fassung verlor, wurden die Verhandlungen kurzzeitig unterbrochen.

Zwei Tage vorher hatten in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin Unruhen begonnen, nachdem der Schwarze Jacob Blake von Polizisten erschossen worden war. Zahlreiche Geschäfte wurden in Brand gesetzt und es kam zu Plünderungen, die Polizei versuchte die Menschenmenge unter Kontrolle zu bringen. Rittenhouse war daraufhin mit einem halbautomatischen Gewehr von seinem Wohnort im Nachbarstaat Illinois angereist. Nach eigenen Angaben war es seine Absicht gewesen, Eigentum vor den Unruhen auf der Straße zu schützen und erste Hilfe zu leisten.

Ein Polizist steht mit Sturmhaube vor den zerborstenen Fenstern eines Vereinsheims der Hells Angels in Mönchengladbach

Teenager will aus Notwehr gehandelt haben

"Ich habe nichts Falsches getan. Ich habe mich selbst verteidigt", so der 18-Jährige. Er beschrieb den Richtern die chaotischen Zustände, welche auf der Straße geherrscht hätten. Über Joseph Rosenbaum, den ersten Mann, den er getötet hatte, sagte Rittenhouse, der Mann habe ihn zuerst angegriffen und gedroht, ihn zu töten. Erst als Rosenbaum die Hand auf sein Gewehr legte, habe Rittenhouse auf ihn geschossen. Videoaufnahmen zeigen, dass Rosenbaum in tatsächlich verfolgte.

Noch am selben Abend hatte der damals 17-Jährige einen weiteren Mann erschossen – Anthony Huber. Dieser habe ihn zuvor mit einem Skateboard geschlagen und versucht, ihm sein Gewehr abzunehmen, so Rittenhouse. Der von ihm verwundete Gaige Grosskreutz habe zudem eine Pistole auf seinen Kopf gerichtet, bevor der Angeklagte auf ihn schoss und ihn am Arm verletzte. Rittenhouse beteuerte, er habe keine andere Wahl gehabt und sich lediglich selbst verteidigen wollen.

Aufrichtigkeit seiner Tränen in Frage gestellt

In den Sozialen Medien löste der Fall um Kyle Rittenhouse gespaltene Reaktionen aus. Auch der stellvertretende Bezirksanwalt von Kenosha stellte die Aufrichtigkeit des Teenagers in Frage. Dabei bezog der sich auf einen Social-Media-Beitrag von Rittenhouse, in dem er schrieb, er "versuche nur, berühmt zu werden". Die Staatsanwaltschaft verwies zudem auf Fotos, auf denen der Angeklagte mit als rechtsextrem eingestuften Personen zu sehen ist.

Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft ihre Beweisführung niedergelegt. Rittenhouse ist der dritte Zeuge im Zeugenstand, seine Aussagen könnten nun ausschlaggebend für das Urteil sein.

Quellen: BBC, Spiegel

mlm

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