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16. September 2009, 10:24 Uhr

Henker fand keine Vene für Giftspritze

Was für eine Qual: Mehr als zwei Stunden lang suchten Justizangestellte in Ohio bei einem zum Tode verurteilten Straftäter nach einer Vene für die tödliche Giftinjektion - vergeblich. Die Hinrichtung musste abgebrochen werden. In einer Woche soll es einen neuen Versuch geben.

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Aufschub bei der Hinrichtung: Todeskandidat Romell Broom© AP

Die Justizbehörden im US-Staat Ohio haben die geplante Hinrichtung eines Straftäters gestoppt, weil sie zwei Stunden lang keine geeignete Vene für die Injektion von Gift gefunden haben. Gouverneur Ted Strickland ordnete schließlich einen einwöchigen Aufschub an.

Todeskandidat half bei der Suche nach Vene

Justizangestellte im Gefängnis von Lucasville begannen am Dienstag um 14 Uhr Ortszeit mit ihren Vorbereitungen für die Hinrichtung des 53-jährigen Romell Broom. Der Todeskandidat unterstützte das Team bei der Suche nach einer geeigneten Vene. Nach einem erneut gescheiterten Versuch bedeckte er das Gesicht und schien zu weinen. Um 16.30 Uhr wurde die Hinrichtung abgebrochen, und die Gefängnisleitung wandte sich an den Gouverneur.

Brooms Anwalt Tim Sweeney schrieb an den Obersten Gerichtshof von Ohio, dass weitere Versuche eine besonders grausame und unübliche Bestrafung darstellen würden. Er berief sich auch auf eine Vorschrift des US-Staates Ohio, wonach eine Hinrichtung mit der Injektion von Gift "schnell und schmerzlos" erfolgen muss.

Broom hatte ein 14-jähriges Mädchen ermordet

Broom wurde wegen Vergewaltigung und Ermordung eines 14 Jahre alten Mädchens im Jahr 1984 zum Tode verurteilt. Der Leiter des kritischen Informationszentrums Todesstrafe (Death Penalty Information Center), Richard Dieter, sagte, er rechne nicht damit, dass Broom in einer Woche hingerichtet werde. "Es ist grausam und ungewöhnlich, jemand einem mehrfachen Hinrichtungsversuch auszusetzen." Die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) forderte die Einstellung aller Hinrichtungen in Ohio. Es habe schon 2006 und 2007 ähnliche Pannen gegeben, sagte ACLU-Juristin Carrie Davis. "Wenn der Staat einer Person das Leben nimmt, muss er sicherstellen, dass dies so human wie möglich geschieht."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Administrator (16.09.2009, 17:00 Uhr)
Liebe User,
wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Marineo (16.09.2009, 16:10 Uhr)
Perversion der archaischen Art
Seit ich denken kann , ist dieses Death Penalty für mich ein Greuel . Ein staatlich sanktioniertes morden . Es gibt keine Rechtfertigung für Gewaltdelikte im Sinne der Opfer ..........Niemals und keinesfalls ; Wenn ich an einen Charles Manson denke , das Synonym schlechthin für das Böse , dann ist es gerechtfertigt , dass er im hierseits schmoren soll , bis ans Ende seiner Tage . Für das Jenseits , sollte der Staat nicht zuständig sein !! Wo immer Todesstrafen noch praktiziert werden , und der Länder gibt es noch einige ( zuviele ) , stellt man sich ein Armutszeugnis aus , wider der menschlichen Vernunft .
Johann58 (16.09.2009, 15:01 Uhr)
Wir Euopaeer
erden uns immer schwer tun mit der Denkensweise vieler Amerikaner. Die Mehrheit ist nach wie vor fuer die Todesstrafe und bezieht sich dabei auf die Bibel. Das 'modernste' Land der Erde steht allerdings in vielem mit einem Bein im Mittelalter und haben oft noch so etwas wie die Denkensweise der Pioniere. Politiker die gegen die Todesstrafe sind haben kaum eine Chance auf Wiederwahl. Ganz besonders tut sich ja da en in Oesterreih geborener Gouverneur hervor, der wohl irgendwie glaubt im wilden Westen zu sein. Todesstrafe kann nie human sein und die Verurteilung und Hinrichting eines Menschen ist Mord! Lebenslang wegsperren aber dann auch konsequent bei bestimmten voraussetzungen ohne Chance auf Bewaehrung.
Zum Thema Menschenrechte in den USA; ein fuer den Durchschnittsamerikaner dehnbarer Begriff. Die Aufregung wenn andere Staaten, die sich zivilisiert nennen so etwas wie Guantanamo betreiben wuerden und US Buerger so behandeln wuerde, kann man durchaus von einer militaerischen Aktion ausgehen. Wie sagt eine Bekannte immer so schoen; the big boy on the block makes the rules1 Nur sind die USA denn immer noch 'the big boy'?
Dr.Tonklin (16.09.2009, 14:58 Uhr)
Zivilisation
"Wenn der Staat einer Person das Leben nimmt, muss er sicherstellen, dass dies so human wie möglich geschieht."

Diesen Satz sollte sich die sog. "zivilisierte" Welt mal auf der Zunge zergehen lassen.
butcher99 (16.09.2009, 14:58 Uhr)
unbelievable
immer wieder diese Darstellungen der Vorkommnisse bei Vollstreckung der Toedsstrafe in den USA. Wie paradox das Denken in den USA ist, macht das Statement der ACLU-Juristin Carrie Davis deutlich: "Wenn der Staat einer Person das Leben nimmt, muss er sicherstellen, dass dies so human wie möglich geschieht."
Ermordung auf staatskosten hat human zu erfolgen. Wer so abgedreht denkt, gehört in eine Anstalt.
Die USA schon immer ein Käfig voller Narren.
Administrator (16.09.2009, 14:28 Uhr)
@znew
Wir haben die gesamte Diskussion zwischen Ihnen und Babs gelöscht - dass Sie die Postings hin und wieder noch sehen, könnte an Ihrem Zwischenspeicher liegen.

Herzlich,

Ihre stern.de-Admins
DasBertl (16.09.2009, 13:46 Uhr)
HUMAN?
"Wenn der Staat einer Person das Leben nimmt, muss er sicherstellen, dass dies so human wie möglich geschieht."
Ich kann an einem Mord, auch wenn er gerichtlich angeordnet wird, nichts humanes erkennen. Es ist ein grausames Instrument zur Befriedigung der Massen nach Blutrache, praktisch ein geistiger Orgasmus... Menschen sind schei... äh grausam.
Das Verbrechen muss sicherlich gesühnt werden. Doch Lebenslänglich heisst in den USA Lebenslänglich und mehr braucht es auch nicht!
znew (16.09.2009, 12:36 Uhr)
@Admins
Liebe Admins,

entscheidet Euch endlich!
Toreador (16.09.2009, 11:45 Uhr)
Bestialisch
Vergewaltigung und Mord sind Verbrechen und müssen zu Recht gesühnt werden. Aber jemanden 25 Jahre lang (!) auf seine Hinrichtung warten zu lassen ist genauso unmenschlich. Diese Hinrichtung dann noch derartig zu vermasseln ist das Allerletzte - aber es wird sich vermutlich mal wieder niemand trauen, die USA auf so was wie Menschenrechte hinzuweisen...
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