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31. Juli 2011, 18:02 Uhr

"Die Situation wird täglich schlimmer"

Die Hilfe ist angelaufen, und doch brauchen noch immer rund zwölf Millionen Menschen in Ostafrika dringend Hilfe. Laut UN wächst die Zahl der Hungernden täglich, ohne weitere Unterstützung droht Hunderttausenden der Tod.

Somalia, Ostafrika, Kenia

Ausgehungert und dem Tode nahe - doch diese bei Kinder aus Somalia werden in einem Flüchtlingslager in Mogadischu versorgt und haben damit eine echte Überlebenschance© Mustafa Abdi/AFP

Die Hungerkatastrophe in Ostafrika wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen mit jedem Tag schlimmer. "Mehr als zwölf Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti brauchen dringend Hilfe. Und die Zahl wächst täglich", sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. "Die Zukunft einer ganzen Generation steht auf dem Spiel."

"Ausmaß und Schwere machen die Krise in Somalia zur mit Abstand größten Hungerkatastrophe auf der Welt. Zehntausende Menschen sind schon gestorben und Hunderttausenden droht der Hungertod", sagte die Britin. Die ständigen Kämpfe seien ein großes Hindernis für die Helfer.

Jeder Tag zählt

"Wir müssen die Leute aber da erreichen, wo sie sind, und das ohne Verzögerung", sagte Amos. Trotz Hilfe per Lastwagen und aus der Luft mit Nahrung und Wasser seien große Gebiete im Süden Somalias komplett abgeschnitten. "Wir fordern von allen Parteien ungehinderten Zugang. Unser alleiniges Ziel ist es, Leben zu retten."

Die Versorgung der Flüchtlinge werde immer schwieriger. "Jeden Tag erreichen Tausende Menschen die Flüchtlingslager in Äthiopien und Kenia. Wir brauchen Unterkünfte, Wasser und sanitäre Einrichtungen. So müssen wir auch den Druck auf die Gastländer verringern, die selbst unter der Dürre leiden." Die UN-Mitglieder hätten zwar mehr als eine Milliarde Dollar (knapp 700 Millionen Euro) Soforthilfe versprochen, es fehle aber noch eine weitere Milliarde. Das Geld werde dringend gebraucht, sagte Amos. "Jeder Tag kann den Unterschied machen zwischen Leben und Tod."

30 Tonnen Lebensmittel aus Deutschland

Deutschland hat unterdessen seine Hilfen intensiviert. Die Hilfsorganisation humedica aus Kaufbeuren schickte am späten Samstagabend ein erstes Charterflugzeug voller Hilfsgüter in die kenianische Hauptstadt Nairobi. Von dort sollen die 30 Tonnen Lebensmittel und Medikamente mit Lastwagen in die Flüchtlingslager in der Region Dadaab im Norden des Landes transportiert und in Kooperation mit einem lokalen Partner der Organisation verteilt werden.

Die Hilfsmittel umfassen Milchpulver, Medikamente und vor allem Infusionen für eine sogenannte enterale Ernährung mit speziellen Nährstoffen. "Es handelt sich hierbei um Zusatznahrung, nicht um Grundnahrungsmittel. Weil die Menschen ausgetrocknet sind und feste Nahrung oft gar nicht bei sich behalten können, müssen sie zunächst künstlich ernährt werden", sagte der Geschäftsführer der Hilfsorganisation, Wolfgang Groß.

In Dadaab haben im derzeit größten Flüchtlingslager der Welt rund 400.000 Menschen überwiegend aus dem Bürgerkriegsland Somalia Zuflucht vor der Hungersnot gesucht. Ein zweiter Flug mit Hilfsgütern für die kenianische Bevölkerung in der nördlichen Region Turkana sei in Planung, hieß es.

be/DPA
 
 
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