1. April 2013, 10:22 Uhr

Überzeugter Faschist soll Sunderland trainieren

Der Premier-League-Club FC Sunderland hat Paolo di Canio als Trainer verpflichtet. Der Italiener ist umstritten - er hat in der Vergangenheit mit faschistischen Äußerungen für Aufsehen gesorgt.

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Wurde nach einem Faschistengruß vom italienischen Fußballverband gesperrt: Ex-Lazio-Kapitän Paolo di Canio, der nun Trainer in England werden soll.©

Die Verpflichtung des umstrittenen Italieners Paolo di Canio als neuer Trainer des englischen Fußball-Erstligisten AFC Sunderland sorgt für Ärger. Der frühere britische Außenminister David Miliband trat nach der Bekanntgabe des Wechsels von seinem Posten als Vorstandsmitglied des Clubs zurück, weil di Canio sich in der Vergangenheit zu rechtsradikalen Ansichten bekannt hatte. "Im Lichte der früheren politischen Äußerungen des Trainers halte ich es für richtig zurückzutreten", erklärte Miliband am Ostersonntag.

Piara Powar, Chef des Netzwerks "Fußball gegen Rassismus in Europa" (FARE), bezeichnete di Canio via Twitter als "ersten faschistischen Trainer" in der Premier League. Der 44 Jahre alte Coach hatte sich in seiner Zeit als Spieler mehrfach mit offen rechtsradikalen Aktionen und Äußerungen ins Abseits manövriert und war 2005 nach einem Faschistengruß auf dem Spielfeld vom italienischen Fußballverband für eine Partie gesperrt worden.

In Sunderland tritt di Canio die Nachfolge des am Samstag entlassenen Martin O'Neill an. Der Ex-Profi erhält einen Zweieinhalbjahresvertrag beim abstiegsbedrohten Tabellen-16. Zuvor war er trotz sportlicher Erfolge im Februar beim Drittligisten Swindon zurückgetreten.

steh/DPA
 
 
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