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"Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter"

Vor dem Hauptbahnhof Köln werden Frauen in der Silvesternacht sexuell belästigt und ausgeraubt. Nach einem Krisentreffen berichtet Oberbürgermeisterin Henriette Reker über die Attacken und wie so etwas künftig verhindert werden soll.

Kölns Oberbürgermeisterin Hernriette Reker

Kölns Oberbürgermeisterin Hernriette Reker

Die massiven Übergriffe auf zahlreiche Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof haben bundesweit Entsetzen und Rufe nach Konsequenzen hervorgerufen. In der Domstadt fand am Dienstag ein Krisentreffen mit der Polizei statt, das Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). In erster Linie seien Kölner Polizei und Bundespolizei in der Pflicht, die Maßnahmen ergreifen müssten, um solche "ungeheuerlichen Vorfälle" künftig zu verhindern, sagte Stadtsprecher Gregor Timmer der dpa. Bis Dienstagmittag stieg die Zahl der Anzeigen laut Polizei auf etwa 90.


Laut Polizei hatten sich am Silvesterabend auf dem Bahnhofsvorplatz etwa 1000 Männer versammelt, die "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum" stammten. Aus der Menge hätten sich Gruppen von Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten. 

Der stern war für die Pressekonferenz vor Ort, die Sie im Live-Blog nachlesen können:

"Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter"

  • Felix Haas
    • Felix Haas

  • Felix Haas
    • Felix Haas

    Die Polizei räumt zudem "interne Kommunikationsfehler" ein. Zunächst hatte sie in einer Pressemitteilung vom Neujahrstag von einem "weitgehend friedlichen" Silvester gesprochen.

  • Felix Haas
    • Felix Haas

    Michael Temme, Leiter der Polizeidirektion Köln, sagt zum stern: "Die Nordafrikaner bedienen Klischees, sie haben damit auch Flüchtlingen einen Bärendienst erwiesen. Es ist ein Wunder, dass bei den Vorkommnissen niemand körperlich verletzt worden ist."

  • Volker Königkrämer
    • Volker Königkrämer

    Der Eindruck drängt sich nach der PK in der Tat auf

  • Volker Königkrämer
    • Volker Königkrämer

    Schlüssiger Hinweis

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    "Bisher gab es das Phänomen des 'Antanzens' in Köln. Davon waren aber in der Regel zumeist Männer betroffen." Diese sexuelle Dimension und die Attacken auf Frauen sei aber neu für die Beamten gewesen.

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    OB Reker spricht sich deutlich für "mehr uniformierte Präsenz" aus, damit sich "Menschen besser benehmen".

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    "Es gibt keine 1000 Täter", sagt Albers. "Es gab eine Gruppe von 1000 Männern, aus denen sich mehrere Gruppen lösten und Straftaten verübten." Wieviele Täter es genau gab, könne er im Moment noch nicht sagen.

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    Der Ablauf in der Chronologie laut Polizei:
    Gegen 21 Uhr feuerten rund 400 junge Männer, die reichlich Alkohol konsumiert hatten, "Feuerwerkskörper unkontrolliert ab"
    Gegen 23 Uhr waren da rund 1000 Menschen, fast ausschließlich junge Männer. Die Stimmung wurde laut Polizei aggressiver und die Männer wurden als "völlig enthemmt und unbeeindruckt von polizeilichen Maßnahmen" beschrieben. Daraufhin wurde die Domplatte bis nach Mitternacht gesperrt.
    Gegen 1 Uhr hatte sich die Menge in kleinere Gruppierungen aufgelöst. Die Polizei bekam erste Meldungen über sexuelle Übergriffe und habe dann "durchgegriffen".

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    Das Abschieben dieser Straftäter sei "ausgesprochen schwierig, weil sie keine Papiere haben".

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    "Der Einsatz begann damit, dass sich auf dem Bahnhofsvorplatz gut 1000 Männer aufhielten, die mit Pyrotechnik auf Passanten geschossen haben", so Albers. Erst danach ist es zu den sexuellen Übergriffen und Diebstählen gekommen. Bei beiden Vorfällen seien zum Teil die selben Männer beteiligt gewesen.

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    Die meisten Opfer hätten ausgesagt, dass sie die Täter nicht wiedererkennen würden. "Das erschwert die Ermittlungsarbeit", sagt Albers, der um die Bereitstellung von Videomaterial aus der Bevölkerung bittet.

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    Außerdem ermutigt die Polizei dazu, lautstark um Hilfe zu bitten, wenn man bedrängt wird.

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    Auf Nachfrage nach den konkreten Verhaltenshinweisen, rät OB Reker, "auf Abstand zu Menschen zu bleiben, zu denen man keine Vertrauensbasis hat". Man solle auch nicht mit fremden Gruppen mitgehen.

  • Finn Rütten
    • Finn Rütten

    "Es ist ein Tatbestand angezeigt worden, der rechtlich eine Vergewaltigung darstellt", sagt Albers auch Nachfrage eines Journalisten.

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