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US-Amerikaner übergießt zwei Männer mit brühend heißem Wasser - weil sie schwul sind

Nur weil sie homosexuell sind, wurden zwei junge Männer Opfer eines grausamen Verbrechens. Der Lebensgefährte der Mutter eines der Jungen verbrühte sie mit kochendem Wasser. Sie erlitten schwere Verbrennungen.

Marquez Tolbert gibt unter Tränen ein TV-Interview

Unter Tränen führte der homosexuelle US-Amerikaner Marquez Tolbert ein Interview mit dem Fernsehsender WSB-TV. Der Lebensgefährte der Mutter seines Freundes verbrühte die zwei jungen Männer mit kochend heißem Wasser – nur, weil sie schwul sind.

Marquez Tolbert, 21, und Anthony Gooden Jr., 23 aus Atlanta im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia sind erst seit etwa sechs Wochen zusammen. Sie arbeiten beide in einem Großmarkt in der Nähe der Wohnung von Goodens Mutter. Dort übernachteten sie öfter, wenn ihre Schicht spät endete. Genau wie an jenem Tag: Am 12. Februar, nach einer 12-Stunden-Schicht, fielen die zwei jungen Männer völlig erschöpft ins Bett. Sie wachten schlagartig auf, als sie einen stechenden Schmerz spürten. Der Lebensgefährte von Goodens Mutter, Martin Blackwell, übergoß die beiden mit kochendem Wasser. "Verschwindet aus meinem Haus mit all dem schwulen Zeug", soll er dabei gesagt haben.

"Wir brannten einfach nur", erzählte Tolbert später gegenüber Project Q Atlanta. "Mein Körper war ein einziger stechender Schmerz. Ich konnte kaum noch denken."

"Es war nur ein bisschen heißes Wasser"

Blackwell hingegen erzählte der Polizei später, dass er wütend war, als er die zwei jungen Männer gesehen habe: "Sie klebten zusammen wie zwei Hot Dogs. Deshalb habe ich ein bisschen heißes Wasser über sie gegoßen, um ihnen zu helfen. Es wird ihnen wieder besser gehen. Es war nur ein bisschen heißes Wasser", zitiert ihn die "Washington Post" in einem Bericht. Blackwell wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung festgenommen.

Das "bisschen heiße Wasser" führte dazu, dass beide Männer ins Krankenhaus mussten. Sie erlitten Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Tolbert muss für die nächsten zwei Jahre 23-Stunden am Tag Thrombosestrümpfe tragen. Seinen Freund hat es noch schlimmer erwischt: 60 Prozent seines Körpers wurden verbrannt, mehrere Operationen waren nötig um die Schäden an Gesicht, Hals, Rücken, Arme, Brust und Kopf zu behandeln. Er musste mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben.

Nachdem Anthony Gooden schließlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, beschlossen die beiden jungen Männer an die Öffentlichkeit zu gehen. In einem Fernseh-Interview mit WSBTV berichtete Marquez Tolbert unter Tränen über den schrecklichen Vorfall: "Der Schmerz. Man kann nachts nicht mehr schlafen. Es ist die reine Qual. 24 Stunden am Tag. Er geht nicht weg, er wird nicht weniger. Er ist einfach immer da." Der 21-Jährige versucht immer noch zu Kräften zu kommen, aber er sagte, dass der Anschlag auf ihn und seinen Freund, seine Lebenspläne geändert haben: Er möchte nun anderen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind.


dsw

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