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14. August 2007, 14:13 Uhr

Kein Kopftuch, auch nicht geknotet

Egal wie man das Kopftuch trägt, ob traditionell gebunden oder im Grace-Kelly-Style: Als Lehrerin darf man in der Schule keines tragen. Das bestätigte jetzt das Düsseldorfer Verwaltungsgericht und wies die Klage einer Hauptschullehrerin ab.

Die Klage der Hauptschullehrerin Brigitte Weiß wurde abgewiesen© Federico Gambarini/DPA

Moslemische Lehrerinnen dürfen an nordrhein-westfälischen Schulen auch weiterhin kein Kopftuch tragen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat die Klage einer zum Islam konvertierten deutschen Hauptschullehrerin am Dienstag abgewiesen. Sie scheiterte mit ihrer Forderung, ihr Kopftuch in der so genannten "Grace-Kelly"-Variante mit einem lockeren Knoten im Nacken tragen zu dürfen. Auch dies sei eine religiöse Bekundung, die gegen das Neutralitätsgebot in Schulen verstoße, bestätigte das Verwaltungsgericht das seit 2006 geltende Kopftuchverbot in Nordrhein-Westfalen.

Schauspielerin Grace Kelly habe das Kopftuch bei Gelegenheit und in Filmszenen getragen. Die langjährige Beamtin hingegen nutze das Kopftuch dauerhaft und als Erkennungsmerkmal für eine religiöse Überzeugung, erklärte die Kammer. Im Unterricht dürften laut Schulgesetz jedoch keine religiösen Bekundungen abgegeben werden.

Bereits das zwölfte Verfahren gegen Kopftuch-Lehrerinnen

Die in den 90er Jahren zum muslimischen Glauben übergetretene Lehrerin hatte sich vor Gericht auf das Grundrecht der Religionsfreiheit und das Tragen des Kopftuchs als Merkmal ihrer Persönlichkeit berufen. Seit 1980 steht die Beamtin, die auch stellvertretende Vorsitzende im Zentralrat der Muslime ist, im Schuldienst.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Schulministeriums betonte, das Urteil sei keine Überraschung. Es sei bereits die fünfte abgewiesene Klage seit In-Kraft-Treten des Kopftuchverbots. Insgesamt liefen zwölf Verfahren gegen Lehrerinnen, die trotz des Verbots weiterhin ihr Kopftuch tragen wollten. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte zuletzt im Juni das Kopftuchverbot für Lehrerinnen an nordrhein-westfälischen Schulen bestätigt. Eine Kopftuch tragende moslemische Lehrerin war mit einer Klage auf Einstellung in den öffentlichen Schuldienst gescheitert. Das Düsseldorfer Arbeitsgericht entschied ebenfalls im Juni, dass auch das Tragen einer Baskenmütze unter das Kopftuchverbot fällt.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht den Weg der Berufung zugelassen. Die Lehrerin hatte dem Westdeutschen Rundfunk zufolge bereits im Vorfeld angekündigt, alle Instanzen bis zum Verfassungsgericht ausschöpfen zu wollen. Trage sie das Kopftuch trotz Verbot weiter, drohe ihr ein Disziplinarverfahren und im schlimmsten Fall die Entfernung aus dem Schuldienst, sagte ein Gerichtssprecher.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 40)
 
Daniel36 (17.08.2007, 10:15 Uhr)
Schon richtig
... wir haben viele Ausländer in Deutschland und in einigen Gebieten kann, wenn man durch die Straßen geht schon der Eindruck entstehen, man wäre gar nicht mehr in Deutschland. Das ist, wie auch ich finde, nicht gut. Auch ich bin nichtso blind, dass ich nicht sehe, dass vieles, was die Politik in den letzten Jahren aus Opportunitätsgründen unternommen oder unterlassen hat, zu Auswüchsen und Problemen geführt hätte. Ausländerkrimminaniltät ist bestimmt ein großes Problem. Ghettoisierung auch. Ich bin auch der Meinung, dass man von Ausländern, die bei uns leben wollen erwarten kan und muss, dass Sie unsere Sprache lernen und unsere Rechtsordnung akzeptieren. Die Kritik am Begriff der deutschen Leitkultur kann auch ich nicht nachvollziehen.Aber wird die wirklich durch Muslima bedroht, die bekleidet baden gehen ? Vor 50 Jahren sind deutsche Frauen im Verhältnis zu heute auch noch bekleidet ins Wasser gestiegen. Ich bleibe dabei. So lange ein in Deutschland lebender Ausländer mich und meinen Unglauben sowie unsere Rechtsordnung respektiert, ist es egal, ob er ein Kopftuch trägt. Integration bedeutet nicht Selbstaufgabe
tripex (17.08.2007, 05:53 Uhr)
zu viele Ausländer
Ich kenne mich zwar mit dem dt. Asyrecht nicht aus, aber so weit ich die Statistik kenne ist der "Zustrom" in den letzten Jahren durch strengere Bestimmungen und Änderungen doch deutlich zurückgegangen. Allerdings kann man die jetzt schon hier lebenden Ausländer ja wohl kaum aufgrund der nachträglichen Änderungen ausweisen oder in irgendeiner Art zu irgendetwas verpflichten, zu das sie nicht zum Zeitpunkt ihres Asylantrages verpflichtet waren.
German_by_nature (16.08.2007, 21:51 Uhr)
@ Daniel
Naja dieses auszuführen wäre ein wenig "Off-Topic" ... aber kurz gesagt ich kann durchaus ein paar Ausländer verkraften. Nur haben wir mittlerweile nicht nur ein paar Ausländer in Deutschland sondern definitiv viel zu viele.
Einfach mal mit offenen Augen durch die Stadt gehen, mir gefällt das was ich dort sehe schon lange nicht mehr.
Schleiereulen im Schador
Ausländerkriminalität von Drogen bis hin zu Gewalttaten gegenüber Deutsche
Schulen überfüllt mit Ausländern
Kindergärten überfüllt mit Ausländern
Ausländerghettos, etc.
Für mich keine Bereicherung

Daniel36 (16.08.2007, 16:07 Uhr)
Ja, was ist Deutschland ?
Erklären sie uns bitte, was nach Ihrer Meinung Deutschland ist. Was ist Deutsch und wer darf hier sein und Ihnen einen Strafzettel schreiben. Nur dann hat nämlich jeder der Ihnen zustimmen möchte die Möglichkeit vorher zu überlegen ob, wenn sich Ihre Meinung durchsetzen sollte,für Ihn noch Platz in unserem Land ist. Allgemein sagt man ja wohl, dass die Deutschen groß, blond, schlank, zäh wie Leder, hart wie- Sie wissen schon und natürlich fleissig, pünktlich,zuverlässig und humorlos sind.Nun, es gibt sicher viele, die diesem Ideal entsprechen. Vielleicht 10 oder 12 Millionen. Aber, was machen wir mit dem Rest?
Seien Sie doch bitte nicht so ängstlich. Wenn Sie- wovon ich ausgehe- ein echter Deutscher sind, dann wird Ihr Selbstwertgefühl und Ihr Stolz die anwesenheit von ein par Ausländern schon verkraften. Meines tut es jedenfalls und ich bin auch Stoz ein Deutscher zu sein.
German_by_nature (15.08.2007, 21:08 Uhr)
Was ist Deutschland
Wir Deutsche sollten uns unserer Kultur und Abstammung wieder bewusst werden und vor allem lernen Sie zu verteidigen.
Ich möchte meine Kinder nicht von einer ein Kopftuch tragende Schleiereule unterrichtet wissen.
Ich möchte auch kein Strafzettel von einer Polizeibeamtin erhalten welche aussieht ob sie bei den islamischen Revolutionswächtern angestellt ist...
Wir Deutsche und unsere Kultur sind Deutschland und die nicht abartigen Ergebnisse des Multi-Kulti Irrsinns der letzten Jahre...
Und an all die Konvertierten, geht und baut Anatolien oder die arabischen Wüsten auf .. dort sind Lehrer noch Mangelware
Daniel36 (15.08.2007, 11:00 Uhr)
Unsinn
Leider ist mein erster Kommentar zu diesem Artikel gestern nicht eingestellt worden, deshalb versuche ich es heute in kurzform nochmal. Ich halte das Kopftuchverbot für ebenso falsch, wie die Reaktion eines Großteils der Kommentatoren für überzogen. Ist den unsere Angst vor einer angeblichen Islamisierung und unsrere Ablehnung fremden Religionen gegenüber schon so groß, dass wir dass Offensichtliche übersehen und vergessen unseren Verstand zu benutzen ? Das Kopftuchverbot ist eine unsinnige und eine volkommen unbrauchbare Regelung.
Einer Lehrerin oder einer anderen Amtsträgerin islamischen Glaubens zu verbieten ein Kopftuch zu tragen oder aber sie zu zwingen ein Kopftuch zu tragen sind nur zwei Seiten der selben Medaille. Zwang und Verbot sind Ausdruck der selben Unfreiheit, nur eben mit anderen Vorzeichen. Mit unserem Verbot werden wir weder etwas zu der Befreiung der unterdrückten Frauen in der islamischen Welt beitragen, noch werden wir verhindern können, dass unsere Kinder Gedankengut ausgesetzt werden, das unserer freiheitlichen Rechtsordnung widerspricht. Wer derartiges vorhat, der kann dies tun auch ohne, dass er dabei ein Kopftuch, ein Kreuz oder ein sonstiges Zeichen seines Glaubens oder seiner Weltanschaung trägt. Wir sollten Menschen wieder mehr danach beurteilen was sie tun und sagen und nicht nachdem, was sie dabei anziehen.
Dies ist kein Plädoyer für die Entfernung religiöser Menschen aus dem Schuldienst oder den Amtsstuben. Wir müssen nur anfangen hinter die äußere Hülle zu sehen. Nur, wenn wir dies tun, werden wir die warhaft gefährlichen Menschen erkennen und uns und unsere Kinder vor ihnen schützen können. Nur dann können wir mit unserem Tun, den Menschen in anderen Teilen der Welt Mut und Kraft geben sich zu befreien. Mit unseren unsinnigen Verboten spielen wir den Gegnern dieser Befreiung nur in die Hand. Wir erlauben es ihnen auf uns zu zeigen und zu sagen: "Seht, sie reden von Glaubensfreiheit und unterdrücken sie selbst"
NRWler (15.08.2007, 10:05 Uhr)
Manche sind eben gleicher als andere
Mann oh Mann
wenn ich mir die Kommentare mancher STERN Leser hier durchlese
dann frage ich mich ob sie nicht bei einer Nazi Zeitung besser aufgehoben wären.
Ich meine mich wage daran erinnern zu können das Deutschland nicht laizistisch ist.
Frankreich und die Türkei sind es nämlich.
Deswegen hängen in Frankreich in Behörden und Schulen keine Kreuze an der Wand und in der Türkei gibt es in Behörden und Schulen keine Kopftücher.
Aber Deutschland ist nicht laizistisch und hier herrscht angeblich Religionsfreiheit
Deswegen dürfte es eigentlich in Deutschland kein Problem sein, das eine Frau in Kopftuch unterrichtet solange sie sich an den Lehrplan hält.
maniac (15.08.2007, 09:15 Uhr)
Einigkeit...
...zumindest in einigen Themen. Gilt denn diese Verbot eigentlich auch für die Nonnentracht oder ein sichtbares Kreuz als Anhänger?
tripex (15.08.2007, 04:03 Uhr)
Religionsbekundungsverbot
Warum heißt das eigentlich Kopftuchverbot und nicht Religionsbekundungsverbot?
J.Stahl (14.08.2007, 20:23 Uhr)
ragism
dann bitte aber auch keine kreuze mehr im gerichtssaal,egal ob am hals oder an der wand
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