21. November 2012, 08:08 Uhr

Indien richtet Attentäter von Mumbai hin

Er war der einzige Attentäter der Terrorserie von Mumbai, der lebendig gefasst wurde. Vier Jahre nach der Attacke auf die indische Finanzmetropole ist der 24-jährige Pakistaner exekutiert worden.

Rund vier Jahre nach den Anschlägen von Mumbai ist der zum Tode verurteilte, einzige überlebende Attentäter am Mittwoch gehenkt worden. Der Pakistaner Mohammed Ajmal Amir Iman, auch bekannt als Kasab, sei am frühen Morgen hingerichtet worden, teilte die Regierung im westlichen Bundesstaat Maharashtra, dessen Hauptstadt Mumbai ist, mit. Nach Angaben aus Indiens Hauptstadt Neu Delhi war die pakistanische Regierung informiert.

Kasab sei "vor zwei Tagen" in das Yerwada-Gefängnis von Pune in Maharashtra gebracht worden und dort gestorben, teilte die örtliche Regierung in Mumbai mit. Die Exekution erfolgte demnach um 7.30 Uhr (Ortszeit, 3.00 Uhr MEZ). "Seine Hinrichtung ist eine gerechte Würdigung der Attentatsopfer", hieß es seitens der Regionalregierung.

Indien gibt Leichnam frei

Indiens Innenminister Sushilkumar Shinde teilte in Neu Delhi mit, die pakistanische Regierung über die Hinrichtung informiert zu haben. Ob dies vor oder nach der Exekution geschah, wurde nicht bekannt. Wenn Pakistan Kasabs Leichnam wolle, werde Indien diesen an das Land übergeben. Bislang liege aber noch keine entsprechende Anfrage vor. Die radikalislamistischen Taliban in Pakistan äußerte sich "geschockt" über die Hinrichtung.

Bei der dreitägigen Anschlagsserie auf einen Bahnhof, mehrere Luxushotels und andere Ziele in Mumbai, dem früheren Bombay, waren Ende November 2008 mehr als 170 Menschen, darunter die neun anderen Attentäter, getötet worden. Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt. Indien vermutet die pakistanische Rebellenorganisation Lashkar-e-Taiba hinter den Anschlägen.

Todesurteil vom Mai 2010

Kasab wurde der Anschläge Anfang Mai 2010 für schuldig befunden und zum Tod durch den Strang verurteilt. Sein juristischer Kampf gegen das Urteil blieb erfolglos. Ende August bestätigte Indiens Oberster Gerichtshof die Todesstrafe in letzter Instanz. Erst kürzlich wies Indiens Präsident Pranab Mukherjee ein Gnadengesuch Kasabs endgültig ab.

Während seines Prozesses hatte Kasab die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zunächst zurückgewiesen, dann überraschend gestanden, später das Geständnis aber widerrufen. Unter anderem behauptete er, von der Polizei in eine Falle gelockt worden zu sein. Die Polizei hatte ihn nach einer Schießerei an einer Straßensperre in einem gestohlenen Auto festgenommen.

dho/AFP/Reuters
 
 
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